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September 17, 2019

Kampagnen-Check: Spotify for the ride

Wer kennt es nicht? Am Parkplatz angekommen, aber der Lieblingssong läuft noch. Bei laufendem Motor sitzen bleiben oder doch noch eine Runde um den Block drehen? Spotify kennt die Autofahrer und zeigt in seiner „Spotify for the Ride“-Kampagne auf humorvolle Weise verschiedene Parkplatz-Situationen, die alle unter der Frage stehen: „Ever let a song play out?“ Sei es auf dem Weg zum Essen in einem Restaurant, zum Anstoß eines Fußballspiels, zum Besuch bei den Eltern oder zum Ausliefern einer Pizza. In solchen Situationen ziehen wir manchmal skeptische Blicke auf uns und die Außenstehenden fragen sich bestimmt, was zur Hölle wir eigentlich noch im Auto machen. Doch genau wie der Sia Song „Elastic Heart“ im Spotify-Spot hat unser jeweiliger Lieblingssong eine anziehende Wirkung auf uns und lässt uns jeden einzelnen Ton fühlen. Zurück zum Pizzaboten: Wird die Pizza wohl noch warm geliefert werden? Seht selbst.

Spotify for the ride

Autofahren kann so schön sein

Spotify hat es definitiv mit seiner Musikplattform geschafft, eine Vielzahl an Menschen zu erreichen. Mit den Premium-Funktionen wie Offline-Playlists und dem einfachen Teilen von Liedern über sämtliche Social-Media-Kanäle deckt das Unternehmen alle gewünschten Funktionen ab. Die Musikvorschläge entsprechen dem eigenen Geschmack und führen bei vielen von uns zu tollen Neuentdeckungen. Im Gegensatz zum Radiohören kann ein Song zigmal wiederholt werden: Spotify macht es eben möglich.

Es wird gezeigt, dass Autofahren auch schön gestaltet werden kann und nicht nur tägliche, langweilige Routine sein muss. Die „Drive-Playlists“ werden schließlich auch kontinuierlich promotet. Der ein oder andere bekommt hier direkt Lust, sich eine neue Playlist zu erstellen – weil jeder die Songs kennt, die nicht aufhören sollen. Jeder kann sich somit einfach die eigene, perfekte Playlist erstellen. Auch für die Nicht-Autofahrer ist die Funktion, ohne Break über mehrere Devices zu hören, ein tolles Special. Das Lied, was morgens Zuhause auf dem Laptop lief, auf dem Arbeitsweg vom Handy einfach weiter hören. Musik ohne Grenzen sozusagen.

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Eine Out of Home-Kampagne on the road

Neben dem aus den USA stammenden Video wurden im Rahmen der „Spotify for the ride“-Kampagne auch riesige Aufsteller am Straßenrand bzw. über Highways hängend mit Plakaten geschmückt. Mit Sprüchen wie „The best thing to happen in cars since the stereo“, “Music for the open road. Podcasts for the open minds.” und “Teach your old stereo new tricks”. Die Platzierung der Plakate ist unfraglich richtig gewählt, denn sie erreichen die Zielgruppe in action – während der Autofahrt.  Mit den alltäglichen Geschichten aus dem Video und den Plakaten hat die Kampagne mit Sicherheit den ein oder anderen Autofahrer vom Radio zu Spotify wechseln und auf das breite Unterhaltungsprogramm zurückgreifen lassen. Zu den technischen Neuerung in unseren fahrenden Begleitern gehört nun also auch die Einbindung von Spotify im mobilen Soundsystem.

„Gelungener und runder Spot“ vs. „Es fehlt der WOW-Effekt“ – die Meinungen spalten sich

Was wir gut finden:

  • Der Spot holt die Autofahrer unter uns ab, denn wir drehen auch gerne mal eine Extrarunde, wenn der Song passt – wir können uns damit identifizieren
  • Die Zielgruppe „Autofahrer“ und die „Fahr-Erfahrung“ stehen im Fokus
  • Es geht um die Emotionalität, was Spotify und Musik bei den Usern bewirken
  • Die Marke wird nicht aufdringlich in den Vordergrund gestellt, daher wirkt sie durch den Spot sympathisch, denn die Musik steht im Rampenlicht
  • Die Szenen sind alle eine kleine Geschichte für sich
  • Hat Potential zum „Teilen“ auf Social-Media-Plattformen

Was noch schöner wäre:

  • Es fehlt ein wenig der „WOW“-Effekt und der Mehrwert – es ist nichts Neues
  • Welches Problem soll angesprochen, welches Bedürfnis gestillt werden?
  • Wir warten während des Videos auf einen Plot-Twist, aber da kommt nichts Unerwartetes
  • Aus dem Grund bleibt das Video nicht so lange im Gedächtnis
  • Verlängerung über weitere Kanäle fehlt uns und würde Sinn ergeben

Fazit also, der Spot ist süß, witzig und kommt gut an, da sich jeder in den Situationen wiederfindet und das Gefühl nachempfinden kann. Dennoch wäre es schön, wenn die Kampagne neben dem einen Video und den Out-of-Home-Plakaten über weitere Kanäle gespielt worden wäre. Aber vielleicht kommt das noch. Wir sind in jedem Fall gespannt, wie der nächste Spot aussieht. Und zu guter Letzt ein wohlgemeinter Tipp: Evtl. sollte sich der Pizzabote einen neuen Job suchen, wenn ihm die Arbeit so wenig Spaß macht, denn mit Kopfhörern hätte er das Lied ja auch beim Ausliefern noch weiter hören können.

Der letzte Kampagnen-Check hat die Mashies auch unterschiedlich begeistert. Da ging es allerdings nicht um Musik, sondern um Schlaf – mindestens genauso wichtig. Lest es hier.

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Storytelling Workshop Berlin

Beratung

Christina Schoof
Christina hat bereits mehrere Erfahrungen im Marketing sowohl im In- als auch im Ausland gemacht. Nach ihrer Zeit bei einem Startup erfüllt sie sich nun den langjährigen Wunsch, in das Agenturleben hinein zu schnuppern.