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Juni 18, 2020

La dolce Worklife!

Wieso am Strand Arbeiten noch schöner, ist als du denkst

Es gibt Tage im Leben, die sind schwerer als andere. Ganz unabhängig davon, mit welchem Bein du aufgestanden bist, wie deine Haare liegen oder wie unbeschwert glücklich du die Wochen zuvor warst ­– es sind dunkle Tage. Du fühlst dich leer und traurig – wie ein Achtklässler am Sonntag. Der Tag, an dem dein Sommerurlaub in Italien endet, ist so ein Tag. Wohlmöglich freust du dich auf deine KollegInnen und vielleicht sogar auf Arbeit, aber Italien verlassen? Die Sonne und das Mittelmeer? Pasta, Pecorino, Parmaschinken einfach so aufgeben? Akzeptieren, dass man in nur 24 Stunden wieder in einer U-Bahn, gegenüber von blassen, schniefenden Menschen sitzt? Ein dunkler, dunkler Tag. Und einer, der sich in meinem Fall auf den 17. September 2019 hätte datieren lassen. Nur hat es ihn dank meines Arbeitgebers Mashup Communications nie so gegeben.

Das Büro: Ein gefährdetes Biotop

Was brauchst du eigentlich für deinen Job? Überlege bitte kurz! Ich schaue mir so lange Erinnerungsfotos an.

Köstliche Pasta mit Meeresfrüchten

Office-Lunch

Wenn deine Antworten in einen Rucksack passen, solltest du diesen Blogpost im Anschluss übrigens mal deinem Chef oder deiner Chefin zeigen. Denn sind wir mal ehrlich: Wenn du nicht ausgerechnet ZoowärterIn bist, beinhaltete deine Liste wahrscheinlich einen Laptop, ein Telefon, einen Zettel und einen Stift. Eine Schlussfolgerung, die dieser spärlich gefüllte Rucksack in immer mehr Branchen erlaubt: Home Office ist kein postmoderner Startup-Auswuchs. Es ist sinnvoll und Unternehmen, die sich dagegen wehren, trauern bestimmt auch noch um ihr letztes Faxgerät. Doch die Digitalisierung unserer Arbeit erlaubt noch weitaus mehr als Home Office. Wir verschicken Mails mit einem Klick, managen Projekte online, reden mit KundenInnen über Skype, posten Kampagnen mit einer App und besuchen Webinare in Unterhose – das alles mit besagtem Rucksack. Und den können wir überall hin mitnehmen. Aus diesen glorreichen Gegebenheiten entstanden bei Mashup Communications die Workation!

Noch schöner, um wahr zu sein

Das Konzept: Als festangestellter Mashie haben wir die Möglichkeit, bis zu zwei Monate im Jahr an anderen Orten zu arbeiten, also unseren Aufenthalt am Urlaubsort zu verlängern (Work + Vacation). Ich war eine Woche in Italien im Urlaub und habe daraufhin drei Wochen dort gearbeitet. So wurde der 17. September, der eigentlich Tag meiner auch emotionalen Abreise gewesen wäre, zum Start dreier sehr inspirierenden Wochen, in denen ich viel über mein Team, meinen Job und vor allem mich als PR-Berater und mehr noch über mich als erwerbstätigen Mensch gelernt habe. Denn neben den Vorteilen, die klar auf der leicht gebräunten Hand liegen …

Mittagspause

…,  verändert sich beim Arbeiten mit Blick aufs Meer auch die Perspektive auf das, was auf deinem Bildschirm passiert.

Produktiver dank Dosis Urlaub

Wann hast du das letzte Mal auf dem Weg zum Supermarkt kurz innegehalten, aufgeschaut und die Fassaden der Häuserzeilen in deinem Kiez auf dich wirken lassen? Wie oft schlendern wir im Entdecker-Modus und wachem Blick durch die Stadt, in der wir leben? NIE! Dieses entschleunigte Verhalten und Erleben gehört zu jenem Luxus, den uns unser Gehirn nur fernab unseres Hamsterrades im Urlaub gönnt. Deswegen eröffnet Reisen übrigens auch neue Horizonte. Klappen wir in diesem aufmerksamen Geisteszustand nun unseren Laptop auf, wie ich es am 18. September tat, und beginnen zu arbeiten, fühlt sich die gleiche To-Do-Liste anders an. Woran kann das liegen? Wir nehmen uns nicht nur von der Arbeit frei, wenn wir verreisen. Wir nehmen uns auch von unseren Nachbarn frei. Und von unseren Freunden, unseren Eltern, der BVG, von Rewe, vom Fernsehabendprogramm – von allem, was uns in unserem normalen Alltag stresst. Kommt in den Workation nun also nur der Faktor Arbeit wieder ins Leben, sind wir von allen anderen Belangen immer noch frei. Dieser Zustand brachte mir eine Form von Konzentration und Fokus, die ich, wie ich erst dann lernte, im heimischen Büro manchmal vermisse.

Mit Urlaub im Kopf arbeiten

Eine Pressemitteilung in der Hälfte der Zeit zu verfassen, war beim ersten Mal ein glücklicher Zufall. Beim zweiten Mal klopfte ich mir auf die Schulter. Beim dritten Mal vermutete ich ein System. Wieso kann ich mich auf meiner italienischen Berghütte soviel besser konzentrieren? Weil die gelegentlichen Gespräche an der Kaffeemaschine fehlen? Fällt mir auf einmal auf, wie kostbar Zeit ist? Nein! Ich hatte einfach Urlaub im Kopf! Und ich habe mit Urlaub im Kopf gearbeitet. Diese magische Urlaubs-Achtsamkeit, mit der man auf einmal die Natur beobachtet und geradezu in sich aufnimmt, hatte sich auf meine Arbeit übertragen. Das brachte mir ab der zweiten Woche eine ganz neue Ruhe, mit der ich Gedanken hatte und Ideen entwickelte, die sich mir in Berlin nie ergeben hätten. Dazu kam ein weiterer komplizierter chemisch-biologischer Prozess, der sich in meinem Gehirn ereignete: Ich hatte verdammt gute Laune! Das und der Fokus, den ich dort zwischen mehreren Pasta-Vorspeisen fand, machten meine Workation nicht nur persönlich, sondern auch beruflich erfolgreicher und schöner, als dass ich es mir ohnehin vorgestellt habe.

Als Motivation an dich als Leser oder Leserin, dieses Programm auch deiner Chefetage vorzustellen, möchte ich abschließend sagen, dass ich im Oktober diesen Jahres für mindestens vier Wochen nach Portugal fahre ­– um dort mit Urlaub im Kopf zu arbeiten.

Johannes, glücklich am Strand

Glücklicher Arbeitnehmer

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Johannes Schmidt
Ob Interieur-Blogger, Fachredakteur oder Vorstandsmitglied – immer auf der Suche nach beispiellosem Content hilft ihm sein Talent, mit Worten zu bestechen, nicht nur beim Finden der richtigen Hashtags.

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