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April 22, 2021

Storylistening in Unternehmen: Warum ihr dringend euren Kolleg:innen zuhören solltet

Menschen lieben Geschichten. Immer schon. Früher kritzelten sie ihre Abenteuer auf Felswände oder erzählten sie sich rund ums Lagerfeuer. Buch, Podcast, Virtual Reality, Film – heute gießen wir unsere Erzählungen in verschiedenste Formate. Bei Mashup Communications glauben wir ganz fest daran, dass jeder Mensch voller Geschichten steckt und damit auch jedes Unternehmen. Um diese Anekdoten und Abenteuer der Mitarbeiter:innen ans Tageslicht zu fördern, ist Storylistening eine hervorragende Methode. Die geteilten, authentischen Erzählungen tragen Hand in Hand mit der Schwesterdisziplin Storytelling dazu bei, z.B. den Zusammenhalt innerhalb einer Firma zu stärken, (neue) Werte zu kommunizieren oder Change Management zu unterstützen.

In den Kolleg:innen schlummern spannende Geschichten. Quelle: Pexels

Ungeskriptet: How to Storylistening

Um die Geschichten, die in euren Kolleg:innen schlummern, aus ihnen herauszukitzeln, ist Storylistening eine hervorragende Methode. Unsere Waffe der Wahl: ein ganzer Haufen Fragen. Das Motto der Stunde: Mut zur Lücke. Die verantwortlichen Interviewer:innen stellt die Methode nämlich ganz schön auf die Probe. Sie wissen vorher genau 0,0 Prozent von dem, was ihre Kolleg:innen ihnen gleich erzählen werden, und müssen so ganz spontan auf ihre bzw. ihren Gegenüber eingehen. Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich jedoch, weil sich verlässlicherweise die spannendsten Geschichten ihre Bahn brechen.

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Eine ganz wichtige Rolle bei der Suche nach Geschichten in eurer Firma nehmen eure Werte ein. Sie sind der Ausgangspunkt einer jeden Storylistening-Session und bringen den erzählerischen Ball ins Rollen. Nehmen wir mal uns bei Mashup und unseren Wert Flexibilität als Beispiel. Den Grundstein legen wir mit der Frage „welcher konkrete Moment fällt dir ein, bei dem für dich persönlich Flexibilität so richtig zum Tragen kam?“ Aus manchen schießt die Antwort gerade so heraus. Andere denken vielleicht einen Moment nach. Aber so ziemlich jeder und jedem bei uns in der Agentur fällt dazu ein Beispiel ein.

Hier endet dann leider auch das Storylistening-Skript schon und der Freestyle-Part beginnt. Einen feststehenden Katalog mit weiteren Fragen festzulegen, bringt relativ wenig, denn ihr könnt unmöglich vorhersehen, was euch als Antwort entgegen schwappen wird. Euer Ziel sollte sein: möglichst viel über das Ereignis an sich, die Gefühle eurer Kolleg:innen und der Menschen, die in die Geschichte verwickelt sind, erfahren. Wie ein bzw. eine Goldgräber:in fördert ihr die glitzernden Details der Story ans Tageslicht, indem ihr an den richtigen Stellen tiefer bohrt. Welche allerdings diese richtigen sind, müsst ihr während des Gesprächs selbst entscheiden.

Am Corporate Campfire werden die Geschichten erzählt. Quelle: Unsplash

Wunderwaffe Storylistening: 3 wichtige Funktionen des Geschichtensammelns

  1. Zusammenhalt stärken

Eine Storylistening-Session kommt selten allein, denn schließlich ist das Ziel der Methode, ein Unternehmen näher zusammen zu bringen. Einen besonders schönen Abschluss der Einzelgespräche ist ein Corporate Campfire: Unabhängig davon, ob sie interviewt wurden oder nicht – alle Kolleg:innen versammeln sich zurzeit digital zum Storytelling um ein virtuelles. Erfahrungsgemäß geht das mit viel Gelächter, Nachfragen und gegenseitigem Support über die Bühne. Mit gestärktem Teamgeist gehen danach die Mitarbeiter:innen ihrer Wege.

  1. Werte kommunizieren

Der Kern eines jeden Unternehmens ­ ­­­– und idealerweise auch aller dort angestellten – sind die Werte, die es nach innen und außen vertritt. Über Storylistening macht ihr diese abstrakten Begriffe greifbar: Ihr gebt den Werten die Gesichter eurer Kolleg:innen, die sie mit ihren persönlichen Erfahrungen konkret erlebbar machen. Unternehmensintern könnt ihr die Geschichten z.B. in Form eines Podcasts oder kleinen eBooks verewigen. Nach außen hin bieten sich beispielsweise ein Newsletter oder eine Landingpage auf eurer Website an. So tauchen auch Kund:innen und Interessierte in eure Welt ein.

  1. Change Management begleiten

Vielen Menschen macht Veränderung Angst. Klar, es ist ja vorher nicht abzusehen, ob die Dinge sich zum Besseren oder Schlechteren wandeln. Trotzdem müssen Unternehmen mit der Zeit gehen und ihre Überzeugungen immer wieder auf den Prüfstand stellen. Besonders einschneidend ist ein Wandel, wenn er die Werte betrifft – den Kleber also, der alle Mitarbeiter:innen verbindet. Mit Storylistening nehmt ihr diesem Change-Prozess das Bedrohliche und konnotiert ihn stattdessen positiv. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mussten alle eure Kolleg:innen im Laufe ihres Lebens schon große Veränderungen meisten.  Ganz getreu dem Motto „what doesn’t kill you makes you stronger“ sind sie an vielen dieser Challenges gewachsen. Diese positive Auslegung von Wandel könnt ihr mit Storylistening (und darauf aufbauendem Storytelling) in eurem Unternehmen verankern.

Storylistening stärkt den Zusammenhalt im Team. Quelle: Unsplash

3 Gründe, warum jedes Team Storylistening ausprobieren sollte

  1. Die MitarbeiterInnen fühlen sich gehört

Egal, ob eben erst eingestellt oder schon seit Dekaden an Board: Eure Kolleg:innen brummen wie ein Bienenstock mit Themen, die ihnen wichtig sind. Indem ihr die Herzensangelegenheiten, Überzeugungen und spannenden Geschichten aus ihnen herauskitzelt, fühlen sich eure Mitstreiter:innen gehört. Wenn ihr im nächsten Schritt nach den Regeln der Storytelling-Kunst ihre Erzählung mit dem Rest des Teams teilt, stärkt ihr das gegenseitige Verständnis füreinander und damit auch den Zusammenhalt im Unternehmen an sich.

  1. Nichts geht über Authentizität

Ähnlich wie bei dem Spiel „Flüsterpost“ kann sich auch eine Story ganz schön verändern, wenn sie durch genug Ohren gehört und dann nicht 100 Prozent richtig weitererzählt wird. Beim Storylistening hingegen tretet ihr direkt in den Dialog mit euren Kolleg:innen, hört von ihren Erlebnissen direkt aus ihrem Mund ­– authentischer geht es quasi nicht. Jedes Detail der Geschichte ist echt und ungefiltert. Ein Bonuspunkt: Wenn ihr den Austausch aufnehmt, könnt ihr euch im Nachgang die Audio-Datei erneut anhören. Auf ihrer Basis trefft ihr auch beim Weitererzählen – egal, in welcher Form – den Nagel authentisch auf den Kopf.

  1. Leidenschaft steckt an

Aufregung, Wut, Hoffnung ­– echte Geschichten stecken immer voller Gefühle. Statt einfach nur rational Fakten auf sich einprasseln zu lassen, fiebern die Zuhörer:innen mit den Erlebnissen der Heldin oder des Helden mit. Sie können gar nicht anders, denn sie sind emotional in die Story involviert und werden sich infolgedessen viel intensiver mit ihr auseinandersetzen. Leidenschaft steckt bekanntlich an, so dass eure Kolleg:innen häufig sogar selbst zu Erzähler:innen werden und die Geschichte weiter in die Welt hinaus tragen. Manche fühlen sich auch inspiriert, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen.

Fazit: Springt ins kalte Wasser, es wird sich lohnen!

Lasst euch vom hohen Freestyle-Anteil beim Storylistening nicht ins Bockshorn jagen! Auch wenn jede Session eine sehr individuelle Angelegenheit ist, wird euch eure angeborene Neugier im Gespräch die richtige Richtung weisen. Einmal in Form geschliffen, begeistern die Geschichten in ihren glitzernden Facetten anschließend auch den Rest eures Teams.

Lea Schindler
Obwohl sie eigentlich eine Brille trägt, hat Lea Augen wie ein Luchs, wenn es darum geht, fehlende Kommata oder Leerzeichen zu entdecken.