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April 1, 2014

Bloginterview – 10 Fragen an “BEAUTYCALYPSE”

1. Erst einmal die Fakten: Wie heißt du, wie heißt dein Blog und worum geht es dort?

Ich bin Nath Fedorova; meine Seite heißt BEAUTYCALYPSE.com.

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Unter dem Motto „A Quest for Ethical Excellence: Uniting Brands & Consumers for a Clean, Healthy, Tox-Free Ethical Life“ geht es dort genau darum – auf dem aktuellsten Stand zu sein und eine Balance zu finden zwischen Wirtschaftlichkeit, Genuss und Ethik. Frei nach Anton Tschechow: Alles am Menschen muss schön sein, sein Äußeres und seine Gedanken.

2. Warum hast du ihn gegründet?

Seit frühem Teenageralter interessiere ich mich für Forschung zu Gesundheit und Leistungsfähigkeit, zu ausgewogener Ernährung, Prävention und zur Belastung durch Toxine im Alltag. Dazu muss ich sagen, dass ich einen beruflichen Hintergrund in der Software-, Online- und Verlagsbranche habe, mit Fokus auf Markenkommunikation. Und gerade in diesem aufregenden, schnellen, aber auch stressigen Umfeld bin ich bei meinen Mitmenschen schnell zur „grünen Anlaufstelle“ geworden.

Irgendwann wurde mir klar, dass trotz der großen Welle, die der Öko-Lebensstil schlägt, auch medial, überraschend viele Menschen in Unkenntnis und dabei absolut empfänglich und interessiert sind. Dabei fand ich mich bei keinem grünen Blog oder Magazin wieder – und viele meiner Freunde auch nicht.

BEAUTYCALYPSE wäre übrigens um ein Haar nicht entstanden, da ich nicht bloggen, sondern ein Buch mitsamt dazugehöriger App schreiben wollte! =) Ich bin froh, dass es anders kam.

3. Was zeichnet deinen Blog aus, was unterscheidet ihn von anderen?

Also zunächst ist es wohl, dass ich nicht Konsument-gegen-Marke arbeite oder einfach nur „grüne“ Produkte vorstelle, die gerade hip sind. Ich zeige vielmehr auf, wie und warum ich mich für bestimmte Produkte oder gegen gewisse Inhaltsstoffe entscheide. Und ich möchte Marken davon überzeugen, dass Ethik und Wirtschaftlichkeit heutzutage unbedingt einhergehen – und dazu gehört auch ein frei von Hysterie aufgeklärter Verbraucher, transparente Kommunikation, giftfreie und faire Produktion und auch eine clevere Nutzung der digitalen Technologien.

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Zum anderen liegt es wohl an meiner persönlichen Sicht der Dinge. Die langjährige Beauty-Insiderin, der Computer- und der Bildungsnerd, die Digital Native, die überzeugte Vegetarierin, die eingefleischte Ästhetin, der Copywriter, der Kommunikationsprofi, die Leseratte, die Biker-Braut und der Gamer mit Hang zu düster-dunkel-postapokalyptischem Style und schwarzem Humor, das bin alles ich ;) Aber ich bin eben kein klassischer Öko, kein Hippie, kein Yogi, kein „tree hugger“ Typ.

Das beeinflusst natürlich meinen Stil, und so finden bei mir Leute zu grünem Lifestyle, denen er sonst am Wurzelchakra vorbei ging. BEAUTYCALYPSE ist für sie zugänglich und faszinierend, da konsequent. Schwache grüne Produkte interessieren mich genauso wenig wie schicke „grüngespülte“.

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4. Wie viel Zeit investierst du pro Woche in deinen Blog?

Maximal viel und extrem unterschiedlich! ;)

Mindestens zwei-drei Stunden täglich sind es definitiv, und täglich ist dabei wörtlich gemeint.

5. Was ist dein liebstes Blogger-Tool?

Plattformseitig bin ich ein erklärter WordPress-Fan, ob .com oder .org. Softwareseitig schwöre ich beim Planen/Schreiben auf Scrivener für Mac, davon könnte ich 24/7 schwärmen; Bildbearbeitung läuft mit Adobe Photoshop. Und wo wäre man heute ohne die Google Webmaster Tools? Außerdem bin ich derzeit von Medium fasziniert.

6. Wie viele Klicks erhältst du so am Tag und wie baust du Reichweite auf?

Eine Reichweite-Strategie will ich erst dieses Jahr auf die Beine stellen. Ich war sehr neugierig, herauszufinden, wie weit es ein Blog in der heutigen überfüllten Landschaft bringt, der keine klassischen Promo-Tools nutzt.

Und das hat mich selbst überrascht. Monatlich habe ich derzeit >5.000 Uniques, Tendenz steigend. Und das erst nach einem Jahr – und ohne andere „Promotion“ als guten Content.

7. Wie verdienst du dein Geld?

Ich bin unabhängiger Digital Brand Strategist und mehrsprachiger Copywriter, spezialisiert auf Lifestyle und Luxus-Marken. Und in 2014 werden wohl auch BEAUTYCALYPSE-Themen Einzug in meinen Day Job halten, was mich ungemein freut.

8. Wann ist ein Gastbeitrag von kommerziellen Anbietern spannend für deinen Blog?

Nie. BEAUTYCALYPSE ist und bleibt werbefrei.

Spannend sind Anfragen zu Vorträgen, Workshops, Events und gemeinsamen Projekten mit „grünen“ Brands oder aber mit Unternehmen, die auf eine moderne Art grüner werden wollen. Ich würde zum Beispiel unglaublich gern deutschen Öko-Beautymarken helfen, in Sachen Internet & Social Media genauso großartig zu sein, wie bei ihren Produkten! Denn so mancher Webshop, so manche Facebook-Seite wirkt schon sehr traurig.

9. Welche Blogs liest du selbst am liebsten?

Ich lese querbeet; deutsche, britische, amerikanische, französische und russische Blogs – Literatur, Satire, Kunst, Food, Sport, Games, Tech, Motors, Art, Design… im Prinzip fast alles außer Mutter & Kind und Streetstyle Fashion. Es sind sehr, sehr, SEHR viele. Deshalb schaue ich für Euch mal nach der Top Five in meinen Verlauf von heute morgen…

Faszinierend: Die kompromisslose Ästhetik von Ivania Carpio.

Alternatives Mittelalter kommt jeden Montag auf dem Run Freak Run Webcomic zum Leben, und im dazugehörigen Blog plaudern die Autoren, Concept Artists bei einem Game-Studio, aus dem Tuschekästchen.

Für Zweirad-Praxistipps besuche ich Fraukes Frauen Motorradblog oder ihr Webzine Fembike.

Ich lese sehr gern, wie die US-Foodbloggerin Vani alias Food Babe ihre Mitbürger über Essen aufklärt.

Und erst vor Kurzem habe ich den französischen Blog Chaudron Pastel, zu Deutsch „Pastellfarbener (Hexen)Kessel“, entdeckt – vegetarisch-vegane Rezepte, wunderschöne Fotografie.

10. Der wichtigste Tipp an Unternehmen, die Blogger-Relations aufbauen wollen?

Der Markt ist heutzutage ja überall recht gesättigt, ob auf Bloggerseite, ob auf Markenseite. Deshalb lohnt es sich, genau zu schauen und Blogger/Blogs für eine nachhaltige Zusammenarbeit gezielt auszusuchen und zu gewinnen.

Ich sage gern: Die Welt hat sich nicht wirklich verändert. Das tiefe Bedürfnis, Dinge zu verstehen, sich mit anderen auszutauschen und sich mitzuteilen, ist in uns allen seit jeher verankert. Aber wir haben heute viel bessere Tools dazu ;)

Diese Tools beherrschen jedoch nicht alle gleich gut. Und diesen Vorteil sollten Unternehmen am besten gestern für sich nutzen: Jeder Blogger, der es wert ist, freut sich sehr über ein Gegenüber auf Unternehmensseite, das die digitale Welt wirklich versteht. Und das ist auch 2014 nicht so oft der Fall, wie man sich das denkt.

Deshalb gilt nach wie vor: Entweder man hat ein großes Budget und nimmt die Masse mit, oder man trumpft mit Expertise vor Streuung. Es zeugt ja auch von Glaubwürdigkeit, wenn passionierte Parfumkenner, Fashionistas, Sportler, Reiseblogger, Foodies usw. eine bestimmte Marke unterstützen, weil sie zu ihnen passt. Individuelle Blogger – anders als z.B. Blogzines mit vielen Autoren, einem Millionenpublikum, einem ausgeprägtem Werbeteil und tausendfach Banner- und Sponsored Content – sind doch eher als Testimonials für Werbetreibende denn als reine Werbeträger zu verstehen.

Bloggen ist in anderen Ländern wie den USA eine profitable und für ihre Kreativität, Qualität und Innovation respektierte Branche. In Deutschland hingegen ist dafür auf Seiten der Unternehmen und auf Seiten der Blogger, wie es so schön heißt, „viel Potential“.

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