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Mai 2, 2017

Im Spagat durch den Tag: 5 Learnings einer frischgebackenen Working Mom

Z-w-ö-l-f Monate. Zwölf Monate war ich in meiner eigenen kleinen Familien-Blase: Statt Storys, Calls, Kollegen, Kunden und Business gab es für mich Liebe, Windeln, Brei, Lachen, Weinen, Laufen und Brabbeln. Zurück im Büro starte ich nun in einer ganz neuen Rolle durch. Seit Mitte März gehöre ich zu den berühmt-berüchtigten Working Moms und wandere, springe oder balanciere täglich zwischen zwei Welten. Zeit für ein Zwischenfazit! Fünf Learnings aus meinem ersten Monat zwischen Storytelling und Sabberlatz:

  1. Gelobet seien flexible Arbeitszeiten!

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Seitdem ich Mutter bin, habe ich eine ganze Reihe neuer Heiligbilder: Allein-erziehende Mütter und Väter, Eltern von „Schreibabys“, Mehrlingseltern, kurzum: alle Elternteile, die diesen neuen aufregenden Job tagtäglich unter Extrembedingungen durchziehen. Seitdem ich wieder im Arbeitsalltag angekommen bin, ist noch eine weitere Gruppe in den Fokus meiner tiefsten Bewunderung gerückt: Eltern mit fixen Arbeitszeiten. Wie macht ihr das? Nach einem Monat habe ich natürlich noch nicht die perfekte Routine. Aber schon jetzt steht für mich fest: Mit fixen Arbeitszeiten würde ich jeden zweiten Tag zu spät kommen. Da kann ich den Morgen noch so perfekt vorbereiten. Am Ende hängt alles von der Laune meiner Tochter ab. Das Fertigmachen gestaltet sich einfach schwierig, wenn mir ein nölendes Kind von Raum zu Raum folgt – mein Hosenbein im unlösbaren Todesgriff – weil sie viel lieber spielen oder kuscheln würde, anstatt loszumachen.

  1. Sechs Stunden sind nicht acht Stunden!

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Im Grunde bin ich der Überzeugung, dass man so gut wie jeden (Büro-)Job auch in kürzerer Zeit schaffen kann, vorausgesetzt das Unternehmen sorgt insgesamt für eine realistische Arbeitsbelastung und man strukturiert seinen Tag effizient. Trotzdem habe ich mir in der ersten Woche den Teller nach alter Gewohnheit erstmal ordentlich voll gepackt und musste mich dann ganz schön sputen, alles abzuarbeiten. Machbar ist es, aber das konzentrierte Durcharbeiten bedeutet auf jeden Fall eine Umstellung. Das macht sich auch im Miteinander innerhalb des Teams bemerkbar. Zeit für ausgiebige Kaffee-Schnacks bleibt wenig und auch wenn ich täglich nur drei Stunden früher gehe, scheinen immer genau dann die spannendsten Dinge im Office zu passieren. Ich habe es mir deshalb zur Angewohnheit gemacht, wenigstens morgens einmal bei den anderen Teams vorbeizuschauen, um alle zu begrüßen und mich ganz bewusst am Small Talk zwischendurch zu beteiligen.

  1. Soziale Kompetenz kann man verlernen!

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Ich würde mich generell als sehr sozialen Menschen bezeichnen. Ich liebe Gesellschaft, ich bin wenig schüchtern und komme eigentlich mit allen Leuten gut klar. Und auch wenn ich die Zeit zuhause sehr genossen habe und keinen Tag früher wieder zurück in den Job wollte, waren meine sozialen Batterien nach einem Jahr Babytalk definitiv etwas im Minus. Umso überraschender war es für mich, dass die erste Zeit zurück am Schreibtisch in dieser Hinsicht fast schon anstrengend war. So viele neue Gesichter, so viel Small Talk und dabei ständig dran denken, brav zu lächeln und zu antworten. Von meinem degenerierten Namensgedächtnis fang ich gar nicht erst an!

  1. Ein privates Netzwerk ist Gold wert!

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Eigentlich klar, aber zurück im Arbeitsalltag wird mir die Bedeutung von engagierten Großeltern und Tanten nochmal bewusster. Gäbe es sie nicht, könnte ich noch gar nicht wieder arbeiten, denn die Wunschkita, für die wir tatsächlich einen Platz bekommen haben, geht erst im August los. Aber auch unabhängig davon bin ich rückblickend sehr froh, dass ich meine Tochter zunächst in sehr vertraute Hände geben kann. Das macht sowohl den täglichen Abschied als auch das Gewissen für mich etwas leichter.

  1. Wenn der Arbeitgeber stimmt, klappt’s auch mit dem Spagat!

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Kaum war ich wieder richtig drin, passiert der Super-GAU: Meine Mutter, die sich jeden Tag unermüdlich um mein Kind kümmert, fällt wegen gesundheitlicher Probleme aus, der Mann muss arbeiten, die Tante ist nicht im Land! Was nun? Ich könnte mich krankschreiben lassen, allerdings liegen wichtige Dinge auf meinem Schreibtisch… Ich versuche mich also kurzerhand als Working Mom im wörtlichen Sinne und verbringe zwei Arbeitstage mit Kind im Homeoffice – bei anderen Arbeitgebern undenkbar. Es waren zwar nicht die produktivsten Tage meiner Karriere, aber ich bin sehr dankbar für das Verständnis und Vertrauen, das einem in unserem Team ganz selbstverständlich entgegen gebracht wird.

Wie sagt man so schön: Mit Kindern bekommt man eine ganz neue Perspektive auf die Welt. Nach einem Monat Working Mom kann ich bestätigen: für die Arbeitswelt gilt das definitiv auch!

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Backstage, Culture