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Oktober 4, 2016

So betreibt ihr Food Blogger Relations mit süßem Nachgeschmack

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Test: Erinnerst du dich noch an einen der Werbespots, die gestern Abend deine Lieblingsserie unterbrochen haben? Wahrscheinlich ist probiotischer Bio-Joghurt, veganes Schnitzel und so manches Superfood beinahe spurlos an dir vorbeigezogen, während du mit einer Tüte Chips auf dem Smartphone scrollend darauf gewartet hast, dass es endlich weitergeht.

Viel einprägsamer: Deine Lieblingsbloggerin erzählt in ihrem neuen Video von dem leckeren neuen Gojibeeren-Müsli, das sie zum Frühstück hatte, und erwähnt zusätzlich noch, wie gut ihr doch dieser Vitaminkick am Morgen tut. Das bleibt garantiert im Kopf, oder wird spätestens wieder ins Gedächtnis gerufen, sobald das beworbene Produkt beim Einkauf im Supermarkt gesichtet wird. Entscheidend ist hier nämlich vor allem eines: Durch Werbung kann zwar Aufmerksamkeit erzielt werden, Vertrauen wird dem Produkt oder einer Marke allein durch Reklame jedoch in den seltensten Fällen, sondern eher durch einen Multiplikator, dem man aktiv folgt, entgegengebracht.

Dabei ist Vertrauen in kaum einer anderen Branche so wichtig wie in der Lebensmittelindustrie. Wie also gelingt es einem Food-Unternehmen, Blogger als Multiplikatoren für sich zu gewinnen und erfolgreich Influencer Relations zu betreiben? Auch wenn aller Anfang schwer ist: Wer dem Blogger die folgenden drei schmackhaften Gänge serviert, wird schnell erste Erfolge verzeichnen können:

Vorspeise: Verständnis für das Bloggen

Egal ob digitales Kochbuch über YouTube, #foodporn-Fotos mit vielen Likes auf Instagram oder Restaurantempfehlungen, die bei Facebook geteilt werden: Blogger wollen als Meinungsführer wahrgenommen werden. Ihre leidenschaftlich gehegten und gepflegten Blogs sollen nicht als billige Werbeplattform dienen und eignen sich auch nicht als Sammelstelle für Pressemitteilungen. Das höchste Gut für jeden Blogger? Ihre Authentizität. Deshalb gilt es auch hier, egal ob Sponsored Post oder nicht, in Stories zu denken, Geschichten rund um die Themen und Produkte zu schaffen und sich zu fragen, was den Blogger und seine Leser interessieren könnte. Suchte der Blogger in der Vergangenheit offenkundig nach einer bestimmten Zutat? Äußerten die Fans des Blogs den Wunsch nach einem Produkttest? Hat der Blogger bestimmte Probleme beim Kochen oder Backen erwähnt, die durch das Unternehmen gelöst werden können?

Hauptgang: Die richtige Ansprache

Die Grundregeln der Influencer-Ansprache – persönlich, passend und wertschätzend – zählen auch hier. Doch insbesondere im Bereich Food muss oftmals intensive Aufklärung und Agenda Setting betrieben werden: Die neuste Kochbox vorzustellen und nach einer Zusammenarbeit zu fragen reicht nicht aus. Um das Interesse zu wecken und die Inspirations-Maschine anzuschmeißen, ist es wichtig, kurz aber knackig zu erklären, wie der Service oder das Produkt das Koch- oder Backleben konkret positiv beeinflusst.

Dessert: Die Umsetzung

Bei Food Blogger Relations liegt es auf der Hand, den Influencern Produkttests anzubieten. Erwartet aber nicht bei einem Produktwert von 40 Euro eine ausführliche Review, mehrere Blogposts und am besten noch Social Media Content mit Hashtags und Verlinkungen. Ein Online-Artikel kostet enorm viel Arbeit, von der Konzeption über die Umsetzung, Bearbeitung der Bilder und das Schreiben des Textes. Ganz abgesehen von der Kommunikation mit den Lesern und der Community. Achtet also darauf, was ihr dem Blogger konkret anbietet und im Gegenzug realistisch dafür erwarten könnt. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, wagt sich an den persönlichen Kontakt mit Bloggern, entweder über eine Office-Tour, Produktionsbegehung oder ein Event. Diese sind zwar oft zeit- und kostspielig, können sich gut umgesetzt jedoch auch langfristig lohnen.

Doch es muss nicht immer eine aufwändige Veranstaltung sein. Kleinere Get-Together oder Workshops, die die Expertise des Unternehmens zeigen, reichen schon als Anlass, um zusammenzukommen und sich gegenseitig kennenzulernen. Hier sollten Unternehmen auch an Verticals denken: Eventuell eignet sich demnächst am besten ein Food-Photography-Workshop, da viele Influencer aus diesem Bereich immer nach neuer Inspiration und Profitipps suchen.

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Beratung

Mia Marjanovic