Super Bowl LX 2026 – Best-of und Worst-of aller Kampagnen und Spots

Am 8. Februar ist es wieder so weit: Der Super Bowl LX übernimmt die Bildschirme. In diesem Jahr findet das Spektakel vor einer Kulisse statt, die politisch und gesellschaftlich durchaus angespannt ist, in der selbst die Wahl der Musik-Acts (von Bad Bunny bis Green Day) zur Zielscheibe präsidialer Kritik wird. Ein Umstand, der auch an der Werbewelt nicht spurlos vorbeigeht. Doch während die Schlagzeilen oft schwer wiegen, setzen viele Marken bewusst auf den „Escape“-Faktor: Reines Entertainment, schriller Humor und ganz viel Star-Power sollen für einen Moment für Ablenkung sorgen.
Obwohl die ganz großen 60-Sekünder meist bis zum Spieltag unter Verschluss bleiben, brodelt die Gerüchteküche bereits gewaltig. Die ersten Teaser sind gelandet und zeigen deutlich: Von tiefgründiger Schwarz-Weiß-Ästhetik bis hin zu völlig absurdem Slapstick ist alles dabei. Wir haben für euch die ersten Highlights (und die ersten Fragezeichen) unter die Lupe genommen.
Hinweis: Die Werbewelt schläft nicht! Wir aktualisieren diese alphabetische Übersicht laufend, sobald neue Clips eintrudeln
Unsere vielversprechendsten Favoriten
Anthropic – Der Frontalangriff auf das KI-Uncanny-Valley
Anthropic nutzt den Super Bowl LX für ein echtes politisches Statement in der Tech-Welt. In zwei beklemmenden Spots – einer über die Kommunikation mit der Mutter, der andere über eine Geschäftsidee – stellt die Marke eine einfache, aber schmerzhafte Frage: Willst du eine Antwort, die dir etwas verkauft, oder eine, die dir beim Denken hilft? Während die Konkurrenz (ein kaum kaschierter Seitenhieb auf OpenAI) zunehmend auf Werbung in den Chats und hyper-realistische, fast schon unheimliche Stimmen setzt, positioniert sich Claude als die „saubere“ Alternative. Die Clips spielen brillant mit dem Uncanny Valley: Die Antworten der „anderen“ KIs wirken glatt, manipulativ und verdächtig auf Konsum getrimmt. Die Botschaft „Ads are coming to AI. But not to Claude“ ist eine Kampfansage an das Geschäftsmodell der Konkurrenz und macht Datenschutz sowie Werbefreiheit zum Lifestyle-Feature.
Bosch – Guy Fieri nimmt Abschied von der Igelfrisur
Nach einem unbranded Teaser auf Social Media ist das Geheimnis gelüftet: Starkoch Guy Fieri kehrt für Bosch zum Super Bowl zurück. In einem radikalen Clip verabschiedet sich Fieri von seinem Markenzeichen, den blondierten Stachelhaaren und dem ikonischen Ziegenbart. Wenn es denn nicht nur beim Teaser bleibt: Die Reduzierung eines so schrillen Charakters auf das Gewöhnliche passt perfekt zum bodenständigen Markenimage von Bosch.
Fanatics Sportsbook – Kendall Jenners Wettstrategie
Kendall Jenner deutet an, dass ihr luxuriöses Leben mit Privatjets und Oldtimern eigentlich durch gewonnene Wetten gegen ihre Vergangenen finanziert wurde – natürlich platziert über das Fanatics Sportsbook. Durch den spielerischen Umgang mit Klatsch-Themen und Social-Media-Memes schafft es die Marke, das oft trocken präsentierte Thema Sportwetten in lockeres Mainstream-Entertainment zu verwandeln.
Hellmann’s – Sweet Sandwich Time
Hellmann’s setzt bei seinem sechsten Super-Bowl-Auftritt in Folge voll auf musikalischen Wahnsinn. In einer lebhaften Deli-Kulisse schlüpft Comedy-Star Andy Samberg in die Rolle von „Meal Diamond“ – einer Neil-Diamond-Parodie –, um mit dem Ohrwurm „Sweet Sandwich Time“ eine leidenschaftliche Ode an die Mayonnaise zu schmettern. Nach dem nostalgischen Erfolg des Vorjahres schlägt Hellmann’s dieses Mal einen lauteren, alberneren Weg ein. Das Ziel ist klar: Ein Song, der hängen bleibt, und ein Clip, der Appetit auf den nächsten Halbzeit-Snack macht.
Hyundai: Action-Helden im Alltag
Im Spot für den neuen PALISADE Hybrid schlüpft John Krasinski (passend zu seinen Rollen als Jack Ryan) in die Rolle des Action-Helden, der sich souverän durch ein Chaos aus Motorrad-Gangs, Schurken auf Speedbooten und bedrohlichen Hubschraubern manövriert. Die Botschaft: Wer in diesem SUV mit drei Sitzreihen und Nappa-Leder am Steuer sitzt, ist automatisch der „Main Character“ – selbst wenn die einzige Gefahr eigentlich nur der Berufsverkehr ist. Hyundai setzt hier auf die klassische Super-Bowl-Formel: Ein sympathischer A-Lister, High-End-Special-Effects und eine Prise Selbstironie. Ein technisch beeindruckender Spot, der beweist, dass Familienkutschen alles andere als langweilig sein müssen.
Instacart – Satin-Anzüge und Slapstick
Instacart setzt dieses Jahr auf eine Paarung, die man so wohl nicht auf dem Zettel hatte: Comedy-Legende Ben Stiller trifft auf Pop-Sensation Benson Boone. Der Lebensmittel-Lieferdienst hat zwei 30-sekündige Teaser veröffentlicht, die vor allem eines sind: herrlich albern. In bester Slapstick-Manier und mit einem Look, der sofort Erinnerungen an Stillers Kultrollen in Voll auf die Nüsse (Dodgeball) weckt, präsentieren sich die beiden in offenherzigen Satin-Anzügen und mit gewöhnungsbedürftigen Akzenten. Ein amüsanter Vorgeschmack, der zeigt, dass Instacart beim diesjährigen Super Bowl voll auf den Retro-Faktor und eine ordentliche Portion Selbstironie setzt.
Lay’s – Eine bildgewaltige Familiengeschichte
Lay’s bricht beim Super Bowl LX mit der Tradition der rein klamaukigen Chip-Werbung und liefert mit „Last Harvest“ ein cineastisches Meisterwerk ab. Der Spot nimmt uns mit auf die Felder der Kartoffelbauern und zeigt in emotionaler Bildsprache die harte Arbeit, die Hingabe und den Stolz, der in jeder einzelnen Ernte steckt, und erzählt dabei eine berührende Familiengeschichte. In einer Zeit, in der Transparenz und Herkunft für Konsument:innen immer wichtiger werden, trifft Lay’s hier genau den richtigen Nerv. Es ist ein rührender Feel-Good-Spot der anderen Art, der zeigt, dass man auch mit Bodenständigkeit auf der größten Bühne der Welt glänzen kann.
Levi’s – Ein ikonischer Blick zurück
Nach über zwei Jahrzehnten Abstinenz besinnt sich Levi’s beim Super Bowl LX auf sein wohl markantestes Erkennungsmerkmal: die Rückseite. Unter dem Kampagnen-Dach „Behind Every Original“ zeigt der Spot „Backstory“ eine Montage von Hinteransichten, die in den ikonischen Jeans stecken. Von Weltstars wie Rosé (Blackpink), Rapperin Doechii, NBA-Star Shai Gilgeous-Alexander und Questlove bis hin zu Woody aus Toy Story. Levi’s braucht keine komplexen Dialoge oder CGI-Schlachten; die berühmte rote Flagge und die bogenförmigen Nähte auf der Tasche reichen als Botschaft völlig aus.
Pepsi: Identitätskrise am Nordpol
Pepsi lässt die Katze – oder besser gesagt: den Bären – aus dem Sack. Was im Teaser als frecher Diebstahl eines Maskottchens begann, entpuppt sich im fertigen Spot als waschechte Identitätskrise. Wir sehen den ikonischen Polarbären (eine unmissverständliche Spitze gegen Coca-Cola), wie er im Geschmackstest zur Pepsi-Dose greift und dadurch in eine Identitätskrise rutscht. Der Verrat am Erzrivalen gerät in eine ähnlich überdrehte Situation, die den Zuschauer direkt in die aktuelle Meme-Kultur katapultiert.
Novartis – Ein Volltreffer in Sachen Vorsorge
Dass Humor und Gesundheit kein Widerspruch sein müssen, beweist Pharma-Riese Novartis mit einem der wohl cleversten Wortspiele des diesjährigen Super Bowls. In „Relax your tight end“ nutzt die Marke die Football-Terminologie für eine charmante, aber messerscharfe Botschaft zur Prostatakrebs-Vorsorge. Die Entwarnung folgt sofort: Screening beginnt heute mit einem einfachen PSA-Bluttest. Novartis schafft es hier, die typische Super-Bowl-Macho-Atmosphäre aufzubrechen und ein Tabuthema mit einem Augenzwinkern mitten in die Wohnzimmer zu bringen. Im Gegensatz zu flachen Kalauern hat dieses Wortspiel eine echte Funktion: Es nimmt die Spannung aus einem ernsten Thema und liefert einen echten Mehrwert für die (männliche) Zielgruppe.
Pringles – salzig und romantisch
Sabrina Carpenter geht unter die Bildhauer. In der neuesten Phase der Kampagne wird aus dem Pringles-Orakel ein echtes Frankenstein-Projekt der Liebe. In dem Spot nutzt Sabrina die ikonische Sattelform der Chips nicht mehr nur zum Zupfen, sondern baut sich Stein (bzw. Chip) für Chip ihren Traummann zusammen. Der Spot spielt brillant mit dem „Weird Girl“-Vibe, für den Sabrina Carpenter gefeiert wird: Eine Mischung aus High-Fashion-Ästhetik, zuckersüßer Romantik und einem tiefschwarzen, absurden Humor.
Rippling – The Mastermind
Die HR- und IT-Plattform Rippling feiert ihr Super-Bowl-Debüt und hat sich dafür keinen Geringeren als den König des Cringe Humors gesichert: Tim Robinson. In „The Mastermind“ spielt Robinson einen exzentrischen Chef, der verzweifelt versucht, wie ein genialer Bösewicht sein Business-Imperium zu steuern. Doch der Plan scheitert kläglich – nicht an den Gegnern, sondern an veralteter Software. Während andere Tech-Marken oft unterkühlt wirken, setzt Rippling auf pure Comedy, um die Frustration über schlechte Software greifbar zu machen.
Rocket & Redfin – Lady Gaga lädt in die Nachbarschaft ein
Es ist das erste Mal, dass der Immobilien-Riese Redfin beim Big Game auftritt und dabei die Brücke vom Hauskauf zum echten „Zuhause“-Gefühl schlägt. Mit Lady Gagas stimmlicher Wucht und einer ordentlichen Portion Nostalgie positioniert sich der Spot als emotionales Herzstück der diesjährigen Werbepause – ein starker Kontrast zu den sonst eher schrillen Clips und dem Subtext der aktuellen Geschehnisse in den USA.
Squarespace – Emma Stone und Arthouse-Vibe
Squarespace inszeniert die Kampagne wie den Start eines Arthouse-Blockbusters, inklusive passender Filmplakate und einem orchestralen Soundtrack. Damit setzt die Marke ein deutliches Zeichen gegen das übliche bunte Werbe-Spektakel und setzt stattdessen auf filmische Gravitas. Es ist das erste Mal, dass Stone in einem Super-Bowl-Spot zu sehen ist, und die Kombination aus ihrem schauspielerischen Talent und Lanthimos’ unverwechselbarem Stil verspricht eines der visuell beeindruckendsten Highlights am 8. Februar zu werden.
TurboTax – Adrien Brody liefert überflüssiges Steuer-Drama
In „The Expert“ spielt der Charakterdarsteller eine überdrehte Version seiner selbst: einen Schauspieler, der die „Qual der Steuererklärung“ mit maximalem Pathos und künstlichem Regen verkörpern will. Der Clou: Die Regie muss ihn ständig bremsen, denn bei TurboTax ist die Steuer eben kein Drama, sondern eine entspannte Sache. Der Spot versteckt sich nicht hinter der Prominenz seines Stars, sondern zieht dessen Image als ernster Method Actor brillant durch den Kakao. Ein cleverer Meta-Kommentar auf das typische Super-Bowl-Werbe-Spektakel, der gleichzeitig die Kernbotschaft der Marke – Einfachheit statt Schmerz – perfekt transportiert.
Volkswagen – Ein nostalgischer Weckruf für das Kind im Fahrer
Volkswagen kehrt beim Super Bowl LX zu seinen Wurzeln zurück und belebt den legendären Slogan „Drivers Wanted“ mit einer ordentlichen Portion Energie neu. In „The Great Invitation“ sehen wir keine technischen Daten oder sterilen Laborszenen, sondern pure Lebensfreude: Freunde, die spontan dem Eiswagen hinterherjagen oder einfach in die Nacht aufbrechen. Das Ganze wird befeuert von dem House-of-Pain-Klassiker „Jump Around“, der sofort für gute Laune sorgt. Während die Bilder jung und unbeschwert wirken, triggert der 35 Jahre alte Soundtrack punktgenau die Generation X und die Millenials. VW verkauft hier nicht nur ein Auto, sondern das Gefühl, trotz Alltag und Verpflichtungen noch immer impulsiv sein zu können. Ein warmer, mitreißender Beitrag, der sich wohltuend vom aggressiven High-Tech-Look anderer Autohersteller abhebt.
Unsere Daumen-runter
Bud Light – Planlose Promi-Pracht
Bud Light versucht es dieses Jahr mit der Brechstange: Man nehme NFL-Legende Peyton Manning, Chart-Stürmer Post Malone und Comedian Shane Gillis, werfe sie in ein Auto und hoffe, dass die Chemie allein den Spot rettet. Die Handlung? Es wird getrommelt, über Hochzeitsreden philosophiert und zu Limp Bizkit gegrölt. Was als hilfloses Chaos charmant gemeint ist, wirkt am Ende leider genau so: planlos.
Budweiser – „American Icons“
Nach Jahren des Experimentierens kehrt Budweiser zu einer bewährten Formel zurück: Emotionen durch Tiere, große orchestrale Bilder und ein Fokus auf Tradition. Ein Paradebeispiel für „Comfort Marketing“ – Die YouTube-Kommentare quellen mit USA-Flaggen und verdächtig ähnlich klingenden Gefühlsbekundungen über. Es mag der kulturellen Außenansicht geschuldet sein, aber amerikanische Kitsch-Symbolik zieht bei uns dieses Mal nicht.
Cadillac Formula 1 – Hochglanz-Ästhetik ohne echtes Renntempo
Cadillac nutzt die gigantische Bühne des Super Bowl LX, um seinen offiziellen Einzug in die Formel 1 zu zelebrieren. Der Spot „Team Has Arrived“ setzt auf maximale Gravitas: schwere Bässe, dramatische Lichtkanten auf poliertem Carbon und eine Voice-over-Stimme, die in bedeutungsschweren Sätzen über Ideen philosophiert, die „nicht leise bleiben wollen“. Es ist die klassische Cadillac-Schule – stolz, amerikanisch und extrem hochwertig produziert. Doch genau hier liegt das Problem: Der Spot verliert sich so sehr in seinem eigenen Pathos, dass er fast schon langatmig wirkt. Während man darauf wartet, dass der Motor endlich aufheult oder ein Funke echte Leidenschaft überspringt, bekommt man stattdessen eine Aneinanderreihung von (zugegeben schönen) Standbildern und abstrakten Metaphern.
Dunkin’ – Ein nostalgischer Rohrkrepierer ohne Pointen
Manchmal ist die Erwartungshaltung der größte Feind eines Werbespots. Nachdem Dunkin’ die Fans mit den „Golden Cringe“-Teasern und einem Cast aus Friends- und Seinfeld-Ikonen regelrecht heißgemacht hatte, ist das Endergebnis eine herbe Enttäuschung. Die Idee, Ben Afflecks Meisterwerk Good Will Hunting als billige 90er-Jahre-Sitcom neu zu interpretieren, klingt auf dem Papier vielleicht nach „so schlecht, dass es wieder gut ist“. In der Realität ist der Clip jedoch einfach nur… schlecht.
Kellogg’s Raisin Bran – Wenn ein Wortspiel zum Tiefflieger wird
Kellogg’s setzt alles auf eine Karte: den Namen von Sci-Fi-Legende William Shatner. In „Will Shat“ wird der 94-jährige Star zum „Bran Ambassador“. Die Mission? Amerika nach dem sündigen Game-Day-Food mit Ballaststoffen zu retten. Als Mutter eines sechsjährigen Sohnes bin ich Toilettenhumor nicht abgeneigt. Aber – ob Shatner im Raumschiff, an der Bar oder auf einem Autodach – der Gag bleibt immer derselbe. Sicher, Shatner spielt das mit seiner typischen Deadpan-Eleganz und einer bewundernswerten Selbstironie, doch am Ende bleibt die Frage: Reicht ein einziger „Bathroom-Pun“ wirklich aus, um zwischen all den kreativen Giganten zu bestehen?
Manscaped – Der singende Albtraum in der Snack-Pause
Zum 10-jährigen Jubiläum feiert Manscaped sein Super-Bowl-Debüt und entscheidet sich für einen Weg, der mutig ist – aber leider auch ziemlich unappetitlich. In „Hair Ballad“ sehen wir anthropomorphe Haarklumpen, die eine melancholische Abschiedshymne singen, während sie vom Körper rasiert werden. Die Botschaft: Die Haare werden dich vermissen, du sie aber nicht. Was die Agentur als „grotesk-liebenswert“ beschreibt, ist im Kontext des Super Bowls ein riskanter Fehlgriff. Während Millionen von Zuschauern vor Bergen von Chicken Wings, Nachos und Pizza sitzen, präsentiert Manscaped singende, traurige Haarmonster, die in Richtung Abfluss wirbeln.
Hier ist die kritische Einordnung für den Ring-Spot, der unter der süßen Oberfläche ein echtes Datenschutz-Dilemma verbirgt:
Ring – Der flauschige Köder für die totale Überwachung
Ring setzt beim Super Bowl LX auf die ultimative emotionale Geheimwaffe: verlorene Haustiere. In „Be A Hero In Your Neighborhood“ inszeniert sich die Amazon-Tochter kitschig als Retter in der Not. Dank der „Search Party“-Funktion und der Vernetzung von Außenkameras wird die Nachbarschaft zur digitalen Suchmannschaft, die entlaufene Vierbeiner wieder mit ihren Familien vereint. Ein klassischer Gänsehaut-Moment, der das Bild einer fürsorglichen, eng vernetzten Gemeinschaft zeichnet. Doch hinter diesem herzerwärmenden Vorwand verbirgt sich ein knallhartes Überwachungs-Business, das bei Datenschützern für Alarmstufe Rot sorgt. Während Ring uns dazu animiert, für den „guten Zweck“ noch mehr Kameras zu installieren und Daten zu teilen, bleibt die Kehrseite oft im Schatten: Die massive Kooperation mit Sicherheitsbehörden. Kritiker weisen seit Jahren darauf hin, dass Plattformen wie diese faktisch als verlängerter Arm staatlicher Überwachung fungieren – inklusive Berichten über Datenzugriffe durch Behörden wie die ICE (Immigration and Customs Enforcement).
Starbucks – Romantik-Filter über der Fließband-Realität
Starbucks setzt für den Super Bowl LX auf die ganz großen Gefühle und lässt die Beatles den Soundtrack für eine herzerwärmende Montage liefern. Unter dem Motto „All Together Now“ inszeniert sich die Kette als der ultimative Ort der Begegnung, an dem Gemeinschaft und das gemütliche Miteinander im Mittelpunkt stehen. Ein visuelles Wohlfühlpaket, das uns glauben lassen will, das Café um die Ecke sei noch immer das gemütliche „Wohnzimmer“ der Nachbarschaft. Doch hinter der nostalgischen Fassade und den fröhlichen Gesichtern verbirgt sich eine bittere Ironie. Während die Werbung das „Zusammensein“ zelebriert, erinnert die Realität in den Filialen immer häufiger an optimierte Logistikzentren. Zwischen Mobile-Ordering-Hektik, anonymen Abholstationen und dem Fokus auf maximalen Durchsatz bleibt von der besungenen Community-Atmosphäre wenig übrig.
Lies auf Meedia Miriams Beitrag zum Super Bowl 2024 oder hier eine kurze Zusammenfassung, wenn du keinen Plus-Zugang hast.
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