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Mai 4, 2021

Storytelling-Apps: Geschichten auf dem Smartphone

Das Schöne an Geschichten ist, dass sich diese über alle möglichen Kanäle erzählen lassen. Vielseitigkeit auch in der Medienform ist bei Storys fest in der DNA verankert. Bücher und Filme sind die wohl am meisten etablierten Arten des Storytellings, doch mit einer sich verändernden Medienwelt kommen neue Möglichkeiten hinzu. Mittlerweile hat sich ein großer Teil unserer Aufmerksamkeit auf das Smartphone verlegt. Konsequenterweise heißt es damit: Vorhang auf für innovative Storytelling-Apps! Wir haben einige prominente Beispiele getestet.

Ein Smartphone fotografiert einen dunklen Gang
Quelle: Unsplash/Omar Prestwich
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1. Hooked: Geschichten als Chat

(verfügbar für iOS / Android)

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert erfreuten sich Briefromane großer Popularität. Die Idee, eine Geschichte in einem fiktiven Schriftwechsel zu erzählen, galt als innovativ und ermöglichte einen neuen Blick in die Charaktere einer Handlung. Gleichzeitig waren somit ungewohnte Spannungsbögen möglich.

Wer schreibt heutzutage schon noch Briefe? Da ist es fast schon naheliegend, Storys mithilfe des Kommunikationskanals unserer Zeit zu erzählen: Chats.

Die Storytelling-App Hooked präsentiert spannende Geschichten als Chatverlauf. Dabei sind Plots in den Kategorien Horror, Romantik, Sci-Fi, Rätsel und Komödie verfügbar. Die Anwendung ist extrem schlicht aufgebaut und konzentriert sich auf die wesentlichen Funktionen. Mit einem Tippen erscheint die jeweils nächste Nachricht und die Story nimmt ihren Lauf. Nutzerinnen und Nutzer sind nicht direkt zum Zuschauen verdammt, sondern bekommen das Gefühl, dank ihrer Interaktion quasi „live“ dabei zu sein. Hooked präsentiert dabei Geschichten in unterschiedlichen Sprachen – auch auf deutsch sind hunderte kurzer Storys verfügbar.

Hooked kann grundsätzlich kostenlos genutzt werden, nach einigen Minuten müssen Leserinnen und Leser jedoch pausieren. Ein Abo erlaubt eine unbegrenzte Nutzung sowie Zugriff auf über 1.000 Geschichten, die „free Version“ ist dagegen begrenzt. Auch Bild- und Audioinhalte, zum Beispiel in Form von Sprachnachrichten, bleiben zahlenden Usern vorbehalten. Dadurch ist die Storytelling-App für den kurzfristigen Gebrauch ein schöner Spaß, wobei die ständigen Zwangspausen die Freude etwas trüben. Vor allem Storys aus dem Horror-Genre erfreuen sich großer Beliebtheit und hier zeigt die App auch ihre Stärke. Die kurzen Geschichten sind interessant und mitunter durchaus fesselnd, wobei Nutzende sicherlich nicht den Anspruch eines Goethe-Romans mitbringen sollten.

2. DigiTale: Chat-Fiction-Storys made in Germany

(verfügbar für Android)

Auch DigiTale bietet Chat-Fiction-Storys und nutzt prinzipiell die gleichen Mechaniken wie Hooked: Mit einem Tippen erscheint die nächste Chatnachricht. Auch die Genres sind mehr oder weniger deckungsgleich: Nutzende können wählen zwischen den Beriechen Horror & Mystery, Krimi & Thriller, Liebe, Comedy, Science-Fiction und sonstiges.

Nach einigen Minuten Nutzung müssen Anwendende leider auch hier eine Pause von maximal fünf Minuten einlegen. Umgangen kann dies entweder mit einem Wochen- oder Monatsabo.

Grundsätzlich erfindet DigiTale das Rad an Chat-Fiction-Storys nicht neu, kommt jedoch in einem frischen und modernen Look daher. Leider gibt es bislang noch vergleichsweise wenige Geschichten in der App, auch eine iOS-Version ist bislang nicht verfügbar. Doch weil das Unternehmen hinter der Anwendung noch jung ist, ist zu erwarten, dass die Bibliothek nach und nach mit neuen Storys gefüllt wird. In der Zukunft sollte man diese Storytelling-App daher auf jeden Fall auf dem Radar behalten.

3. Wonderscope: AR-Storytelling für jüngere Kinder

(verfügbar für iOS)

Wonderscope erweckt Bilder zum Leben und bringt diese direkt ins heimische Zimmer. Die eigenen vier Wände werden somit zum Schauplatz von märchenhaften Geschichten, in denen Comic-hafte Figuren über das Bett laufen und Flugzeuge durch den Raum fliegen.

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Die App verfolgt klar ein pädagogisches Ziel. Die verschiedenen Rätsel können gelöst werden, indem man mit den Charakteren spricht und ihnen Sätze laut vorliest. Kinder können somit ihr (Vor-) Lesevermögen trainieren. Da die App derzeit nur auf englisch verfügbar ist, eignet es sich zusätzlich, um die Fremdsprachenkenntnisse zu üben.

Jede Geschichte muss separat für den App-Store gekauft werden und kostet jeweils rund fünf Euro. Die Storys dauern rund zehn Minuten – damit ist Wonderscope ein kurzweiliges, aber nicht ganz günstiges Vergnügen. Ein weiterer Wermutstropfen: Leider ist die App derzeit nur für iOS verfügbar.

Wonderscope richtet sich klar an kleinere Kinder, zeigt jedoch, was mittlerweile technisch möglich ist. Aus diesem Grund lohnt es sich, die kreativen Köpfe hinter dieser Storytelling-App im Auge zu behalten – vielleicht planen sie ja bereits eine Version mit immersiven Abenteuern für eine erwachsener Zielgruppe.

Storytelling-Apps: Neue Möglichkeiten, aber noch viel Luft nach oben

Smartphones bieten unendliche Möglichkeiten für modernes und kreatives Multimedia-Storytelling. Dabei gibt es erste innovative Ansätze, von dieser Chance Gebrauch zu machen. Wir stellen jedoch auch fest: Storytelling-Apps stellen im App- und Playstore bislang noch eine Ausnahme dar. Geschichten werden auf dem Smartphone derzeit vor allem im Rahmen von kleinen Handyspielen unterschiedlicher Qualität erzählt. Wir hoffen daher, zukünftig weitere Anwendungen zu finden, die es uns erlauben, in fremde Welten und Geschichten abzutauchen!

Wie digitales Storytelling im Marketing eingesetzt werden kann, erfahrt ihr im Blogpost: „Augmented Reality im Marketing: Visuelles Storytelling der Zukunft?“

Liam Kreutschmann
Senior-Berater bei Mashup Communications
Das Nordlicht befindet sich mit Tatendrang, Humor und Sinn für die Geschichten des Alltags auf seiner Abenteuerreise durch die Welt der PR.