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Mai 19, 2020

Internationale PR im Vergleich: Eine Beziehung mit der Welt

Wie der Begriff Public Relations schon sagt, handelt es sich hierbei um Beziehungen. Wer eine Beziehung eingeht, erhofft sich in den meisten Fällen auch etwas Langfristiges. So sollten KommunikatorInnen auch die Verbindung zu KundInnen und deren Marke betrachten. Je nach Interessen und Erfolg begeben sich Unternehmen auch auf den internationalen PR-Markt. Jedoch sind die Bedingungen für eine erfolgreiche externe Kommunikation anders als in Deutschland. Damit einem Happy End nichts im Wege steht, sollten PR-BeraterInnen unter anderem wissen, warum beispielsweise eine englische Pressemitteilung in Russland nicht funktioniert. Erfahrt hier, wie der Funke im Ausland überspringt:

Ein Pfeil der mitten durch ein Herz geht auf einem Straßenverkehrsschild

Quelle: Unsplash/ Nick Fewings

Das unsichtbare Band der PR

Grundsätzlich orientieren sich Agenturen und Kommunikationsfirmen international an ähnlichen Zielen. Die Herzen der JournalistInnen und der Zielgruppe wollen erobert werden. Darüber hinaus gilt es eine langfristige und nachhaltige Wirkung zu erschaffen. Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg im Ausland ist eine gründliche und tief gehende Auseinandersetzung mit dem Ziel. Die Zielgruppe ist zunächst das Land, in dem PR betrieben werden soll. Hierbei wird der eine oder andere Perspektivenwechsel nicht zu umgehen sein. Ein kulturelles Know-how über die lokalen Gepflogenheiten, Gebräuche und Traditionen sind ein Muss für diese berufliche Beziehung. Wer diese und die Werte eines Landes nicht versteht, wird Schwierigkeiten haben dort  mit offenen Armen empfangen zu werden.

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Wie Emojis, Sticker und Maskottchen in Asien das Feuer entfachen

In Europa finden Emojis ihre Anwendung hauptsächlich auf Social-Media-Kanälen oder in diversen Chats. Aber da schlummert noch einiges an Potenzial. Denn eine ausgesprochen hohe Bedeutung und ein zu Hause haben sie in Asien. Dort wurde die Emoticon-Kultur geboren. Es kann sogar vorkommen, dass Firmen, die miteinander kooperieren, ihre Maskottchen auch miteinander verheiraten. Wenn es kein Maskottchen gibt, dann wird auf Co-Branding-Produkte zurückgegriffen. Der Hochzeit steht so nichts im Weg. Allein dieser kulturelle Fakt beschreibt, in welcher Relation das Volk zu einer visuellen Kommunikation steht. Egal ob blinkende Sticker, größere Comicfiguren oder verrückte Animationen. Was für EuropäerInnen schnell zu einer Reizüberflutung führt oder als verwirrend empfunden wird, gehört in China, Japan und Co. zum Alltag dazu.

Wer sich mit den Gewohnheiten angefreundet hat, darf dann noch einen Schritt weiter gehen. Augmented Reality hat bereits jetzt schon seine Heimat dort gefunden und wird zukünftig mehr und mehr den Markt erobern.

Verschiedene Emojis nebeneinander an einem Gitter gehängt

Quelle: Unsplash/ Kelvin-Yan

Eine moderne Partnerschaft mit den USA

Früher oder später begegnen einige BeraterInnen den PR-Strategien der USA. Die besten Orte, um PR zu betreiben, sind New York und San Francisco. Dort sitzen die großen Medienhäuser, wie beispielsweise die Huffington Post. Grundsätzlich gilt: Ein Unternehmen, das expandieren möchte, macht das Rennen, indem es eine gute Story liefert. Diese ist ein unverzichtbarer Teil, um die Community zu erreichen. Es geht seltener um das Produkt selbst. Ähnlich wie in der deutschen PR-Branche möchte das Publikum von einer Geschichte in den Bann gezogen werden. Eine Botschaft, Emotionen und visuelle Darstellungen, an denen sich die Zielgruppe orientieren kann. Es geht stets um die Identifikation mit dem Thema und nicht um die Verbindung zum Unternehmen.

Auch wenn Deutschland und die USA im Bereich der PR Hand in Hand ähnliche Ziele und Strategien verfolgen, könnte eine Pressemitteilung mit deutschem Sinn die Beziehung auf die Probe stellen. Die Tendenz zur Übertreibung und eine blumige Sprache sind in den USA gern gesehen. So zählt jede Firma zu den „Top Unternehmen“ oder ist „führend“ in der Branche. Die Wortwahl ist auch wichtig, wenn es darum geht einen neuen Kunden zu gewinnen. In dieser Situation zeigt sich nämlich die starke Präsenz der Online-Medien. Twitter wird zu einer gern genutzten Option, um zu pitchen.

Ein Pfahl mit Länderschildern, die in alle Himmelsrichtungen zeigen

Quelle: Unsplash/Gilles Rolland-Monnet

Es rappelt in der Beziehungskiste

In einer guten Beziehung können die Partner über alles ganz offen reden. Aber manchmal eben auch schweigen. Das ist nämlich der Fall, wenn PR in Russland betrieben werden soll. Hier heißt es: Über gelungene Dinge oder gute Taten wird nicht gesprochen! Deswegen sollte sich von der Vorstellung, ein Charity Event aufzuziehen, schnell verabschiedet werden. Außerdem bekommt die Sache mit dem Austausch noch einen zweiten Haken. Sowohl mündlich als auch schriftlich ist die russische Sprache unumgänglich. Da nützt ein perfektes Englisch leider nicht viel.

Während Facebook in Deutschland eher privat seinen Nutzen findet, so ist es in Russland die Geschäftsplattform schlechthin.

Es ist vergleichbar mit einer Datenbank für Journalistenkontakte. Sowieso scheint das geschäftliche und private Verhältnis von den uns bekannten Vorstellungen abzuweichen. Ein intensives Kennenlernen findet außerhalb der Büroräume und eher privater Natur statt.Die Zeit der PR- BeraterInnen wird also privat beansprucht und das gehört quasi zum Knigge dazu. Beispielsweise kann der ganze Tag, vielleicht auch am Wochenende, bei einer Sightseeingtour, oder abends im Club, miteinander verbracht werden. Wenn die Chemie stimmt, können BeraterInnen sich nach dem monatelangen Beschnuppern freuen. Es geht an den Schreibtisch. Um die Sache jetzt noch zu besiegeln, heißt es, das vollständige Pressematerial aufzubereiten. Die JournalistInnen in Russland bevorzugen es, wenn sie nichts mehr hinterfragen oder nachrecherchieren müssen.

Unter Dach und Fach bringen: Techtelmechtel innerhalb der EU

27 verschiedene Länder. Keine Überraschung, dass trotz einer geringen Distanz die kleinen und großen Unterschiede zu Krisen führen können. Während die DACH-Region schon jahrelang miteinander liebäugelt und einen gemeinsamen Weg beschreitet, gibt es da ja auch noch das südländische Temperament. Damit SpanierInnen und FranzosInnen auch Feuer und Flamme sind, gilt Folgendes: In Frankreich bewährt sich der persönliche Kontakt zu den JournalistInnen, vor allem in Form von Interviews. Das bestärkt die Glaubwürdigkeit. Hierbei wäre es besser, wenn BeraterInnen die französische Sprache genauso lieben wie die Einheimischen. Wer seinen Vorteil nutzen will, verzichtet in einem Gespräch nicht auf gute Witze und Humor. In Spanien hingegen stehen die Marke und das Produkt im Vordergrund. Die sozialen Rahmenbedingungen haben zwar einen angemessenen Wert, sind aber hauptsächlich mit der perfekten Content-Marketing-Strategie verknüpft. Indem alle bestehenden Kanäle hier eingebunden sind, werden die EndverbraucherInnen auf persönlicher Ebene an die Marke gebunden.

Ein Glas. eine Sonnenblume und ein Kulturführer auf einem braunen Holzhintergrund

Quelle: Unsplash/ mnm.all

Mehrere Eisen im Feuer haben

Zunächst braucht eine Beziehung seine Zeit. Die Kennlernphase kann schon mal etwas länger dauern. Hierbei brauchen BeraterInnen eins: viel Geduld! Es ist egal, in welchem Land PR betrieben wird. Es geht nicht darum, die Landesgrenzen und Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Viel mehr bedeutet es, die kulturellen Grenzen und Unterschiede zu akzeptieren und auf diese einzugehen. Einen schönen Nebeneffekt hat das Ganze ja, denn so erfährt jeder mehr über die Vielfalt der Welt.

Wenn du mehr über die internationalen Gegebenheiten in der PR wissen willst, dann schaue doch einfach auf unserem Blog hinter die Kulissen.

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Vanessa Grätz
Mit ihrer ausgeglichenen Art und dem Feingefühl für die richtigen Worte startet Vanessa mit viel Liebe für das Detail ihre Heldenreise bis hin zum Happy End.