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August 2, 2017

13 Fragen an Karla Paul von Buchkolumne

  1. Erst einmal die Fakten: Wie heißt du, wie heißt dein Blog und worum geht es dort?

Mein Name ist Karla Paul, ich bin im Jahr 1983 am Welttag des Buches geboren (23. April) und mein Blog bzw. meine sozialen Kanäle sind stets unter „Buchkolumne“ zu finden. Neben der eigentlichen Webseite, die leider aktuell nur sporadisch gepflegt wird, bin ich vor allen Dingen täglich auf Instagram, Twitter, Facebook und Pinterest zu finden. Ich schreibe, spreche, diskutiere seit 2006 online über Literatur und versuche möglichst viele Menschen fürs Lesen allgemein sowie tolle Bücher im Speziellen zu begeistern – unabhängig von Alter, Wohnort oder Genrevorlieben. Seit einigen Jahren darf ich dies auch im Fernsehen (ARD) sowie in diversen Magazinen (Flow, ARD Buffet Magazin, Thalia Stories uvm.) tun und erreiche somit über möglichst viele Medien möglichst viele Menschen und kann ihnen den für mich lebenswichtigen Luxus von Literatur näher bringen.

Karla Paul © Bob Sala

  1. In deinem Leben dreht sich alles um Literatur. Was machst du noch alles?

Neben den diversen Online- und Medienprojekten arbeite ich hauptberuflich als Verlagsleiterin für die Edel AG. Dies ist ein Hamburger Medienunternehmen mit diversen Verlagen, Plattenlabels sowie Film- und Entertainmentabteilungen. Mein Bereich ist Edel Elements, ein Unterhaltungsverlag mit allen Genres für Digitalliteratur mit aktuell knapp über tausend Titeln. Zudem kümmere ich mich unternehmensintern noch um die Förderung der Onlineaufstellung d.h. grundsätzlichen Digitalisierung der AG sowie der Unterstützung der Frauen z.B. durch Einbindung von Projekten wie „Female Future Force“. All diese Themen liegen mir auch außerhalb der Haupttätigkeit am Herzen, d.h. wenn ich nicht gerade arbeite, lese, schreibe, netzwerke oder (micro)blogge, halte ich Vorträge und/oder Workshops über all diese Themen und wie wir uns in Zukunft noch besser im Kulturbereich aufstellen können bzw. sollten und moderiere Lesungen (deutsch u. englisch) sowie weitere Literaturveranstaltungen. Am allerwichtigsten ist und bleibt aber als Basis, als Ausgleich, als Motivation das Lesen selbst, das stille Zurückziehen in geistige Welten – täglich im Idealfall mindestens 100 Seiten und damit durchschnittlich 3-5 Bücher pro Woche.

  1. Wie kamst du zu der Idee deines Blogs?

Während meines Mediendesign-Studiums in München sollten wir als eine von vielen Arbeiten eine einfache Webseite programmieren sowie möglichst viele Medien (Bilder, Videos, Audiomaterial etc.) einbinden. Das eigentlich theoretisch angedachte Projekt setzte ich dann praktisch um, mit meinem Lieblingsthema: ein Literaturblog inkl. Podcast mit Buchempfehlungen und Autoreninterviews. Ich hatte bereits seit meiner Jugend unfassbar viel gelesen und für unsere Regionalzeitung Besprechungen geschrieben sowie Autoreninterviews geführt – warum dies also nicht online eigenständig fortführen? Buchkolumne.de war geboren und existierte in der damaligen Form bis 2009 (bis zu meinem Einstieg als Redaktionsleiterin bei LovelyBooks.de) mit fast 400 Folgen und über 5.000 Abonnenten. Nach meiner eher einsamen Kindheit mit den literarischen Helden als Freunden und den Seiten als stete Begleiter öffnete sich im Netz für mich ebenfalls eine völlig neue Welt und es ist bis heute eine tägliche Bereicherung, sich mit Menschen weltweit über Literatur austauschen zu können. Inzwischen versuche ich jedes Medium so gut wie möglich für die Vergrößerung dieser Begeisterung zu nutzen, wie z.B. erzähle ich in den Instagram Stories vom Verlagsalltag oder gebe auf Facebook Live mit der ARD Buchempfehlungen oder aber twittere täglich kurz und knapp Neuigkeiten aus der Buchbranche.

  1. Wie hebst du dich von anderen Literatur-Blogs ab?

Tue ich das? Muss ich das? Die grundsätzliche Literaturvermittlung ist für mich stets der wichtigste Punkt. Es ging und geht mir nicht um eine besondere Sichtweise, Heraushebung eines speziellen Genres oder um die Einteilung in Unterhaltungs- oder ernsthafte Literatur. Ich lese, worauf ich Lust habe und das ist an einem Tag ein spannender Krimi und am anderen Tag ein politisches Sachbuch – ich traue dem Leser eine ähnliche Vielseitigkeit zu und denke, diese Authentizität ist wichtig für die Glaubwürdigkeit von Bloggern. Sicherlich habe ich inzwischen viel Hintergrundwissen, das ich vor zehn Jahren noch nicht mal im Ansatz hatte und schreibe, spreche, empfehle deswegen anders, aber weiterhin launisch und subjektiv. Das Angebot von Buchblogs ist inzwischen ebenso breit wie die des Buchmarkts, was mich sehr glücklich macht. So finden hoffentlich möglichst viele Bücher die entsprechenden Multiplikatoren und jeder Leser einen Blogger nach seinem Geschmack. Ich bezeichne mich gern als Literatur-Lobbyistin und wünsche mir hierbei keine Alleinstellung, sondern liebend gern Tausende, die ähnlich leidenschaftlich über Bücher sprechen, bloggen, twittern uvm.. In diesem Sinne: lies Gutes und rede darüber! #MakeBooksgreatagain

  1. Welche Blogs liest du selbst?

Ich lese keine Blogs, ich verfolge die Multiplikatoren auf ihren Kanälen und sammle mir dort meine täglichen Literaturneuigkeiten zusammen, ähnlich handhabe ich das auch mit Journalisten und spannenden Personen aus diversen Fachbereichen. Meistens habe ich nur zwischendurch kurz Zeit für die Netzwerke, speicher mir die Links dann schnell oder schicke sie mir als Email, um sie später in Ruhe nachzulesen.

  1. Dein Facebook-Kanal hat ziemlich viele Follower – wie hältst du deine Leser bei Laune?

Insgesamt folgen mir auf allen Kanälen knapp 100.000 Leser, auf der Facebook Fanpage sind es inzwischen fast 12.000. Ich versuche die Inhalte für jedes Netzwerk unterschiedlich und passend aufzubereiten – auf Twitter sehr sachlich, auf Instagram relativ privat, auf Facebook meist mit Grafiken. Trotzdem biete ich hier Inhalte aus dem gesamten Literaturbereich an und versuche stets etwas für Leser, Autoren, Verlage, Buchhändler und andere Blogger anzubieten. Das kann mal ein witziger Comic oder eine Verlosung sein, die hunderttausende Leser erreicht oder ein Fachartikel über Lektoren, der nur wenige hundert Leser erreicht – mir geht es wie in allen Bereichen um ein gutes Gleichgewicht und eine möglichst breite Darstellung des Literaturmarkts.

  1. Was macht eine gute Geschichte für dich aus?

Eine gute Geschichte unterhält und informiert mich gleichermaßen, sie fordert und fördert meinen Geist und mein Herz. Wenn sie gelungene Arbeit leistet, kann ich mich auch Jahre später noch an die Gefühle während des Lesens erinnern und welch Leere das Beenden hinterlassen hat. Ein herausragendes Buch erzählt jedem Leser eine andere Geschichte und eröffnet uns neue Welten, Emotionen, Charaktere, Zeiten, verschiedene Sachverhalte.

  1. Kooperierst du mit Verlagen?

Täglich erreichen mich knapp 3-4 Dutzend Emails von diversen Verlagen und Autoren bzw. Literaturprojekten, nur den wenigsten kann ich nachkommen – leider. Ich erhalte die Vorschauen sowie Leseexemplare und Kooperationsangebote, Lesungseinladungen etc., auch hier kann ich aus Zeitgründen nur einen kleinen Teil wahrnehmen. Wenn der Inhalt zu meinen Kanälen passt, veröffentliche ich eine Besprechung, eine Verlosung oder finde Platz dafür in diversen Medien. Die redaktionelle Arbeit wird nur über Rezensionsexemplare unterstützt, Marketingaktionen entsprechend deutlich gekennzeichnet. Für Medienauftritte, Veranstaltungsmoderationen sowie Artikel in diversen Magazinen erhalte ich vom jeweiligen Auftraggeber ein Honorar. Ich würde aber nie Werbung für ein Buch machen, dessen Inhalt mir nicht liegt. Aber ich bin natürlich auch in der glücklichen Lage, aufgrund meiner Haupttätigkeit unpassende Koooperationen ablehnen zu können. Mir ist diese Offenheit und Authentizität sehr wichtig und die Leser können jederzeit deswegen nachfragen, wenn sie sich unsicher sind. Für mein Empfinden schaden Blogger/Pressevertreter sich langfristig, wenn sie dies nicht entsprechend kommunizieren.

  1. Wenn man in seinem Leben nur ein Buch lesen kann. Welches sollte man lesen?

Die Gebrauchsanleitung für den Bibliotheksausweis. Danach kann man nämlich abertausende weitere Bücher lesen, super günstig und nachhaltig, online und offline.

  1. Welcher Autor ist dein liebster Storyteller?

Mein Mann. Bester Erfinder und Erzähler gruseliger, kreativer, fantastischer Gute-Nacht-Geschichten mit „Zu gut zum Einschlafen“-Garantie.

  1. Was ist dein Lieblingsgenre?

Literatur.

  1. Was muss eine Geschichte haben, damit du weiterliest?

Spannung auf diversen Ebenen. Spannende Handlung, spannende Charaktere, spannende Informationen – alles unabhängig vom Genre. Total subjektiv, manchmal tagesabhängig, ab und zu tauge ich mir selbst nicht als ordentliche Leserin. Aber das Leben ist zu kurz für das Durchhalten schlechter Storylines, also ran ans nächste Werk!

  1. Du schreibst auch selbst Bücher. Dein Tipp für jemanden, der ein Buch schreiben möchte:

Lesen. Schreiben, Leben, noch mehr Schreiben. Wiederholen. Jetzt.

 

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Beratung

Katharina Braun
Senior-Beraterin bei Mashup Communications

Ihr Motto ist: „Immer erst mal machen“, um dann mit einer gut durchdachten Strategie zum Ziel zu kommen. Mit Ehrlichkeit und Herz navigiert sie so Team, Kunden und Hund Mio durch den stürmischen Agenturalltag.