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Übung macht den Meister: 3 Wege aus dem kreativen Tief
Communications – PR, Content, Redaktion Tools 7. April 2020

Übung macht den Meister: 3 Wege aus dem kreativen Tief

„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“ – Pablo Picasso, Maler

Ob PR-BeraterIn, GrafikdesignerIn oder TexterIn, sie alle müssen im Joballtag kreativ sein. Doch nicht jeder oder jede von ihnen wird tagtäglich von der Muse geküsst. Was also tun bei einem kleinen schöpferischen Tief? Wenn das leere Blatt vergeblich darauf wartet, beschrieben zu werden? Es gibt eine einfache Lösung: Wer kreativ sein will, muss üben! Kreativität ist eine Grundfähigkeit des Menschen und hat viele Gesichter. Schaffende können sie wie einen „Muskel des Denkens“ trainieren. Neu überlegen, unkonventionell sein oder auch gegen den Strom schwimmen – es gibt viele Tricks, die Blockaden lösen sowie Gedanken fließen lassen. Wie im Nu frische Ideen sprießen und der kreative Kopf aus dem Tal der Leere wieder herauskommt, zeigen die drei folgenden Übungen:

Rosa Buchstaben aus Plastik
Quelle: Unsplash / Jason Leung

Schnelle Entwicklung von ungewöhnlichen Ideen: 6-3-5 Methode

Je öfter eine Kreativitätstechnik trainiert und eingesetzt wird, desto höher ist bei der Ideengenerierung die Qualität der Einfälle. Beim Einsatz von neuartigen Techniken dürfen die Beteiligten durchaus experimentieren und schauen, welche Übung zu ihnen passt. Eine bewährte Gruppenerfahrung ist zum Beispiel die 6-3-5 Methode. Sie funktioniert sogar mit ungeübten TeilnehmerInnen sehr gut. Dieser Ansatz fördert als Problemlösungsverfahren besonders die Erzeugung von neuen, ungewöhnlichen Ergebnissen.

So funktioniert‘s:
Alle sechs TeilnehmerInnen erhalten ein Arbeitsblatt mit einer konkreten Fragestellung und 18 Feldern für Ideen. Es besteht aus sechs Zeilen zu je drei Spalten. Jeder und jede der Kreativschaffenden verfasst nun drei Entwürfe und trägt diese in die Kästchen der ersten Reihe ein. Nach Ablauf der Zeitspanne von drei bis fünf Minuten werden die Blätter im Uhrzeigersinn an den Sitznachbarn oder die Sitznachbarin weitergegeben. Dieser soll nun versuchen, die bereits genannten Vorschläge aufzugreifen, zu ergänzen oder weiterzuentwickeln. Die jeweils drei neuen Gedankengänge werden dann in die nächste freie Ebene eingetragen. Nun wird der Weitergabezyklus wiederholt bis zur letzten Reihe des Arbeitsblattes. Das Ergebnis: Innerhalb von kurzer Zeit entstehen mit 6-3-5 maximal 108 Ideen – sechs TeilnehmerInnen mal drei Einfälle mal sechs Zeilen.

Beispiel: Bei der Fragestellung „Welche Problemlösungstechniken können wir als Unternehmen anbieten?“ trägt TeilnehmerIn 1 möglicherweise in die ersten drei Felder ein: „Erklär-Videos, Präsentationen und Computerlernspiele“. Der oder die SitznachbarIn bekommt nun das Arbeitsblatt weitergereicht und erweitert die Ideen mit folgenden Einträgen: „Newsletter, Podcast-Reihe, fertiger Materialkoffer“, etc. Nach sechs Runden sind alle Zeilen ausgefüllt und das Brainstorming zu Ende. So kommen viele Ideen ohne großen Aufwand zustande und der Kreativität steht nichts mehr im Wege.

Gegen Schreibblockaden: Eine Schachtel voller Geheimnisse

Viele Menschen sind im Alltag vor allem von einem getrieben: Perfektionismus. Bloß keine Fehler machen. Nirgends anecken. Dabei hindert die Kreativität nichts mehr als der permanente Druck und Anspruch an sich selbst, immer alles richtig zu machen. Infolgedessen lautet die allgemeine Empfehlung: Einfach loslegen! Mit jeder Übung nämlich fällt es den Schaffenden leichter, kreativer zu schreiben und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Sie benötigen nicht viel dafür. In folgendem Fall einfach eine leere Box.

So funktioniert‘s:
Alle TeilnehmerInnen öffnen einmal die Schachtel und entdecken darin einen imaginären Gegenstand. Was ist drin? Ein Geschenk oder doch eine unangenehme Überraschung? Ein langgehütetes Geheimnis? Jeder oder jede überlegt sich eine Sache und fängt spontan an zu schreiben. Die TeilnehmerInnen werden sich wundern, was für Geschichten dabei herauskommen. Abschließend werden die geschriebenen Werke gegenseitig vorgestellt und konstruktiv diskutiert.

Alternativ können sich die Beteiligten von einem Bild inspirieren lassen. Gemälde zum Beispiel laden ebenfalls zum kreativen Schreiben ein. Die Aufgabenstellung könnte in dem Fall lauten: „Warum lächelt Mona Lisa?“ Das einfache „Drauflosschreiben“ löst Blockaden und ruft Gedankengänge hervor, von denen man gar nicht wusste, dass sie existieren. Tägliches Üben verfestigt die Prozesse im Hirn und stimuliert die Kreativität.

Eine knallig blau angemalte Orange
Quelle: Unsplash / Davisco

„Houston, wir haben ein Problem“: Gemeinsam an der Lösung arbeiten

Jeder oder jede steht mal vor einer Herausforderung oder einem Problem. Es gibt Übungen, die das Gehirn darin trainieren, kreative Lösungen für eine Problemstellung zu entwickeln und „out of the box“ zu denken. Dabei wird die natürliche Fähigkeit zur Assoziation genutzt. Ziel ist es, einen lockeren Umgang mit dem inneren Zensor zu entwickeln und sich verrückte Ideen zu erlauben. Hierfür eignet sich beispielsweise eine Übung aus dem Design Thinking namens „Ich habe ein Problem…“. Der Ansatz bedient sich dabei der Erkenntnisse aus der Kreativforschung und erleichtert den TeilnehmerInnen, über den Tellerrand zu denken – mit dem Zweck, tragfähige Innovationen und Lösungen für Probleme zu finden.

So funktioniert‘s:
Hierfür wird eine Gruppe von mehr als vier Personen benötigt. Die TeilnehmerInnen kommen in 2er-Teams zusammen. Nun beginnt einer oder eine der beiden mit dem Satz „Ich habe ein Problem…“ und fügt etwas frei Erfundenes hinzu wie zum Beispiel „Ich habe ein Loch im Schuh.“ Das Gegenüber überlegt sich nun ein beliebiges Objekt, das in keinem Zusammenhang mit dem Thema steht und antwortet womöglich: „Ich habe einen Besen für dich…“. Nun muss der oder die Fragende überlegen, wie er das Anliegen mit dem Feger lösen kann. Die SpielerInnen wechseln sich ab, bis alle einmal drangekommen sind.

Anstelle dieser Übung können sich die TeilnehmerInnen auch in eine andere Person hineinversetzen. Hierfür brauchen sie eine konkrete Fragestellung. Folgend übertragen sie das Problem in eine ungewöhnliche Umgebung und versuchen es aus dem Blickwinkel einer Figur, mit der sie eine bestimmte Herangehensweise verbinden, zu lösen. Beispiel: „Wonach würde Sherlock Holmes in diesem Fall suchen? Wenn Superman mein Problem lösen müsste, wie würde er das angehen?“ Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim Üben!

Auch zum Thema kreatives Schreiben haben wir weitere wertvolle Tipps zusammengetragen. Wie man durch kleine Tipps und Tricks schöne Texte schreibt, lest ihr hier!



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