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Dezember 22, 2015

Design-Kondome und Spenden per App – Das sind unsere Startups des Jahres 2015

Ob innovative Produkte, lang herbeigesehnte Dienstleistungen oder gemeinnützige Projekte – spätestens seit dem Top-Gründungsjahr 2014 wissen wir, dass Deutschland sehr wohl ein Land kreativer Unternehmensideen ist. Auch 2015 kamen viele gute Ideen ans Licht der Öffentlichkeit. Die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten – höchste Zeit also, die Ergebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen. Große Visionen, wie das Besiegen des Welthungers oder der Durchbruch der Switching Economy, haben sich auf jeden Fall einen Platz in unserer Liste der fünf interessantesten Startups verdient. Vorhang auf!

Das faire Kondom: Einhorn

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„Warum müssen Kondome im Supermarkt zwischen Tampons, Binden und Tierfutter stehen? – Geht das nicht ein bisschen mehr sexy?“  Mit dieser Frage begann die Idee hinter den fair produzierten Einhorn-Kondomen. Die Gründer Waldemar und Philip starteten erst im März ihre erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne und waren nach ihrem Auftritt im Hasenkostüm bei der „Höhle des Löwen“ auf VOX in aller Munde. Das fair produzierte Kondom aus nachhaltig angebautem Kautschuk unterscheidet sich vor allen Dingen durch das individuelle Design der Verpackung von der Konkurrenz. Statt in den üblichen Plastikhüllen, kommen die Einhorn-Kondome in durchgestylter Designtüte daher. Die ganz besondere Firmenphilosophie zieht sich durch das gesamte Konzept: Als Waldemar und Philip von einem Konkurrenten verklagt wurden, weil ein Schriftzug auf der Tüte falsche Erwartungen der Verbraucher suggeriere, rief Einhorn prompt zu einer Demo auf dem Pariser Platz auf und machte damit Schlagzeilen. Wir sind gespannt womit die Jungs uns im nächsten Jahr noch so überraschen!

Kaufen war gestern: byebuy

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Bei seinem Umzug von London nach Berlin kam Gründer Michael Cassau die Idee zu byebuy. All die Dinge, die er neu kaufen musste, wird er in einigen Jahren weder nutzen noch besonders lohnenswert weiterverkaufen können – schnelllebigen Trends und einem stetigen Werteverlust sei Dank. Seit im April byebuy gegründet wurde, geht das auch kosteneffizienter. Das Prinzip ist einfach: byebuy kauft Elektrogeräte für seine Kunden und diese können die Geräte dann auf Abruf nutzen, solange sie möchten. Das On-Demand-Prinzip, das sich auch längst schon bei Filmen, Serien und Musik durchgesetzt hat, trifft Michael Cassaus Meinung nach, den Zahn der Zeit. Dieses Potenzial erkannten unter anderem auch die Commerzbanktochter Main Incubator, Rocket Internet und Seedcamp: Eine Million Euro wurde in das Startup investiert. Mit dieser finanziellen Unterstützung soll es nun auch auf den US-amerikanischen Markt gehen. Wir dürfen also gespannt sein und drücken byebuy die Daumen!

Aus der Küche des Lieblingsitalieners vor die Haustür: Deliveroo

Essen bestellen von zuhause aus? „Nichts Neues“ werden die meisten jetzt denken. Stimmt auch, aber die Idee von Deliveroo ist eine andere: Die Fahrradkuriere des Startups bringen nämlich nicht wie das obligatorische Pizzataxi das Essen vom Lieferservice zu uns nach Hause, sondern holen die Gerichte bei hochklassigen Restaurants ab und bringen es uns zur Wohnungstür. So können wir im heimischen Wohnzimmer oder in der Mittagspause im Büro die Gerichte unseres Lieblingsrestaurants genießen, ohne dass diese einen eigenen Auslieferer beschäftigen müssen. Gegründet wurde der Premium-Lieferservice im Jahr 2013 in England. In Deutschland startete Deliveroo im April dieses Jahres zunächst in München und Berlin. Dort trifft man bei einem Stadtspaziergang um die Mittagszeit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einige fleißige Lieferanten der Fahrradflotte von Deliveroo, die durchschnittlich innerhalb von 30 Minuten die frische und noch heiße Mahlzeit an Büros und Privatwohnungen liefert. Wir jedenfalls wünschen uns, dass im kommenden Jahr noch mehr Städte in den Genuss kommen können!

Koffein für alle: Koawach

Ob Bohnen, Kapseln oder Pads: Kaffee gilt als unangefochtenes Lieblingsgetränk der Deutschen und wird im Durchschnitt sogar mehr getrunken als Wasser. 77 Prozent der Deutschen gönnen sich morgens eine Tasse Kaffee um fit zu werden. Aber was ist mit den verbleibenden 23 Prozent? Fakt ist: Den Geschmack von Kaffee mag nicht jeder. Für all jene haben Heiko Butz und Daniel Duarte Koawach entwickelt. Eine Trinkschokolade mit belebendem Guarana, die es in verschiedenen Sorten wie Zimt-Kardamom, Edelbitter oder Chili gibt. Kurze Zutatenlisten, 100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe und ein fairer Handel zeichnen das Produkt in dem hübschen Papiertütchen aus. Das 2013 gegründete Unternehmen schaffte es mit dem Produkt in diesem Jahr in die Regale großer Supermarktketten und erhielt durch den Auftritt der beiden Gründer bei der „Höhle des Löwen“ im Oktober eine Investition über 120.000 Euro von Jochen Schweizer.  Wir werden diese Idee auf jeden Fall mit dem Kauf der leckeren Schokokreationen unterstützen!

Essen teilen per Klick: ShareTheMeal

Ein Startup mit großen Visionen: Sebastian Stricker und Bernhard Kowatsch wollen den Welthunger beenden. Hunger, so die Gründer, sei das „größte lösbare Problem der Welt“. Lösbar deshalb, weil er sich beseitigen ließe, wenn jeder auch nur Kleinbeträge spenden würde. Das Welternährungsprogramm der vereinten Nationen lieferte die entsprechenden Zahlen: 40 Cent kostet es, ein Kind einen Tag lang zu ernähren. Diesen Betrag kann man über die von den beiden Gründern entwickelte App per Smartphone-Klick spenden. Die Mahlzeiten werden daraufhin vom United Nations Food Program verteilt. Die Berliner gründeten die soziale Innovation im Jahr 2014, der Launch der App erfolgte im Juni dieses Jahres. Die Idee überzeugte offenbar: Mehr als 100.000 Downloads wurden innerhalb der ersten sieben Tage nach dem Launch verzeichnet. Mithilfe der App wurden bereits über eine Million Mahlzeiten an hungernde Kinder in Schulen verteilt, die vor den Zuständen in Syrien nach Jordanien geflohen sind. Dank ShareTheMeal können die Kinder sich auf den Unterricht konzentrieren, anstatt auf einen knurrenden Magen. Wir finden: Eine tolle Idee!