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November 22, 2016

Recap: Bots Berlin a.k.a. meine erste Konferenz

Ich sehe mich um und stelle fest, alles ganz anders als gedacht. Aber so kommt es ja öfter im Leben: anders, als man denkt. Verwirrt mustere ich die Menschen, die mich umgeben. Die hatte ich mir auch anders vorgestellt. Wo ich gerade bin? Bei meiner ersten Konferenz als Frischling bei Mashup Communications: Die Bots Berlin #5.

In den Räumlichkeiten des Messenger-Dienstes Wire am Hackeschen Markt fand am Dienstag, den 15. November 2016, das fünfte Bots Berlin Meetup statt. Diese Veranstaltungsreihe wird von den Gründern des Unternehmens LASTMILE Technologies organisiert und war meine erste Gelegenheit als PR-Praktikant eine Konferenz zu besuchen.

Was hatte ich mir vorgestellt?

Hauptsächlich habe ich wohl erwartet, dass das ganze etwas förmlicher sein würde. Ich habe an weiße Hemden und Hosen mit Bügelfalte gedacht, dachte auch an ein Rednerpult und knisternde Stille im Saal. Vor allem dachte ich aber an komplizierte Programmiervorgänge und IT-Fachsprache. Mit ein paar meiner Annahmen lag ich gar nicht so falsch, aber dazu später mehr.

Update: Was sind Bots?

Bots oder besser Chat-Bots sind Programme, die oft in Messenger-Diensten oder Suchmaschinen integriert werden. Werden beispielsweise Google oder Siri gefragt, wo der nächste Supermarkt zu finden ist, dann kommuniziert man mit einem Chat-Bot. Dieser durchsucht seine Datenbanken und kommuniziert dem Nutzer, wo das gewünschte Geschäft zu finden ist. Ziemlich praktisch, aber das ist nicht die einzige Verwendung für Bots. Ist ein Bot in einen Messenger-Dienst integriert, kann man den virtuellen Begleiter zum Beispiel den perfekten Treffpunkt für Freunde finden lassen. Kurz gesagt: Bots sind digitale Allround-Assistenten.

chatbot

Und wie war’s?

Abgesehen davon, dass die hellen und freundlichen Räumlichkeiten von Wire und der freie Vortrag der Referenten vor einer ersten Sitzreihe aus Sofas so gar nicht das waren, was ich erwartet habe – Ich war auch positiv überrascht von den interessanten Vorträgen, denn Bots sind auf dem Vormarsch. Es gibt ja mittlerweile nicht nur Siri, die Einkaufshilfe und Kompass zugleich ist: Bots haben das Potential den Menschen überall zu begleiten, zu unterstützen und das Leben zu erleichtern.

Sehr hilfreich, um in dieses Thema einzusteigen, war der Vortrag von Benjamin Wilson von Lateral. Lateral arbeitet daran das Lernverhalten von Maschinen zu verbessern. Dafür lernt das Programm, was Wörter bedeuten und wie man von den Wörtern in einem Dokument auf dessen Inhalt schließen kann. Zusätzlich zeichnet es auf,wie der Nutzer mit bestimmten Dokumenten interagiert. Ziel des Ganzen ist es, einem Nutzer nicht nur Internetseiten oder Unternehmen von Interesse vorzuschlagen, sondern auch Menschen miteinander zu verbinden, die zusammen an einem Thema arbeiten sollten. Diese Lernprozesse gehen durch neu erlernte Worte, Interaktionen und Dokumente immer ineinander über und verfeinern so fortlaufend die Ergebnisse.

Nach diesem beeindruckenden Vortrag, habe ich die Gelegenheit genutzt und mich darüber gefreut den Großteil verstanden zu haben. Gerne hätte ich die Informationen kurz verarbeitet, aber eine lange Verschnaufpause gab es nicht, denn Helena Kos und Dejan Kovacevic von Gastgeber Wire, stellten die App und ihre neue Ende-zu-Ende-verschlüsselte Bot-API vor.

Bots und Datenschutz

Wenn man sich überlegt, dass Bots Gesprächsverläufe und Nutzungsstatistiken anvertraut und wofür Bots in Zukunft genutzt werden könnten, lohnt es sich die Gedanken auf das Thema Datenschutz zu richten. Genau das ist auch die Kernkompetenz von Wire: der Datenschutz. Um nicht nur die Gruppenkonversationen, die auf dem Messenger immer verschlüsselt sind, sicher zu machen, sondern, um auch den sicheren Datentransfer zwischen Nutzern und Unternehmen zu ermöglichen, hat Wire eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Bot-API entwickelt. Der Chat-Bot, der an diese Schnittstelle anschließt, kann dann beispielsweise mit Banken oder Krankenhäusern verschlüsselt kommunizieren. Dies ermöglicht den sicheren Austausch sensibler Daten. Anders als bei den meisten Messengern, hat bei Wire der Betreiber durch die Verschlüsselung keinen Zugriff auf Chatverläufe oder gesendete Dateien. Mit dieser Neuerung macht die Nachrichtenplattform einen großen Schritt in Bezug auf B2C-Kommunikation, da nun Nutzer und Unternehmen von den Sicherheitsvorteilen der App profitieren können.

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Quelle: Wire Swiss GmbH

Den Abschluss bildete Alan Nichol (CTO & Co-Founder bei Lastmile Technologies) mit einer Sneak-Preview einer Open Source API von LASTMILE. Dabei lud er das Publikum ein, mit ihm gemeinsam ein kleines Stück auf der Programmierkonsole zu schreiben. Wie begeistert und interessiert die Nachfragen auch waren, an diesem Punkt reichte mein Vorwissen nicht aus, um nachzuvollziehen welche Tipps und Tricks live präsentiert wurden.

Mein Resümee: Chat-Bots gehört die Zukunft

Trotz der leichten Verständnisprobleme fand ich die Konferenz sehr spannend. Es ist definitiv ein Privileg immer wieder in andere Themen abzutauchen, auf Entdeckungsreise zu gehen und Stück für Stück zu lernen, wie Dinge funktionieren. Im Verlauf des Abends wurde mir immer mehr klar, in wie viele Lebensbereiche die Bots integriert werden könnten. Vielleicht lag es an der inspirierenden Umgebung, vielleicht an der geballten Bot-Kompetenz, die sich in diesem Raum versammelt hatte, aber Chat-Bots, das war mir jetzt klar, sind nicht bloß eine Navigationshilfe zum nächsten Supermarkt: In ihnen steckt großes Potenzial und es gibt viele fähige Programmierer und Entwickler, die das erkannt haben. Jeden Tag werden durch innovative, kreative Ideen neue Funktionen hinzugefügt. Für mich ist klar: Die Chat-Bot-Technologie ist zukunftsweisend, allerdings unter Beachtung der digitalen Sicherheit.

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