Der Februar 2026 zeigt, wie stark Marken kulturelle Momente für sich nutzen. Valentinstag, Olympia, Super Bowl und dazwischen ein Astronaut mit Heißhunger. Vier große Bühnen, vier sehr unterschiedliche Erzählweisen. Was sie verbindet: klare Dramaturgie, starke Bilder und ein emotionaler Kern, der über das Produkt hinausgeht.
Zum Valentinstag setzt Rossmann nicht auf Perfektion, sondern auf Überforderung. Im 30-sekündigen Spot versucht ein Mann, seine Partnerin romantisch zu überraschen und verliert sich dabei in einer Flut aus Kerzen, Deko und ROSSMANN-Produkten. Die Wohnung verwandelt sich zunehmend in ein charmantes Schlachtfeld der guten Absichten. Von überkochendem Nudelwasser, über Kondome als Luftballons, bis hin zu einer Badewanne voller Dinkel-Herzen, unter denen sich der Protagonist vergräbt.
Die Botschaft ist klar: Es geht nicht um das perfekte Setting, sondern das Gefühl dahinter.
Warum funktioniert das Storytelling?
Rossmann zeigt: Liebe darf unperfekt sein, solange sie ehrlich gemeint ist.
Während der Olympischen Winterspiele erzählt Netto eine kleine Geschichte über Mut und Zugehörigkeit. Im Zentrum steht ein Mädchen, das ohne Rodel am Hang steht, ausgeschlossen, zögerlich und allein. Rennrodlerin und frischgebackene Olympiasiegerin Julia Taubitz greift ein, leert kurzerhand ihre Netto-Tüte und nutzt sie als improvisierten Schlitten. Gemeinsam rutschen sie den Hang hinunter. Es folgt der Kampagnen-Slogan: „Es sind die einfachen Dinge, die uns näher zusammenbringen.“
Warum funktioniert das Storytelling?
Netto übersetzt sportlichen Wettbewerb in Gemeinschaft und positioniert sich als Marke für die kleinen, verbindenden Momente.
Levi’s präsentiert sich im Zuge des diesjährigen Super Bowls spektakulär und zeigt ausgerechnet das, was man sonst selten ins Zentrum stellt: die Rückseite. Unter dem Kampagnendach „Behind Every Original“ reiht der Spot ikonische Hinteransichten aneinander – von Rosé über Doechii, Shai Gilgeous-Alexander und Questlove bis hin zu Woody.
Keine Dialoge, keine Effektschlacht. Nur Denim, Nähte, rote Flagge und Haltung.
Warum funktioniert das Storytelling?
Levi’s beweist: Beim größten Werbeevent der Welt reicht manchmal ein starkes Detail.
Eine ausführliche Analyse der diesjährigen Super-Bowl-Spots liefert auch der Blogpost von Storytelling-Expertin Miriam Schwellnus:
Nach der Weihnachts-Romcom hebt Waitrose nun buchstäblich ab. „The Gastronaut“ erzählt die Geschichte von Michael, einem Astronauten, der im All an geschmacklosen Nahrungspouches verzweifelt. Während Aerosmith mit „I Don’t Want to Miss a Thing“ Pathos liefert, träumt er von Roast Dinner, Wedding Cheese und Prawn Linguine. Verstärkt wird das Verlangen durch einen Videocall mit seiner Familie, indem seine Frau ein zumindest visuell sehr ansprechendes Sandwich in die Kamera hält.
Die Sehnsucht wird so groß, dass er ein „Raumschiff“ stiehlt und bei Waitrose notlandet.
Die neue Markenplattform „The Home of Food Lovers“ bekommt damit eine epische Bühne: Essen ist nicht Treibstoff – es ist Erinnerung, Identität, Emotion.
Warum funktioniert das Storytelling?
Waitrose denkt wie ein Filmstudio und inszeniert Food als Sehnsuchtsort.
Der Februar zeigt, wie Marken kulturelle Anlässe als Bühne nutzen:
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