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Juli 31, 2013

Es ist an der Zeit, die Tastatur gegen eine Hobelbank einzutauschen

Die Entwicklung von der PR-Beraterin zur Möbelbauerin scheint im ersten Augenblick, zugegebenermaßen, eine nicht wirklich konsequente Weiterführung des Berufes zu sein. Aber im Zeitalter, wo alles möglich ist, sollte auch ein Berufswechsel dieser „Art“ nicht mehr für große Verwunderung sorgen.

Seit 3 1/2 Jahren arbeite ich nun im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Angefangen als Volontärin bei einer PR-Agentur in Marburg, bin ich schließlich seit 1 ½ Jahren zunächst als Trainee und inzwischen als Beraterin bei Mashup Communications tätig. Eine Zeit, die mich durch unterschiedlichste Lebenslagen begleitet und zu einem Mitglied der Mashup Familie werden lassen hat. Doch hat sich neben den spannenden Aufgabenfeldern bei Mashup immer wieder so ein Klopfen im Rücken bemerkbar gemacht, dem ich auf den Grund gehen musste. Wer klopft da? Was klopft da? Und warum? Bin ich überhaupt gemeint oder hat sich da jemand in der Tür geirrt? In den letzten Monaten hab ich mich schließlich getraut, die Tür einen Spalt zu öffnen, und in den letzten Wochen habe ich den Klopfer dann tatsächlich herein gelassen. Um euch nicht weiter auf die Folter zu spannen, benenne ich einfach mal den „unerwarteten“ Gast. Er heißt MADEVA. Nein, das hat nichts mit „mad Eva“ zu tun, sondern fügt meine spanischen Wurzeln in Form des Wortes Madera = Holz und meine Wenigkeit „Eva“ zusammen und ist der Name meines zukünftigen eigenen Business.

Und so ging es los mit den Holzbrettern, die die Welt bedeuten

Schon als Kind hab ich den Duft von Sägespänen geliebt, habe lieber gebastelt als mit Puppen zu spielen und bei den heimischen Werkarbeiten begeistert mitgezimmert. Nach dem Abitur hab ich schließlich konkret mit dem Gedanken gespielt, eine Tischlerlehre zu machen, besaß jedoch leider nicht den Mumm, in diesen bis heute leider immer noch sehr männerdominierten Beruf Fuß zu fassen. Nach Studium, Volontariat und ersten Berufserfahrungen kann ich inzwischen aber behaupten, dass das kein Grund mehr für mich darstellt. Und ich danke meinen Eltern, die mir die Idee, mich direkt nach dem Abitur mit meinen künstlerischen Ideen selbstständig zu machen, vehement aus dem Kopf geschlagen haben. Sammle erst mal Erfahrungen, hieß es. Weise, weise. Jetzt sind neun Jahre vergangen und ich habe in diesem Sommer, nach reiflicher Überlegung, entschlossen, meinen lange in mir schlummernden Traum umzusetzen und die Tastatur gegen eine Hobelbank und das Büro in Mitte gegen eine Werkstatt in Kreuzberg einzutauschen. Mit MADEVA werde ich für alle, die nicht nur von IKEA Möbeln umgeben sein wollen, Holzunikate herstellen. Angefangen bei einem selbst konfigurierbarem Nachttisch aus alten Getränkekisten über Holzmobiles für Kinder bis hin zu Woodpix, bei denen Foto-Holzliebende die Möglichkeit haben, mir eine Fotodatei zu schicken, die ich schließlich auf Holz arbeite. Und dies ist nur ein Ausschnitt meiner im Moment grenzenlos scheinenden Ideenwelt.

Die Entscheidung ist mir schlussendlich leicht gefallen, denn ich habe bei Mashup Communications in beruflicher Hinsicht unglaublich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und konnte meine Persönlichkeit so entwickeln, dass ich jetzt eben das nötige Selbstbewusstsein habe, welches für die Verwirklichung meiner eigenen Idee zwingend notwendig war/ist. An dieser Stelle möchte ich Miriam und Nora für ihr Gehör, ihre Tipps, Widerworte und Knuddeleinheiten noch mal im Besonderen danken!

Liebe Mashies, die Zeit mit euch war, um es mit Julias Worten zu beschreiben, ganz zauberhaft. Keine Ellenbogenkämpfe, keine Neider, kein Getuschel – eine Zusammenkunft von kreativen Köpfen und Strategen, die beste Arbeit leisten und das Wort Team ganz groß schreiben. Unsere unzähligen witzigen Momente, ohne dabei die Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren, unsere gegenseitige Unterstützung, ohne dabei zu vergessen selbst in die Puschen zu kommen, unsere mittäglichen Ausflüge zu REWE und die sterneküchenverdächtigen Gerichte, die dabei rauskamen, die leckere Arrabiata oder Amatriciana von Gegenüber, die Musik aus dem White Trash, der Geruch nach Zwiebeln, der einem manchmal den eigenen Riecher Richtung Achselhöhle wandern ließ, um dann beruhigenden Gewissens festzustellen, dass die White Trash Burger dafür verantwortlich sind, Herr Puppinger, der für weitere olfaktorische Highlights zuständig war, die täglichen Live Performances des weiblich wahr gewordenen Helge Schneiders, die Zwinkereinheiten von links, die aufmunternden Blumen via Skype, der Prosecco freitags um fünf, die bezaubernde Frau ADAM im gläsernen Office und die vielen exzellenten Musiktipps. All das, um nur einen Bruchteil zu nennen, werde ich nie vergessen. Ich hatte nicht nur tolle Arbeitskollegen, sondern habe auch neue Freunde gewonnen.

Jetzt mögt ihr denken, dass ich etwas zu sehr von der Sonne gebraten zu sein schien, als ich die Entscheidung getroffen habe, die Mashie-Familie zu verlassen. Aber was soll man tun, wenn einem da jemand permanent in den Rücken klopft?

Ich bin überglücklich und dankbar für die wunderbaren 1 ½ Jahre bei den Mashies, aber ebenso glücklich macht mich das Bewusstsein, dass das Team durch die (Hobel-)Bank hinter meinem Vorhaben steht, mir den Rücken stärkt und mir mit keinem Wort Unverständnis entgegen bringt. Meinem wunderbaren privaten Umfeld habe ich zu verdanken, dass ich keine Angst vor der Zeit ab dem 1. August habe, sondern den nötigen Respekt und große Vorfreude.

Hobeln kann jeder, aber der eine macht Bretter, der andere Späne und ich versuch es jetzt mal mit den Brettern. J Ich halte euch auf dem Laufenden, wir sehen uns in der Werkstatt, und drückt mir die Daumen, dass ich in einem Jahr zehn Bier nicht mit acht Fingern bestelle!

Alles, alles Liebe, Eure Eva <3

Das ist das :)

Foto: Phil Gradwell CC BY 2.0

Eva Wimmer

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