Storylistening in Unternehmen
Menschen lieben Geschichten. Immer schon. Früher kritzelten sie ihre Abenteuer auf Felswände oder erzählten sie sich rund ums Lagerfeuer. Buch, Podcast, Virtual Reality, Film – heute gießen wir unsere Erzählungen in verschiedenste Formate. Bei Mashup Communications glauben wir ganz fest daran, dass jeder Mensch voller Geschichten steckt und damit auch jedes Unternehmen. Um diese Anekdoten und Abenteuer der Mitarbeiter:innen ans Tageslicht zu fördern, ist Storylistening eine hervorragende Methode. Die geteilten, authentischen Erzählungen tragen Hand in Hand mit der Schwesterdisziplin Storytelling dazu bei, z.B. den Zusammenhalt innerhalb einer Firma zu stärken, (neue) Werte zu kommunizieren oder Change Management zu unterstützen.
Storylistening ist eine Methode, mit der Unternehmen durch aktives Zuhören die persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven ihrer Mitarbeitenden entdecken. Statt fertige Unternehmensbotschaften vorzugeben, stehen offene Fragen, echtes Interesse und neugieriges Nachfragen im Mittelpunkt. So werden Erlebnisse sichtbar, die abstrakte Unternehmenswerte greifbar machen und als Grundlage für authentische Geschichten dienen können.
Während Storytelling darauf abzielt, Geschichten gezielt zu gestalten und zu erzählen, setzt Storylistening einen Schritt früher an: Es geht darum, die Geschichten zu finden, die bereits im Unternehmen existieren. Beide Methoden ergänzen sich also: Storylistening entdeckt die Geschichten, Storytelling bringt sie zum Leben.
Besonders in der internen Kommunikation, im Employer Branding und bei Veränderungsprozessen hilft diese Kombination dabei, Mitarbeitende einzubeziehen, Unternehmenskultur sichtbar zu machen und Menschen miteinander zu verbinden.
Um die Geschichten, die in euren Kolleg:innen schlummern, aus ihnen herauszukitzeln, ist Storylistening eine hervorragende Methode. Unsere Waffe der Wahl: ein ganzer Haufen Fragen. Das Motto der Stunde: Mut zur Lücke. Die verantwortlichen Interviewer:innen stellt die Methode nämlich ganz schön auf die Probe. Sie wissen vorher genau 0,0 Prozent von dem, was ihre Kolleg:innen ihnen gleich erzählen werden, und müssen so ganz spontan auf ihre bzw. ihren Gegenüber eingehen. Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich jedoch, weil sich verlässlicherweise die spannendsten Geschichten ihre Bahn brechen.
Eine ganz wichtige Rolle bei der Suche nach Geschichten in eurer Firma nehmen eure Werte ein. Sie sind der Ausgangspunkt einer jeden Storylistening-Session und bringen den erzählerischen Ball ins Rollen. Nehmen wir mal uns bei Mashup und unseren Wert Flexibilität als Beispiel. Den Grundstein legen wir mit der Frage „welcher konkrete Moment fällt dir ein, bei dem für dich persönlich Flexibilität so richtig zum Tragen kam?“ Aus manchen schießt die Antwort gerade so heraus. Andere denken vielleicht einen Moment nach. Aber so ziemlich jeder und jedem bei uns in der Agentur fällt dazu ein Beispiel ein.
Hier endet dann leider auch das Storylistening-Skript schon und der Freestyle-Part beginnt. Einen feststehenden Katalog mit weiteren Fragen festzulegen, bringt relativ wenig, denn ihr könnt unmöglich vorhersehen, was euch als Antwort entgegen schwappen wird. Euer Ziel sollte sein: möglichst viel über das Ereignis an sich, die Gefühle eurer Kolleg:innen und der Menschen, die in die Geschichte verwickelt sind, erfahren. Wie ein bzw. eine Goldgräber:in fördert ihr die glitzernden Details der Story ans Tageslicht, indem ihr an den richtigen Stellen tiefer bohrt. Welche allerdings diese richtigen sind, müsst ihr während des Gesprächs selbst entscheiden.
Storylistening braucht kein starres Drehbuch, aber einen guten Ausgangspunkt. Diese fünf Schritte helfen euch, die Geschichten eurer Mitarbeitenden zu entdecken:
Thema oder Unternehmenswert auswählen: Überlegt, welche Erfahrungen ihr sichtbar machen möchtet, beispielsweise zu Flexibilität, Teamgeist, Mut oder Veränderung.
Mit einer offenen Frage starten: Statt „Findest du unser Unternehmen flexibel?“ fragt lieber: „Wann hast du zuletzt erlebt, dass Flexibilität bei uns wirklich einen Unterschied gemacht hat?“
Neugierig nachfragen: Was genau ist passiert? Wer war beteiligt? Wie hat sich die Situation angefühlt? Was war überraschend?
Den Kern der Geschichte erkennen: Welche Herausforderung, Entscheidung oder Veränderung macht das Erlebnis besonders? Und welchen Unternehmenswert zeigt es?
Geschichten gemeinsam weiterentwickeln: Besprecht mit den Mitarbeitenden, wie ihre Erlebnisse erzählt werden können – beispielsweise im Team, im internen Newsletter oder bei einem Corporate Campfire.
Wichtig ist dabei, offen für unerwartete Antworten zu bleiben. Denn die spannendsten Geschichten entstehen häufig genau dort, wo der vorbereitete Fragenkatalog endet.
Außerdem geht es immer um Freiwilligkeit. Nicht jede möchte persönliche Erfahrungen mit dem gesamten Team oder gar der Öffentlichkeit teilen. Storylistening lebt von Vertrauen und Offenheit, nicht von Druck. Deshalb sollten Mitarbeitende selbst entscheiden können, welche Geschichten sie erzählen möchten und ob und in welchem Rahmen diese weiterverwendet werden dürfen. Schließlich entstehen die besten Geschichten dort, wo Menschen sich sicher fühlen, sie zu teilen.
Eine Storylistening-Session kommt selten allein, denn schließlich ist das Ziel der Methode, ein Unternehmen näher zusammen zu bringen. Einen besonders schönen Abschluss der Einzelgespräche ist ein Corporate Campfire: Unabhängig davon, ob sie interviewt wurden oder nicht – alle Kolleg:innen kommen zusammen zum Storytelling. Erfahrungsgemäß geht das mit viel Gelächter, Nachfragen und gegenseitigem Support über die Bühne. Mit gestärktem Teamgeist gehen danach die Mitarbeiter:innen ihrer Wege.
Der Kern eines jeden Unternehmens – und idealerweise auch aller dort angestellten – sind die Werte, die es nach innen und außen vertritt. Über Storylistening macht ihr diese abstrakten Begriffe greifbar: Ihr gebt den Werten die Gesichter eurer Kolleg:innen, die sie mit ihren persönlichen Erfahrungen konkret erlebbar machen. Unternehmensintern könnt ihr die Geschichten z.B. in Form eines Podcasts oder kleinen eBooks verewigen. Nach außen hin bieten sich beispielsweise ein Newsletter oder eine Landingpage auf eurer Website an. So tauchen auch Kund:innen und Interessierte in eure Welt ein.
Gerade bei Veränderungsprozessen kann Storylistening helfen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Welche Erfahrungen haben Mitarbeitende bereits mit Veränderungen gesammelt? Was hat ihnen geholfen, Herausforderungen zu meistern? Und welche Sorgen oder Hoffnungen verbinden sie mit dem bevorstehenden Wandel? Solche Geschichten schaffen Raum für Austausch und können dazu beitragen, Veränderungen besser zu verstehen und gemeinsam zu gestalten. Entscheidend ist dabei, auch kritischen Stimmen zuzuhören, statt ausschließlich positive Erfolgsgeschichten zu sammeln.
Mitarbeitende fühlen sich gehört
Storylistening gibt Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Nicht nur Führungskräfte oder besonders sichtbare Teammitglieder kommen zu Wort, sondern idealerweise Menschen aus allen Bereichen des Unternehmens. Das kann Wertschätzung vermitteln und Beteiligung fördern.
Persönliche Geschichten schaffen Authentizität
Die Erfahrungen der Mitarbeitenden zeigen, wie Unternehmenskultur tatsächlich gelebt wird. Dabei dürfen Geschichten auch Widersprüche, Schwierigkeiten und unerwartete Wendungen enthalten. Gerade diese Details machen Erzählungen glaubwürdig und nachvollziehbar.
Geschichten fördern gegenseitiges Verständnis
Wer die Erfahrungen seiner Kolleg:innen kennt, entdeckt häufig neue Gemeinsamkeiten und Perspektiven. Persönliche Geschichten können Gespräche anstoßen, Empathie fördern und andere dazu ermutigen, eigene Erlebnisse zu teilen.
Was passiert mit all den Geschichten, die beim Storylistening entdeckt werden? Bei unserem Corporate Campfire bekommen sie eine Bühne. In diesem Storytelling-Format kommen Mitarbeitende zusammen, um persönliche Erlebnisse, überraschende Anekdoten und gemeinsame Erfahrungen miteinander zu teilen. So werden die zuvor gesammelten Geschichten zum Ausgangspunkt für Austausch, neue Perspektiven und ein stärkeres gegenseitiges Verständnis. Denn manchmal braucht es keine große Teambuilding-Aktion, sondern einfach jemanden, der eine gute Geschichte erzählt – und Menschen, die zuhören.
Lasst euch vom hohen Freestyle-Anteil beim Storylistening nicht ins Bockshorn jagen! Auch wenn jede Session eine sehr individuelle Angelegenheit ist, wird euch eure angeborene Neugier im Gespräch die richtige Richtung weisen. Einmal in Form geschliffen, begeistern die Geschichten in ihren glitzernden Facetten anschließend auch den Rest eures Teams.
Was ist Storylistening einfach erklärt?
Storylistening bedeutet, Menschen aktiv zuzuhören, um ihre persönlichen Geschichten und Erfahrungen zu entdecken. In Unternehmen hilft die Methode dabei, authentische Mitarbeitergeschichten zu finden, Unternehmenskultur sichtbar zu machen und die interne Kommunikation zu stärken.
Was ist der Unterschied zwischen Storytelling und Storylistening?
Beim Storytelling werden Geschichten gestaltet und erzählt. Beim Storylistening geht es darum, diese Geschichten zunächst durch offene Fragen, aktives Zuhören und neugieriges Nachfragen zu entdecken. Beide Methoden ergänzen sich: Storylistening liefert die Geschichten, Storytelling hilft dabei, sie wirkungsvoll zu vermitteln.
Welche Fragen eignen sich für Storylistening?
Besonders geeignet sind offene Fragen nach konkreten Erfahrungen: „Wann warst du zuletzt besonders stolz auf dein Team?“, „Welche Herausforderung hast du gemeinsam mit Kolleg:innen gemeistert?“ oder „Wann hast du einen unserer Unternehmenswerte besonders deutlich erlebt?“ Anschließend helfen Nachfragen nach Gefühlen, Beteiligten und überraschenden Wendungen, die Geschichte zu vertiefen.
Wie kann Storylistening das Employer Branding stärken?
Storylistening hilft Unternehmen, echte Erfahrungen ihrer Mitarbeitenden sichtbar zu machen. Daraus können authentische Geschichten für Karriereseiten, Mitarbeitervideos, Social Media oder Recruitingkampagnen entstehen. Statt nur über die Unternehmenskultur zu sprechen, zeigen diese Geschichten, wie Menschen sie tatsächlich erleben.
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