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Brand Storytelling im Mai – Toblerone, Wilkinson Sword, Ahoj-Brause und Netto


Im Mai haben uns wieder Brand-Storytelling-Kampagnen überrascht, bewegt und zum Schmunzeln gebracht. Marken bewiesen, wie kraftvoll Kommunikation sein kann, wenn sie echte Emotionen weckt, mit Klischees bricht und gesellschaftliche Themen aufgreift. Auch in diesem Monat küren wir unsere Favoriten – Kampagnen, die mit Haltung, Authentizität und vor allem Humor besonders herausgestochen sind.

Toblerone – „Chocolate Like Nobody’s Watching“


Wer sagt, dass man Schokolade nur Stück für Stück und manierlich essen darf? Toblerone bricht mit diesem süßen Konventions-Tabu und feiert in der neuen Kampagne hemmungslosen Nasch-Spaß in seiner wildesten Form. „Chocolate Like Nobody’s Watching“ ist ein schrilles, buntes Plädoyer für mehr Ungehemmtheit und Lust ohne Reue.

Im Zentrum steht der Moment maximaler Hingabe: Menschen, die sich Toblerone hemmungslos  gönnen – am Stück, mit vollem Mund, ohne Rücksicht auf Krümel oder gesellschaftliche Erwartungen. Ob im Bus, beim Friseur oder in der Hotellobby: Der Spot zeigt, wie befreiend es sein kann, einfach mal zu genießen, ohne sich dafür zu schämen. Statt Hochglanz-Ästhetik setzt die Kampagne auf überzeichnete Alltagsmomente voller Witz, Lebensfreude und Mut zur Unperfektheit.

Das Storytelling überzeugt mit augenzwinkerndem Realismus: Die Szenen sind überdreht, aber nie unglaubwürdig. Sie holen das Publikum bei einer universellen Erfahrung ab – der Lust auf Süßes – und verpacken sie in eine starke, mutige Markenbotschaft: Genuss muss nicht angepasst sein. Toblerone zeigt, wie befreiend Naschen sein kann – wenn man sich einfach traut.

Wilkinson Sword Intuition – „Any Hair, Anywhere“


Glänzende, haarfreie Waden und lächelnde Models unter der Dusche: So sieht Werbung für Damenrasierer oft aus. Doch Wilkinson Sword hat genug davon. Mit „Any Hair, Anywhere“ verabschiedet sich die Marke radikal von altbekannten Schönheitsklischees und zeigt Rasur so, wie sie wirklich ist: funktional, vielfältig und manchmal eben auch ein bisschen umständlich.

Der Spot nimmt das Publikum mit in die Realität der Rasur-Routine, mit ehrlichen Bildern, echten Haaren und jeder Menge Akrobatik. Frauen in unterschiedlichsten Lebenssituationen und Körperformen rasieren, was sie wollen: Beine, Zehen, Gesicht. Und das nicht im Hochglanzmodus, sondern so, wie es eben wirklich aussieht. Mit Fokus, Verrenkungen und echtem Körperhaar. Das ist erfrischend unverstellt, witzig und nahbar.

Das Storytelling trifft genau ins Schwarze, weil es den Perspektivwechsel konsequent durchzieht. Statt zu idealisieren, dokumentiert der Spot – humorvoll und selbstbewusst. Was dabei entsteht, ist nicht nur eine neue Sicht auf Körperpflege, sondern ein echtes Versprechen: Diese Marke versteht ihre Zielgruppe wirklich. 

Ahoj-Brause – „Hab Spaß, Alter!“


Zum 100. Geburtstag schenkt sich Ahoj-Brause nicht etwa einen nostalgischen Rückblick – sondern zehn durchgeknallte Clips, die Altersgrenzen pulverisieren und zeigen: Für Spaß ist man nie zu alt. Mit „Hab Spaß, Alter!“ feiert die Kultmarke ihr Jubiläum mitten in einer echten Seniorenresidenz und katapultiert deren rüstige Bewohner:innen direkt ins Herz der Gen Z.

Die kurzen Filme strotzen vor Energie und Selbstironie: Karaoke wird zur Rap-Battle, ein Gogo-Dancer im Matrosenanzug sorgt beim Mädelsabend für Furore und selbst Online-Dating macht vor Zimmer 304 nicht halt. Immer mit dabei: das kultige Ahoj-Brausepulver, sei es im Retro-Design oder überraschend platziert, etwa in der Unterhose des „AhojBoy“. Die Clips mixen Retro-Ästhetik mit Social-Media-Humor, Pfleger Paul als überforderter Sidekick sorgt für die passende Portion Chaos.

Was die Kampagne auszeichnet, ist ihr Perspektivwechsel: Hier wird nicht über Senior:innen gelacht, sondern mit ihnen gefeiert. Die Bewohner:innen sind keine Karikaturen, sondern Hauptfiguren mit Witz, Haltung und echtem Bühnencharisma. Genau das macht das Storytelling so stark: es bricht mit Altersstereotypen und lädt zum Mitfeiern ein. Ahoj-Brause verwandelt das Altersheim in eine Bühne für Lebensfreude – herrlich respektlos, aber nie respektlos gemeint.

Netto – „Netter miteinander“


Mit einem animierten Spot zum Internationalen Tag des friedlichen Zusammenlebens erinnert Netto daran, dass es oft die kleinen Gesten im Alltag sind, die den Unterschied machen. In der Kampagne „Netter miteinander“ wird der Supermarkt zur Bühne für mehr Mitmenschlichkeit – erzählt aus Sicht der Produkte selbst. Toastbrot, Wassermelone & Co. helfen einander durch die Regale, lassen sich an der Kasse vor und zeigen mit einem Augenzwinkern, wie einfach ein freundlicheres Miteinander sein kann.

Der Spot setzt auf liebevolle Animation, warmen Humor und eine klare Botschaft: Zusammen ist besser. Statt erhobenem Zeigefinger gibt es charmantes Storytelling, das gesellschaftliche Relevanz mit Leichtigkeit verbindet. Unterstützt wird das Ganze durch aktuelle Umfrageergebnisse: 95 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Freundlichkeit. Und Netto greift genau dieses Bedürfnis auf.

Was das Storytelling hier so gelungen macht: Es übersetzt ein großes Thema in eine zugängliche, kreative Idee, ohne an Tiefe zu verlieren. Die Produktfiguren sind Identifikationsfläche und Verstärker zugleich. Sie machen sichtbar, was im Alltag oft untergeht – dass Höflichkeit, Rücksicht und kleine Hilfen nichts mit Aufwand, aber viel mit Haltung zu tun haben.

Mehr Inspiration zu gelungenem Brand Storytelling zeigen wir zum Beispiel in unseren Blogposts mit den besten Kampagnen aus dem März und dem April.

Redaktion

Das Redaktionsteam von Mashup Communications, der Berliner Agentur für PR und Brand Storytelling (gegründet 2009), besteht aus erfahrenen Expert:innen zu den Themen PR, Content Marketing, Employer Branding, KI und Storytelling.

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