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Mai 18, 2017

Werte, Vision und Motivation: Storytelling für Führungskräfte

Werte, Vision und Motivation: Storytelling für Führungskräfte

Nicht nur die heroischen Momente großer Reden, Präsentationen oder alljährlicher Tagungen der obersten Führungsliga eignen sich für erfolgreiche Leadership-Geschichten. Storytelling kann tagtäglich auf vielen Ebenen des Managements und der Zusammenarbeit integriert werden, um die grundlegenden F’s des Führens „Fordern, Fördern, Feedback geben“ lebendig anzuwenden. Geschichten über außerordentliche Erfolge einzelner Mitarbeiter, über Erkenntnisse, die man erst durch eigene Fehlschläge erlangt hat oder über die gemeinsamen Werte machen erfolgreiche Leadership-Momente aus. Gerade Führungskräfte müssen es schaffen, dass ihnen zugehört und geglaubt wird, um ihr Team weiterzubringen. Ratschläge, Feedback und Strategie müssen eine Wirkung auf das Publikum haben, damit diese auch umgesetzt werden. Nur einige Beispiele illustrieren, wie und zu welchen Anlässen man als ein guter Geschichtenerzähler seinen Führungsstil aufs nächste Level bringen kann.

Foto: lilivanili (https://www.flickr.com/photos/lilivanili) CC BY 2.0

 

Unternehmensvision mithilfe alternativer Storytelling-Formate erklären

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungsperson ist, ein Team für die Zukunft zu wappnen. Die Vision ist der Kompass, der ständig vor Augen gehalten werden sollte. Doch wie bekomme ich ein Team dazu, der Vision überhaupt Bedeutung beizumessen und sie als solche anzuerkennen? In seinem Buch Lead with a Story veranschaulicht der Amerikaner Paul Smith die Wirkung von Visionen anhand einer Geschichte: Auf einer Baustelle trifft eine Frau Bauarbeiter und befragt sie zu ihrer Tätigkeit. Während der erste grimmig antwortet „Steine verlegen“, strahlt sein Kollege „Ich baue die größte Kathedrale der Welt!“. Unterschiedlicher könnten die Antworten nicht sein. Geschichten wie diese können veranschaulichen, wie das Verständnis für das übergeordnete Ziel helfen kann, bessere Entscheidungen zu treffen, ein besserer Teamleiter zu sein oder generell die eigene Arbeit mehr zu schätzen.

Andere originelle Formate transportieren ebenfalls Visionen: Eine Zeitung aus der Zukunft, mit der Vision und den wichtigsten Meilensteinen als Titel-Aufhänger, kann ein 50-seitiges Strategiepapier ersetzen, das wahrscheinlich kaum jemand durchlesen wird. Oder statt ein theoretisches Zukunftsbild zu malen, kann man dies zum Beispiel auch in Form eines typischen Tagesablaufes skizzieren, wie er laut der Vision für einzelne Arbeitsbereiche im Unternehmen aussehen könnte. So können sich Mitarbeiter viel genauer vorstellen, welchen Einfluss die Vision auf ihr persönliches Arbeitsumfeld hat.

Unternehmenswerte und -kultur anhand von Anekdoten kommunizieren

Werte sind das wichtigste Bindeglied, das alle Akteure miteinander vereint und eine Community aus Kunden, Mitarbeitern und der Geschäftsführung prägt. Ähnlich wie bei der Unternehmenskultur ist eine Auflistung der Werte jedoch nur die Theorie, solange diese Werte nicht im Unternehmen gelebt werden. Was genau Werte wie Integrität, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Einzigartigkeit, Freiheit oder Optimismus in jedem einzelnen Unternehmen individuell bedeuten, lässt sich weniger durch Stichpunkte als durch konkrete Beispiele in Form von Geschichten verständlich machen. Erfolgreiche Unternehmensführung heißt vor allem, dass Werte tagtäglich gelebt werden. Fürs Leadership Storytelling ist es daher besonders wichtig, genau jene Anekdoten, welche die Unternehmenskultur belegen, aktiv zu sammeln und intern zu archivieren und zu verbreiten.

Mitarbeiterfeedback entlang der Heldenreise verfolgen

Viele Mitarbeiter sehen es leider immer noch als ein Zeichen der Schwäche, um Feedback, Rat oder gar ganz konkrete Hilfe zu fragen. Die Heldenreise kann Managern und ihren Teams helfen, diese Einstellung zu ändern, denn hier kommt eine Rollenverteilung ins Spiel, bei welcher der Mitarbeiter der Held und das Unternehmen der Mentor ist. Auch Luke Skywalker oder Frodo hätten ohne den Rat und den Zuspruch ihrer Mentoren (Yoda, Gandalf) ihre Abenteuer weder angetreten noch bestanden. Niemand wird zum Verlierer oder Nebendarsteller degradiert, wenn er den Rat eines Mentors in Anspruch nimmt. Ganz im Gegenteil: dessen Part ist in vielen Fällen unverzichtbar, um den Helden zu motivieren, neue Herausforderungen anzutreten, und um ihn dafür mit entsprechendem Wissen und Werkzeugen auszustatten. Mit dieser Feedbackkultur sehen Mitarbeiter weniger Hürden, ihre Vorgesetzten oder Kollegen um Rat zu bitten, wenn die richtigen Fragen anhand der Heldenreise gestellt und beantwortet werden:

  • Wo kommt der Held her und wo will er hin?
  • Warum will er dahin? Was ist sein Ziel? Was ist die Belohnung?
  • Welche Hindernisse und Gegner stehen ihm gerade im Weg?
  • Welche Schwachpunkte werden ihm dadurch bewusst, an denen er etwas ändern möchte?
  • Mit welchem Wissen und Instrumenten kann der Mentor diese ausgleichen bzw. den Helden trainieren?
  • Wie sieht die neue Welt nach dem Abenteuer aus, in welcher der Held den Mentor evtl. nicht mehr für solche Hindernisse benötigt?

Fazit

Die Geschichte eines Unternehmens wird nicht nur von einer Person geschrieben. Damit trotzdem eine möglichst einheitliche Dramaturgie entsteht, ist es wichtig, dass Storytelling vor allem im Unternehmen gelebt wird, dass Mitarbeiter verstehen, in welcher Werte-Welt sie sich befinden, wie die Vision aussieht und was dieser noch im Wege steht. Dann können sie es auch weitergeben, um eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Menschen mit gleichen Einstellungen vereint. Storytelling schafft außerdem in der tagtäglichen Interaktion mit den Kunden die Basis dafür, dass sich die Mitarbeiter nicht nur mit den Produkten identifizieren, sondern mit der Marke im Ganzen als Partner auf der eigenen Heldenreise.

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