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April 29, 2022

Brand Storytelling im April – Sea Shepherd, Cox, Lacoste, Soixante Circuits

Wenn Unternehmen oder Organisationen uns mit ihren Geschichten zum Lachen, Weinen oder Staunen bringen, haben sie vieles richtig gemacht. Jeden Monat stellen wir hier einige unserer liebsten Brand-Storytelling-Kampagnen vor. Jährlich findet am 22. April der Earth Day statt. Diesen Anlass nutzen sowohl Sea Sheperd als auch das französische Unternehmen Soixante Circuits, um auf die ökologischen Folgen unseres Konsumverhaltens aufmerksam zu machen. Den gesellschaftlichen Aspekten wenden sich hingegen Cox und Lacoste zu und adressieren mit ihren Kampagnen Zielgruppen, die eher selten im Rampenlicht stehen.

Sea Shepherd – Catch of the Day 2050

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„Meshed Mackerel“, „Netted Plaice“, „Stringy Shrimp” und “Ropey Lobster” – so könnten die Fischsorten heißen, die wir in 25 Jahren auf dem Markt erwerben können. Allerdings klingen „Netzmakrele“ und „Fadengarnele“ genauso ungenießbar, wie sie es auch sein werden. Denn diese Meerestiere bestehen aus Fischnetzen. Die Botschaft, welche die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd in der Kampagne „Catch of the Day 2050“ nach außen kommunizieren möchte, lautet: Stoppt die Überfischung der Meere. Bis 2050 ist es wahrscheinlicher, Fischnetze als tatsächliche Meerestiere zu fangen.

Der Clip reproduziert die Story eines Fisches von seinem Fang bis hin zum Verkauf am Marktstand. Erst kurz vor Schluss des Spots wird deutlich, dass hier kein lebendiges Tier angeboten wird, sondern fischähnliche Figuren aus Netzen. Der gesamte Kosmos rund um den Meeresfang wird viel thematisiert. Es geht dabei nicht nur um die Zerstörung eines Ökosystems, sondern auch um unser Konsumverhalten.

 

Cox – Project Convey

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Remote Work und Online-Unterricht etablieren sich zunehmend in der Arbeits- und Bildungswelt. Derweil die meisten Schüler:innen wieder in den Präsenzunterricht gehen, absolvieren Studierende weiterhin viele Kurse per Video-Call. Genauso verhält es sich mit Meetings, die im Job stattfinden. Während sich ein Großteil der Gesellschaft bereits an die Kommunikation via Chat und Video gewöhnt hat, bleiben die Folgen für Randgruppen regelrecht unbeachtet.

Die nonverbale Kommunikation ist beispielsweise für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung schwer interpretierbar. Bereits in einem gängigen Gespräch, bei dem sich die Personen gegenüberstehen, können sie Emotionen nur schwer lesen und verstehen. Die verstärkte Nutzung von Video-Chats und Textnachrichten ist für Personen aus dem Spektrum daher extrem problematisch.

Das Unternehmen Cox, welches Sicherheitslösungen für verschiedene technische Bereiche bietet, hat sich der Thematik angenommen. Unter dem Namen „Project Convey“ entwickelte das Team bewegliche Emojis, die verschiedene Stimmungen deutlich ausdrücken. Basierend auf dem Gesichtsausdruck, dem gesprochenen Wort und der Tonlage drückt der Smiley verschiedene Emotionen aus. Bereits in dem Clip ist zu sehen, wie die gezeigten Menschen aus dem Spektrum viel stärker mit ihrem virtuellen Gegenüber interagieren können.

Viele Firmen setzen sich mittlerweile dafür ein, eine inklusive Unternehmenskultur zu etablieren. Dabei klingt das meist leichter als gedacht. Unsere Head of Onboarding Julia hat in ihrem Blogpost fünf Learnings festgehalten, die wir bei Mashup auf unserem Weg zu mehr Inklusion mitgenommen haben.

Lacoste – Theo Curin

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Theo Curin war sechs Jahre alt, als ihm in Folge einer schweren Meningitis-Infektion beide Arme und Beine amputiert wurden. Ein knappes Jahr später begann er damit, Schwimmsport zu treiben. Anders als viele andere Kinder hatte Theo allerdings nie ein Vorbild, zu dem er aufschauen oder dessen Modemarke er anhimmeln konnte. Laut eigener Aussage, hätte es nie jemanden gegeben, mit dem er sich wirklich identifizieren konnte.

2016 und 2017 nahm Theo Curin in der Disziplin Schwimmen als jüngster Wettbewerber an den Paralympischen Spielen teil, bevor er 2021 den Titicacasee in elf Tagen durchschwamm. Das waren immerhin verrückte 122 Kilometer! Besonders durch diese letzte Aktion machte der junge Sportler weltweit auf sich aufmerksam – und auch Lacoste richtete sein Augenmerk auf ihn.

Gemeinsam mit der Modemarke entwickelte Theo Curin eine eigene Kollektion, die von jedem getragen werden kann, ob mit oder ohne physische Einschränkungen. So sind beispielsweise am Shirt-Kragen einfache Druckknöpfe befestigt und an den Ärmeln gibt es Schlaufen, die es auch Menschen mit Behinderung ermöglichen, selbige hochzukrempeln.

In dem Spot erzählt der Athlet seine bewegende Geschichte: Der Franzose ist der erste Parasportler jemals, der mit einer Luxusmarke gemeinsame Sache macht. Seine Leistungen und der Support dieser Kampagne lassen den kleinen Jungen von damals, der nie ein Vorbild hatte, jenes wichtige Idol werden, zu dem andere aufschauen können.

Soixante Circuits – IRL Trashcan

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Was sind die größten Umweltsünden, die wir begehen? Wem diese Frage gestellt wird, der denkt vielleicht an Punkte wie Massentierhaltung, Inlandflüge oder Atomkraftenergien. Weniger Beachtung hingegen findet der digitale Datenmüll. E-Mails, Cloud-Fotos oder auch Messenger-Nachrichten auf unseren Handys und Computern produzieren weltweit vier Prozent der Treibhausgase. Das sind in etwa so viel wie die zivile Luftfahrt. Da mussten auch die drei Creator:innen schlucken, die mit dieser Frage in der Vodafone-Kampagne „Digital CleanUp Experiment“ konfrontiert wurden.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen Klima-Problemen sind unsere virtuellen Papierkörbe schlichtweg nicht sicht- geschweige denn greifbar. Hier knüpft die Kampagne von Soixante Circuits an. Das Unternehmen setzt sich zum Ziel, mithilfe von Events und Erlebnissen die digitale mit der realen Welt zu verknüpfen. Also holten sie den Mülleimer aus dem Netz in die Realität. Das Konstrukt, welches dem bekannten Papierkorb-Emoji nachempfunden ist, löscht auch tatsächlich den Mail-Müll, der sich auf Handys befindet. Der genaue Prozess ist im Video zu sehen. Laut der Website (auf französisch) können auf diese Weise 4320 Gramm CO2 pro Tag entsorgt werden – das allein entspricht 432 Plastiktüten täglich!

Charlotte Hermel
So zahlreich wie ihre Sommersprossen sind auch Charlottes Ideen für immer neue Themen. Kreativität und Begeisterungsfähigkeit stehen ihr damit praktisch ins Gesicht geschrieben.