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Mai 11, 2017

3 TED-Vorbilder für gelungenes Storytelling in Reden

Wir alle kennen diesen Moment in einem langen, zähen Powerpoint-Vortrag: Spätestens bei Folie 49 fällt es uns schwer, die Augen offen zu halten und nicht über die noch zu erledigenden Einkäufe nachzudenken. Aber es geht auch anders: Die TED Talk Conference ist die bekannteste Vortragsreihe der Welt. Dank ihrem Anspruch an Storytelling in Reden sind Themen wie Wissenschaft, Kunst und Unternehmensgründung spannender denn je. Was machen die Top-TED-Redner richtig, was uns so fasziniert zuhören lässt?

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Storytelling multimedial: Mit Vorträgen, die alle Sinne ansprechen

Der Vortrag von Joe Sabia handelt von dem deutschen Schriftsteller Lothar Meggendorfer, der mit seinen aufklappbaren Kinderbüchern die Bücherwelt Mitte des 19. Jahrhunderts revolutionierte. Meggendorfer wurde als Sohn des Königlichen Obertaxators Johann Nepomuk Meggendorfer und seiner zweiten Frau, Karoline von Sicherer, geboren. Er ging auf die Lateinschule, machte später ein Kunststudium und etablierte sich als Schriftsteller und Künstler. Ein ziemlich trockenes Thema finden sicher einige. Vermutlich hat Joe Sabia sich aber genau deshalb dafür entschieden. In seinem Vortrag geht es nämlich weniger darum, WAS er präsentiert, sondern viel mehr darum, WIE er es macht. Mit Hilfe seines Tablets und einer Leinwand haucht er dem schnöden Thema Leben ein und begleitet seinen Vortrag geschickt mit passender Musik, Videoclips, Bildern und Sound-Effekten. Sein Trick: Er visualisiert und emotionalisiert Informationen. Mit Hilfe des Einsatzes von multimedialer Technik zeigt er, wie man selbst einen Vortrag über ein weniger attraktives Thema zu einem Storytelling-Highlight machen kann. Die Reaktion seines Publikums bestätigt das. Also seid kreativ und schnappt euch für den nächsten Vortrag den Beamer, Musik und passende Clips und sprechet so die Sinne eurer Zuhörer an.

Praxis-Tipp: Damit er nicht im Chaos endet, muss ein multimedialer Vortrag gut vorbereitet sein. Überprüft deshalb sorgfältig, ob alle Dateien und Videos in der richtigen Reihenfolge und im abspielbaren Format sind.

Mit Witz zum Erfolg: Die humorvollsten Geschichten schreibt das Leben selbst

In Julia Sweeneys Vortrag „It’s time for ‚The Talk’“ erzählt sie von einem Gespräch mit ihrer achtjährigen Tochter, um das sich Eltern vermutlich am liebsten so lange es ginge drücken würden: das Aufklärungsgespräch. Julias Sprössling möchte etwas über die Vermehrung der Frösche wissen und stellt dabei einige sehr kluge Fragen. Als das Gespräch aus dem Ruder zu laufen droht, muss Sweeney zu einigen Notlügen greifen. Bei der Erzählung dieser Story setzt die Komödiantin eine Waffe ein, mit der sie garantiert die Zuhörer auf ihrer Seite hat: Humor! Das ist mit Sicherheit die Königsdisziplin des Storytelling, denn über diesen lässt es sich ja bekanntlich gut streiten. Sweeney jedoch erzählt das Gespräch so lebhaft und setzt sehr gezielt Dialoge zwischen sich und ihrer Tochter ein, dass die Lachmuskeln im Publikum im Dauereinsatz sind. Mit den Witzen und Pointen lässt sie die Zuhörer lebhaft am Gespräch teilhaben und macht sie so zu Insidern ihrer Geschichte.

Praxis-Tipp: Lasst die Finger von auswendig gelernten Witzen. Sie sind der Regel langweilig und wenn dann noch falsch erzählt, kann es richtig peinlich werden. Besser: Eine lustige Situation aus dem eigenen Leben oder eine witzige Geschichte aus dem Bekanntenkreis. Humor kann man zwar nicht lernen, aber eine Anekdote hat sicherlich jeder parat.

Empathie wecken: Berührende Momente bleiben im Kopf

Der Autor Jarrett J. Krosoczka beweist uns gekonnt, dass er nicht nur mit Hilfe von Stift und Papier, sondern auch auf der Bühne ein guter Storyteller ist. Gerade persönliche Erlebnisse können für eine Geschichte gezielt genutzt werden. So erzählt Krosoczka von seinem steinigen Weg hin zum Kinderbuch-Autor. Er steigt ein mit seiner schweren Kindheit: Die Mutter war drogensüchtig, den Vater kannte er nicht. So wuchs er bei seinen stark rauchenden, aber sehr liebevollen Großeltern auf. Trotzdem wurde schon früh sein Talent erkannt und gefördert, sodass er heute seinen Traum als Autor und Zeichner leben kann. Auffallend ist, dass Krosoczka beim Erzählen den roten Faden nicht verliert. Das ist ein wichtiges Element für nachhaltiges Storytelling. Und es ist natürlich sehr mutig, diese persönlichen Erlebnisse von sich Preis zu geben. Durch seine ehrliche Art zu erzählen erzeugt er aber so viele Emotionen beim Zuhörer, dass man mit ihm sympathisiert und sich mit ihm identifizieren kann. Das Storytelling-Geheimnis: Eine gute Geschichte braucht eine dramatische Entwicklung und emotionale Dynamik. Denn Geschichten, die Emotionen hervorrufen, binden den Zuhörer ein und wecken seine Empathie. Er kann sich eigene Rückschlüsse ziehen und überlegen, wie er reagiert hätte.

Praxis-Tipp: Versucht mit eurer Geschichte Empathie zu erzeugen. Wenn ihr beim Zuhörer Reaktionen wie Lachen, Weinen, Wut oder Furcht auslöst, dann habt ihr alles richtig gemacht.

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