Die Fußball-WM 2026 ist längst mehr als ein Sportevent. Sie ist globale Bühne, kollektives Ritual und emotionaler Ausnahmezustand. Genau deshalb setzen Marken in diesem Monat nicht auf klassische Werbung, sondern auf Geschichten über Gemeinschaft, Erinnerung und Leidenschaft. Vom Supermarkt bis zur Weltmarke: Vier Kampagnen zeigen, wie unterschiedlich Fußball erzählt werden kann und warum gute WM-Kommunikation immer auch ein Stück Kulturgeschichte ist.
Edeka eröffnet den WM-Sommer nicht im Stadion, sondern mitten im Alltag. Die Kampagne zeigt Menschen, die zwischen Grillgut und Fantrikots langsam in den Turniermodus kippen. Kinderzimmer werden zu Fußballplätzen und Nachbarschaften verwandeln sich in improvisierte Fankurven. Der Einkaufsladen wird hier zur Brücke zwischen Fan und Nationalelf.
Die Stärke der Kampagne liegt genau dort: Fußball wird nicht als großes Spektakel erzählt, sondern als gemeinschaftlicher Ausnahmezustand, der plötzlich überall entsteht.
Warum funktioniert das Storytelling?
Edeka zeigt: Die eigentliche WM beginnt nicht beim Anpfiff – sondern beim gemeinsamen Einkaufen davor.
Adidas geht zur WM 2026 nicht einfach in den Fußball – sondern in die Popkultur. „Backyard Legends“ erzählt den Bolzplatz als Ursprungsort aller Fußballträume neu: roh, nostalgisch, überhöht und gleichzeitig überraschend emotional.
Im Zentrum steht Timothée Chalamet, der sich als eine Art Erzähler und Strippenzieher durch eine Welt bewegt, in der Fußball mehr Mythos als Spiel ist. Rund um ihn entsteht ein Team aus einigen der größten Namen aus Sport und Kultur: Lionel Messi, Jude Bellingham, Lamine Yamal und ebenso kulturelle Ikonen wie Bad Bunny oder Chalamet selbst als popkulturelle Schlüsselfigur.
Der entscheidende Twist: Fußball wird hier nicht über den Profi-Kontext erzählt, sondern über den Mythos „Hinterhof“. Jeder Ort wird zum Spielfeld, jede Generation Teil derselben Geschichte. Stars wie Messi oder Beckham erscheinen dabei weniger als klassische Werbefiguren, sondern als Teil eines größeren Narrativs über Erinnerung, Rivalität und Spielkultur.
Warum funktioniert das Storytelling?
Adidas erzählt damit keine Kampagne über Fußball.
Sondern eine über das Gefühl, warum Menschen überhaupt anfangen zu spielen.
Coca-Cola zündet zur WM die nächste Stufe seiner globalen Kampagne und setzt dabei voll auf das Gefühl kollektiver Euphorie. Menschen unterschiedlichster Herkunft fiebern gemeinsam mit. Die Szenen springen zwischen unterschiedlichsten Fanlagern rund um die Welt und erzeugen so das Gefühl eines globalen Ausnahmezustands. Das eigentliche Spiel bleibt dabei meist im Hintergrund – erzählt wird es vor allem durch die emotionale Stimme des Kommentators. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die Menschen und die Coca-Cola selbst: Zwei Dosen stoßen beim kommentierten Tackling gegeneinander, eine Dose wird in der Spannung zerdrückt, ein einzelner Tropfen fällt in Zeitlupe ins Glas und genau in diesem Moment fällt das Tor. So wird das Getränk Teil der Dramaturgie und emotionaler Taktgeber der gesamten Kampagne.
Besonders spannend: Für den deutschen Markt wird die Kampagne zusätzlich lokal aufgeladen. Dort begleitet Fußballkommentator Wolff Fuß die Szenen und verleiht dem Spot genau die emotionale Tonalität, die viele mit großen Fußballabenden verbinden. Ab dem 11.06. wird der Spot auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
Warum funktioniert das Storytelling?
Visa erzählt die WM 2026 nicht über Pokale oder große Heldengeschichten, sondern über die Energie, die rund um das Turnier entsteht. Im Mittelpunkt der Kampagne steht Jason Sudeikis, der durch die USA, Mexiko und Kanada reist und dabei unterschiedlichste WM-Momente erlebt – von spontanen Fanbegegnungen bis hin zu ikonischen Fußballmomenten.
Die Wahl von Sudeikis kommt dabei nicht zufällig: Weltweit bekannt wurde er durch seine Rolle als Ted Lasso – der amerikanische Footballtrainer, der ohne große Fußballkenntnisse plötzlich einen Premier-League-Club trainiert. Genau diese Mischung aus Humor, Optimismus und Außenseiterperspektive macht ihn zur perfekten Besetzung für eine Kampagne, die Fußball nicht elitär, sondern nahbar erzählen will.
Begleitet wird er von internationalen Stars wie Lamine Yamal, Erling Haaland, Christian Pulisic, und Kulttorwart Jorge Campos.
Der Spot lebt von schnellen Ortswechseln, humorvollen Situationen und kleinen Interaktionen zwischen Fans, Spielern und Kulturfiguren. Dabei wird „Tap In“ zur zentralen Metapher der Kampagne: ein Antippen der Visa-Karte, das gleichzeitig für Teilhabe, Bewegung und den Einstieg in das WM-Erlebnis steht.
Statt klassische Sportwerbung zu inszenieren, zeigt Visa Fußball als globales Erlebnis, das überall stattfinden kann – im Stadion, auf der Straße oder mitten im Alltag.
Warum funktioniert das Storytelling?
Die WM-Kampagnen 2026 zeigen, wie unterschiedlich Marken Fußball interpretieren:
Vier Kampagnen, vier Perspektiven und überall derselbe Kern: Fußball funktioniert dann am stärksten, wenn er Menschen verbindet.
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