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Mai 14, 2020

Kampagnen-Check: Für unsere Heldinnen von Douglas

Die Kosmetik-Marke Douglas ist bekannt für ihre bunten und gute Laune versprühenden Werbespots. Im Mittelpunkt stehen Schönheits- und Pflegeprodukte, die das Leben der ProtagonistInnen versüßen. Doch dieses Jahr sieht es ganz anders aus. Im Zusammenhang mit der weltweiten Krise schlägt die aktuelle Kampagne der Parfümerie andere Töne an. Pünktlich zum Muttertag wird das Video „Für unsere Heldinnen“ veröffentlicht, das die Mütter als maskierte Heldinnen des Corona-Alltags feiert. Dabei werden Frauen aus Berufsfeldern gezeigt, die während der Pandemie eine besondere Rolle spielen. Wie der Muttertag in Zeiten von Corona von dem Beautyhändler inszeniert wird, seht ihr hier:

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Muttertag im Zeichen von Corona

Der Spot trägt mehrere Ausschnitte zusammen, die auf den Alltag vieler Frauen in Zeiten der Pandemie zutreffen. So zeigt eine Szene eine Hausfrau, die zu Hause die Schulbildung übernimmt. Auch eine Ärztin, die im Dauereinsatz gegen das Virus kämpft und abends endlich ihre Kinder sieht, findet im Werbespot ihren Platz. Die vermittelte Botschaft lautet dabei: Jede Mutter war und bleibt für immer eine Heldin. Auch über die Krise hinaus. Zusätzlich zu der Kampagne findet eine Spendenaktion statt. Jeder, der sich die Douglas-App herunterlädt, spendet gemeinsam mit der Kosmetik-Marke einen Euro an die Nothilfe „Aktion Deutschland hilft“.

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„Entweder die Mütter haben Tränen in den Augen oder sie fühlen sich veräppelt“

Was uns gefallen hat

  • Die aktuelle Krisensituation wird nicht einfach mit einem Beauty-Werbespot wegignoriert
  • Die Mutter steht im Mittelpunkt

Was uns nicht gefallen hat

  • Der Spot ist austauschbar, klischeehaft und bietet nichts Neues
  • Kein Storytelling
  • Die Spendenaktion ist zwar eine gute Sache, jedoch fehlt ein Hilfsangebot speziell für die Zielgruppe
  • Die Weiterführung der Kampagne auf Social Media ist zu schwach
  • Corona und der Aufruf zum Konsumieren passen nicht zueinander

Fazit: Und täglich grüßt das Murmeltier

Die derzeitige Lage lässt auch die Werbebranche nicht unberührt. Unzählige Marken wie Budweiser, American Airlines oder Vodafone haben uns bereits ihre Corona-Kampagnen präsentiert. Nun scheint das Publikum langsam übersättigt zu sein. So wirkt der Werbespot von Douglas wenig innovativ und austauschbar. Obwohl ein typischer Beauty-Spot ebenfalls mit dem erlebten Alltag der Zielgruppe aktuell nicht vereinbar wäre, holt uns die Muttertagskampagne emotional nicht ab. Der Film erzählt keine persönlichen Geschichten, die uns ansprechen, sondern zeigt stattdessen viele Ausschnitte, die durch die Sprecherstimme im Hintergrund eher entfremdet wirken.

Eine Spendenaktion, die sich direkt an die Zielgruppe Frauen richtet, wäre aus unserer Sicht ebenfalls sinnvoll und würde für mehr Authentizität in der Kampagne sorgen. Auch Storys von „echten“ Müttern, die ihren Alltag zeigen, würde in diese Richtung gehen und den Spot persönlicher gestalten. Die Einbettung auf sozialen Kanälen der Kosmetik-Marke bietet keinen zusätzlichen Content an.  Dort wird lediglich das Video geteilt und auf die Webseite von Douglas verwiesen, wo die NutzerInnen sich die App herunterladen können. Unser zusammenfassendes Urteil: Wenn die Marken die Corona-Krise in ihren Kampagnen aufgreifen, sollte auch ein neuer Bezug zum Thema hergestellt werden. Ansonsten laufen die Spots Gefahr, schnell in Vergessenheit zu geraten oder gar die alten Wunden aufzureißen.

In unserem letzten Kampagnen-Check haben wir uns mit einem Werbespot von Jack Daniel’s beschäftigt. Wie der Whiskey-Hersteller die Menschen in Zeiten von Social Distancing zusammen bringt, könnt ihr hier nachlesen.

Workshop

Storytelling Workshop Berlin

Beratung

Kristina Lauer
Als motivierte Sportskanone startet Kristina ihre Reise in die Welt der PR. Mit Spitzen-Ausdauer meistert sie die Strecke von einer Idee bis zur guten Geschichte.