Der November 2025 zeigt, wie emotionales Erzählen zur wahren Währung der Markenkommunikation wird. Ob Telekom, britischer Einzelhandel, Supermarkt-Romcom oder eine Agentur-Mockumentary für VWN, überall entstehen Geschichten, die Nähe schaffen, Konflikte auflösen und die Sehnsucht nach echten Verbindungen bedienen. Vier Kampagnen, die beweisen, dass gute Geschichten nicht lauter, sondern wahrhaftiger werden.
Die Telekom knüpft an die letzte Weihnachtskampagne an und führt ihre emotionale Erzählung konsequent weiter. Diesmal geht es nicht um Distanzen, die Technik überbrückt, sondern um die, die wir selbst erschaffen. Im Mittelpunkt steht Jenny, die unter der Funkstille zu ihrer Mutter leidet. Der schwere Sack, den sie durch die Vorweihnachtszeit schleppt, wird zur visuellen Metapher für alles Ungesagte.
Je länger sie schweigt, desto schwerer wird die Last. Erst als sie den Mut fasst, eine Nachricht zu schreiben, löst sich das Gewicht buchstäblich auf. Der Sack verschwindet und eine Verbindung, die fast verloren schien, entsteht neu.
Chief Brand Officer Uli Klenke bringt es in einem Statement zur Kampagne auf den Punkt: „Am schwersten wiegt, was ungesagt bleibt.“
Warum funktioniert das Storytelling?
Damit wird die Botschaft klar: Verbindung beginnt nicht im Netz, sie beginnt mit Mut.
John Lewis and Partners liefert einen nostalgischen Weihnachtsfilm, der tief in die gemeinsame Familiengeschichte eintaucht. Die Story beginnt an einem ruhigen Weihnachtsmorgen. Zwischen Geschenkpapierresten entdeckt ein Vater ein unberührtes Päckchen: Darin eine Vinylplatte – Where Love Lives von Alison Limerick, ein Herzstück seiner Jugend.
Kaum läuft die Nadel über das Vinyl, steht er mitten in einem 90er-Jahre-Club. Tanzende Menschen, flackernde Lichter, Erinnerungen, die wie Wellen über ihn rollen. Zwischen den Silhouetten entdeckt er plötzlich seinen zurückhaltenden Teenager-Sohn. Es ist eine traumartige Begegnung, in der Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen.
Zurück im Wohnzimmer beobachtet der Sohn seinen Vater, der im Geschenk nicht nur Musik, sondern Worte findet, die er nie ausgesprochen hätte.
Warum funktioniert das Storytelling?
Eine kleine Geschichte, die zeigt, wie Geschenke Erinnerungen wecken und Beziehungen vertiefen.
Waitrose verwandelt Weihnachten in ein filmisches Genre: die romantische Komödie. In „The Perfect Gift“ feiert Keira Knightley ihr Comeback als charmante Leading Lady, diesmal in der Rolle ihrer selbst. An ihrer Seite: Joe Wilkinson als Phil, ein sympathischer Durchschnittstyp, der in einer Waitrose-Filiale zufällig auf die Hollywood-Ikone trifft.
Was folgt, ist eine liebevolle Hommage an Love Actually: Vorweihnachtsromantik, Schneespaziergänge, Küchenchaos und ein wachsendes Gefühl, das sich langsam zwischen beiden entfaltet. Doch die perfekte Filmwelt bekommt Risse, als Joe ein mysteriöses Geschenk für Keira entdeckt, unterzeichnet von „Mark“. Ein klassischer Romcom-Moment, der in Unsicherheit kippt.
Erst als Joe ihr die legendäre Turkey Pie seiner Großmutter kocht, mit dem Schriftzug „I love you“ aus Teig, löst sich der Knoten in seinen Herzen. Mark entpuppt sich als Keiras Bruder. Keira rennt Joe nach, gesteht ihm ihre Gefühle, Kuss im Schnee, Schnitt, „and they ate happily ever after.“
Warum funktioniert das Storytelling?
Waitrose zeigt, dass Humor, Herzlichkeit und gutes Essen eine unschlagbare Kombi sind.
VWN setzt in seiner vierteiligen Kampagne auf Mockumentary und trifft damit den Sweet Spot zwischen Humor, Selbstironie und Branchenverständnis. Die Serie begleitet Maxi, einen neuen Praktikanten einer Werbeagentur, die für VW Nutzfahrzeuge arbeitet.
Maxi ist der personifizierte Büro-Chaosfaktor: Er chillt, schläft, bedient sich an kostenlosen Getränken und sorgt nebenbei dafür, dass ein Plakat am Alexanderplatz versehentlich in der Größe einer Hauswand gedruckt wird. 880 Quadratmeter statt 88.
Teil 2: https://youtu.be/Kd5Pn1ob0PU
Teil 3: https://youtu.be/xGFQWGMymZo
Teil 4: https://youtu.be/-SEB8lMyp0c
Die Agenturfiguren könnten direkt aus Stromberg oder The Office stammen: Art Director Gabi, Excel-Queen Julia, Creative Director Micha, alle überzeichnet und zugleich erschreckend real. Während Maxi versucht, das überdimensionierte Plakat zurückzuholen, verstricken sich die anderen in Agenturpolitik, Missverständnissen und Egos.
Der Twist: Die VWN-Kundin liebt das XXL-Plakat. „Ihr versteht uns einfach.“
Micha, der Creative Director nimmt natürlich die Lorbeeren. Maxi denkt: Marketing ist halt easy.
Warum funktioniert das Storytelling?
VWN zeigt, wie moderne B2B-Marken Entertainment für sich nutzen – ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.
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