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November 5, 2013

Der große PR-Kampf: Agentur vs. Inhouse

Sobald Startups beginnen wollen, professionell zu kommunizieren, gilt es zunächst eine entscheidende Frage zu beantworten: Greift man auf die langjährige Expertise einer externen Agentur zurück oder investiert man direkt ins eigene Team und stellt einen internen Fachmann ein? Wir haben einen kleinen Battle organisiert und zeigen die Vor- und Nachteile beider PR-Formen im Überblick.

Gong! Der Kampf ist eröffnet und beide Kontrahenten steigen in den Ring.

Runde 1: Expertise

Ob Inhouse oder Agentur, Voraussetzung für eine erfolgreiche und zielgerichtete PR sind umfangreiche branchenspezifische Kenntnisse. Im Falle der Inhouse-PR ist es in jedem Falle „lebenswichtig“ für das Unternehmen, über einen gut und vor allem umfassend ausgebildeten Experten zu verfügen. Denn letztendlich hängt der Erfolg wesentlich vom seinem Know-How und seiner Fähigkeit ab, sich schnell in die Unternehmensstruktur und interne wie externe Projekte und Arbeitsprozesse einarbeiten zu können. Die erfolgreiche Integration ins Unternehmen stellt hier wohl einerseits eine große Herausforderung, andererseits aber auch einen großen Nutzen dar. Durch den unmittelbaren Kontakt zu den Mitarbeitern, die kurzen Kommunikationswege und die direkte Einbindung in den Unternehmenskontext erhält der Experte einen umfassenden Ein- und Überblick über Unternehmensziele und sitzt an der Quelle spannender PR-Themen. Zudem kann er fachspezifische Kenntnisse an Mitarbeiter anderer Abteilungen weitergeben und somit intern zur Weiterbildung und Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens beitragen. Schwierigkeit: Ein Experte, der qualitativ allen fachlichen Anforderungen gewachsen ist, muss auf dem Markt erst einmal gefunden und für das Unternehmen gewonnen werden – gerade Startups sind dabei nicht für alle Kommunikationsprofis die erste Wahl.

Eine PR-Agentur hingegen fährt direkt mit einem ganzen Stab an Experten mit individuellem Fachwissen auf und ist somit für ein breites Themenspektrum gewappnet. Durch das Aufeinandertreffen verschiedener Erfahrungshorizonte, die Möglichkeit zum Ideenaustausch und der Zusammenarbeit der einzelnen Fachkräfte miteinander können Arbeits- und Kommunikationsprozesse optimiert und Projekte somit effektiver angegangen werden. Durch Erfahrungen mit früheren Kunden, wissen die PR-Profis in den meisten Fällen direkt, welche Strategien Potenzial haben und wovon PR-technisch eher abzuraten ist, können Unternehmen dahingehend beraten und von Beginn an Ergebnisse erzielen. Auch aktuelle Trends der Branche werden im Agenturalltag schnell aufgegriffen. Letztendlich bedeutet dies, dass Agenturen meist flexibel und effizient arbeiten und sich stets den individuellen Bedürfnissen des Kunden anpassen können. Einziges Manko: Damit die Agentur effektiv arbeiten kann, ist sie auf den regen Austausch mit dem Unternehmen angewiesen. Startups müssen sich demnach im Klaren sein, dass sie zur Betreuung der Agentur Kapazität einplanen müssen, um sie stets mit allen relevanten Themen zu versorgen, Dokumente abzustimmen und Strategien zu koordinieren.

Runde 2: Effizienz

In der zweiten Runde des Kampfes zwischen Agentur- und Inhouse-PR geht es um die Frage nach Kapazität und Effizienz. Gerade was den Kosten- und Zeitaspekt angeht, sollten sich vor allem junge Unternehmen überlegen: „Was kann ich alleine leisten und lohnt sich das überhaupt für mich?“ Fakt ist: Nicht in jedem Unternehmen mach es Sinn, extra jemanden für die PR einzustellen. Durch die Auslagerung der PR-Arbeit an eine Agentur können sich aufstrebende Jungunternehmen besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und dabei das Experten-Gehalt einsparen. Gerade auf Startups spezialisierte Agenturen bieten individuelle Budgets an, die sich nach den Möglichkeiten und dem tatsächlichen Bedarf des Unternehmens richten.  Ein Nachteil kann lediglich sein, dass die Kommunikationswege zur Agentur real länger sind als im Falle des Inhouse-Experten. Allerdings lässt sich diesem Manko durch die Verfügbarkeit auf allen Kanälen (Mail, Telefon, Skype etc.) leicht entgegenwirken.

Stehen viele Kommunikationsziele an, bietet der Experte innerhalb des Unternehmens natürlich den Vorteil, dass er mit einer kompletten Stelle zur Verfügung steht. Sollen viele Projekte gleichzeitig gefahren werden und ist die ständige, direkte Kommunikation mit dem Verantwortlichen gewünscht, kann sich die Bezahlung eines internen PRlern also durchaus lohnen.

Runde 3: Feedback

Unternehmerisches Selbstbewusstsein und Eigenmotivation haben noch niemandem geschadet. Und verfügt man dann noch über ein erfolgreiches Konzept, sehen die wenigsten einen Sinn darin, etwas zu verändern. Dennoch, ob erfolgslos oder erfolgreich, es ist immer von Vorteil, seine Arbeit kritisch zu reflektieren und zu hinterfragen. Schlüsselwort: Konstruktive Kritik. Den Mut aufzubringen, Kritik offen und ehrlich anzusprechen kann allerdings gerade für Mitarbeiter schwierig sein.

Im Kampf Agentur vs. Inhouse punktet hier deshalb die Agentur, die den unabhängigen und professionellen Blick von außen liefert. Von ihrer neutralen Position aus kann sie konstruktive Kritik äußern, Verbesserungsvorschläge machen, Tipps für die Zukunft geben und kreativen Input leisten, ohne intern von subjektiven Meinungen vorbelastet oder beeinflusst zu sein.

Runde 4: Kontakte & Vernetzung

Letzte Runde. Die Spannung steigt. Wer wird das Rennen machen? Die Kontrahenten stehen sich im Ring gegenüber und mit einem gezielten Schlag bringt die Agentur seinen Gegner zum Wanken. Denn sie hat noch ein Ass im Ärmel: ihre Kontakte.

Wichtige Kontakte und die gute Vernetzung in der Branche sind wie die Nervenzellen im Gehirn eines Menschen. Ohne sie geht nichts: Kein Informationsfluss, kein Ideenaustausch, kein Lernprozess und somit keine Weiterentwicklung, nur Stagnation. Das Prinzip „Vitamin B(eziehungen)“ beweist sich bekanntlich bis heute und ist vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht immer noch „überlebenswichtig“.

Hier hat die Agentur in den meisten Fällen die Nase vorn, da sie durch ihre Mitarbeiter nicht nur über ein langjährig aufgebautes und gepflegtes Redakteurs- und Branchennetzwerk verfügt, sondern darüber hinaus auch auf professionelle Medien-Datenbanken zurückgreift. Arbeitet man Inhouse als Einzelperson, muss solch ein Netzwerk erstmal geschaffen und anschließend aufrechterhalten werden. Der Zukauf einer Medien-Datenbank macht hier finanziell meist keinen Sinn.

Kampfauswertung: Mit vereinten Kräften zum Erfolg

Das war ein fairer Kampf mit fairen Gegnern. Gerade für junge Unternehmen geht die Agentur mit vielen Vorteilen, individuellen Budgets und Kapazitäten als Sieger aus dem Kampf hervor. Aber auch der Inhouse-Experte ist natürlich eine große Hilfe und kann sich durchaus behaupten.

Warum sich also bekämpfen, wenn man sich leistungstechnisch auf Augenhöhe befindet? Aus unserer Sicht kämpfen beide Welten am besten Seite an Seite für den Unternehmenserfolg. Da Agenturen stets auf den Input der Unternehmen angewiesen sind, funktioniert die Zusammenarbeit am besten, wenn es einen ständigen Ansprechpartner auf Unternehmensseite gibt, der sich um die Koordination kümmert. Gerade Gründer sind hier häufig sehr bemüht, haben im stressigen Alltag oft aber schlichtweg keine Zeit, auch noch die PR zu managen – hier ist eine interne PR-Schnittstelle die ideale Ergänzung.

Autorin: Anne Gaffrontke

Bildquelle: Kate Gardiner CC BY -NC 2.0

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