Der Journalismus ist heute wieder auf dem Stand von 1800
- Wikileaks und Co.: Schon vor 200 Jahren beteiligten sich Bürger aktiv an der journalistischen Berichterstattung
- Die Medien im 21. Jahrhundert: Fotos, Videos und Digitalisierung beherrschen die Nachrichten
- www.tvype.com erleichtert Redaktionen den Zugang zu Bildmaterialien von Bürgerreportern
Berlin, 16. Dezember 2010 – Die aktuelle Diskussion um die Enthüllungsplattform Wikileaks heizt die Debatte um das Thema Öffentlichkeit 2.0 und die neuen Mitmach-Angebote der Medienwelt erneut an. Doch das Phänomen Bürgerjournalismus ist nicht neu – ganz im Gegenteil: „Material von Laien war im deutschen Lokaljournalismus schon im ausgehenden 18. sowie im 19. Jahrhundert von enormer Bedeutung für die Berichterstattung“, weiß Daniel Holle, Gründer und Geschäftsführer des ersten deutschen Online-Marktplatzes für Nachrichten-Fotos und –Videos tvype (www.tvype.com). „Das Neue ist also weniger das dezentrale Sammeln und Veröffentlichen von Informationen“, so Holle weiter. „Neu sind die Technologien, mit denen eben dies geschieht, sowie das Bedürfnis der Medien nach Foto- und Videomaterial.“
Lange Zeit fanden von Laien generierte Informationen in den Medien kaum Beachtung. Bevor sich die Angebote des Web 2.0 etabliert hatten, kam Berufsjournalisten eine Monopolstellung in der Medienlandschaft zu – denn sie entschieden weitestgehend über die Verbreitung von Nachrichten. Nun ermöglichen es die mobilen Technologien des 21. Jahrhunderts prinzipiell wieder jedem, Informationen verschiedenster Art einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie der Erfolg von Wikileaks oder den zahlreichen sozialen Netzwerken beweist, ist das Interesse an dieser Art von Aufklärung größer denn je. Die freiwillige Hilfe der Bürger war jedoch schon vor mehr als 200 Jahren und insbesondere im Lokaljournalismus üblich. Um die Zeitungen unterhaltsamer zu gestalten, riefen Herausgeber ihre Leser dazu auf, Beiträge einzureichen. Außerdem konnten sie so der gewandelten Zeitungslektüre gerecht werden, welche sich mit den moralischen Wertvorstellungen der Aufklärung verändert hatte.*
Auffallend anders als damals ist heute die Prominenz von Bildmaterialien in den Medien. Kaum ein Online-Artikel, TV-Beitrag oder Zeitungsbericht kommt ohne Foto- und Video-Inhalte aus, welche die Aufmerksamkeit der Leser auf sich ziehen. Fest steht: Die Nachrichten des 21. Jahrhunderts leben von Bildern. Doch professionelle Fotografen und Kamerateams sind nicht überall, brisante Ereignisse sind unvorhersehbar und die schnell geknipsten Bilder gehen in Windeseile um die Welt. Oft sind diese Bilder aufgrund ungeklärter Rechtefragen nicht verwendbar.
Genau diesen Gedanken greift die Online-Plattform tvype (www.tvype.com) auf und verschafft Nachrichten-Redaktionen einen professionalisierten Zugang zu den Bildinhalten der Bürgerreporter. Wie vor 200 Jahren, profitiert vor allem der Lokaljournalismus von den dezentral gesammelten Informationen, welche in die Berichterstattung eingebunden werden können. Auch heute ist es gerade für regionale Medien durch Dienste wie tvype einfacher und kostengünstiger, Beiträge durch Fotos und Videos aufzuwerten. Gleichzeitig sollen Bürgerreporter mithilfe von tvype für ihr Engagement fair entlohnt und alle Lizenzfragen rechtlich geklärt werden.
*Quelle: Schönhagen, Philomen (1995): Die Mitarbeit der Leser. Ein erfolgreiches Zeitungkonzept. München.



