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Oktober 15, 2020

PR-Arbeit mit Höhen und Tiefen: 6 Erfahrungen aus über 11 Jahren

Mit der eigenen Stimme zahlreiche Menschen erreichen und Emotionen wecken? Das ist das Ziel jedes Märchens, jeder Abiballrede oder Kundenpräsentation. Mit einem spannenden Plot und abenteuerlustigen ProtagonistInnen sollte das überhaupt kein Problem sein. Doch was passiert, wenn man auf taube Ohren stößt? Einerseits könnte das den Wind aus den Segeln nehmen oder andererseits frische Gedankengänge anstoßen und zu kreativen Ideen verhelfen. Was in jedem Fall geschieht, ist, dass durch diese Erfahrungen für die Zukunft gelernt werden kann.

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In der PR kommen solche Situationen auch vor. Zum Beispiel heißt es dann: der Redakteur sei nicht da, die Anrufweiterleitung funktioniere nicht oder es bestehe einfach kein Interesse. Um solche Erfahrungen aus dem PR-Alltag zu teilen, bieten sich unsere wöchentlichen Kreativmeetings an. Dort versammeln wir uns und tauschen uns aus, um voneinander zu lernen. Des Öfteren stellen BeraterInnen auch Clippings vor, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind. Daraus können stets Learnings gezogen und Anekdoten erzählt werden. Um Jene geht es in diesem Beitrag. Hier haben wir wertvolle Ratschläge für euch zusammengestellt, die unsere PR-ExpertInnen in über 11 Jahren Agenturgeschichte gesammelt haben.

Frau liest Zeitschrift und sammelt Ideen

Quelle: Pexels / Kaboompics .com

Kreativer Content

Wenn man an traditionelle Pressearbeit denkt, kommen sofort Gedanken an Gastbeiträge und gewöhnliche Pressemeldungen in den Kopf. Allerdings steht kreativeren Formaten nichts im Weg. So teilte unsere Beraterin Lea eine spannende Geschichte zu einem ihrer liebsten Clippings: Sie schrieb Pressemitteilungen und telefonierte für PiNCAMP, dem Online-Campingführer des ADAC. Leider erzielte sie mit den Themen erst nur ein paar kleinere Clippings, bis sie sich endlich wagte, ein neues Format auszuprobieren. Sie entwickelte eine Liste der besten Camping-Plätze Deutschlands und schmückte sie mit zahlreichen Bildern. Der Ressortleiter Reise war von dieser Idee begeistert und die Story landete innerhalb kürzester Zeit im Stern. Diese Geschichte zeigt uns, dass Hartnäckigkeit und Kreativität belohnt werden und es wichtig ist, über den Tellerrand hinauszuschauen. Wir haben in einem Blogpost neben diesem Listicle noch 13 weitere vielfältige Contentformate für euch zusammengefasst.

Tafel mit Schriftzug "Think outside of the Box"

Quelle: Pexels / Kaboompics .com

Dranbleiben

Hartnäckigkeit ist ein Wort, das sich wie ein roter Faden durch die Öffentlichkeitsarbeit zieht. Vor allem in der Telefonie ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Die Geschichte unserer Senior-Beraterin Manja zu einem Mineko-Clipping belegt dies einwandfrei. Sie verfasste einen spannenden Beitrag über Nebenkosten und mit welchen Tricks VermieterInnen ihre MieterInnen abzocken. Da sie sich der Wichtigkeit der Nachgesprächs bewusst war, griff sie direkt zum Hörer. Unerwartet landete sie damit bei einem leitenden Mitarbeiter der BILD, der sich viel Zeit nahm und sie an einen Kollegen vermittelte. Man kann aus dieser Geschichte sehen, dass BeraterInnen in der Telefonie auf persönlicher Ebene überzeugen können. Außerdem zeigt uns das Verhalten, dass diese Gespräche die Möglichkeit bieten, um an relevantere KollegInnen verwiesen zu werden oder spannende Themen gemeinsam zu brainstormen.

Persönlichkeit glänzen lassen

Sobald BeraterInnen einen persönlichen Kontakt zu RedakteurInnen aufgebaut haben, muss dieser gepflegt werden. Wie wichtig gute Beziehungen zu der Öffentlichkeit und denen, die dort etwas zu sagen haben, sind, kann man besonders gut aus der Erzählung unserer Senior-Beraterin Steffi lernen. Bei der Telefonie für den Kunden Leasingmarkt ließ sie eine persönliche Anekdote einfließen und schaffte somit eine Gesprächsebene mit dem Redakteur. Dieser merkte sich ihre Geschichte und kommt seitdem immer wieder zu Themen über Mobilität auf Leasingmarkt zurück. Dies zeigt, wie wertvoll es ist, feste AnsprechpartnerInnen in den Medien zu haben.

Vorbereitung ist das A und O

Jedoch ist nicht nur die gute persönliche Ebene wichtig, sondern auch die Vorbereitung und Mühe. Es ist immer besser, etwas genauer zu recherchieren. Zum Beispiel kann es vorkommen, dass KundInnen für ein Interview angefragt werden und die Fragen vorher vorliegen. Leider passiert dann oft das, was PR-ExpertInnen überhaupt nicht gefällt: Die Redaktion stellt andere Fragen und überrumpelt die KundInnen damit. Um dem zu entgehen, müssen BeraterInnen Interviews gründlich vorbereiten und unbequeme Fragen vorher abklären. Diese Erfahrung machte Manja mit Billomat. Allerdings hatte sie das Glück, dass der Geschäftsführer Paul-Alexander Thies absolut professionell auf alle Fragen antwortete und im Interview glänzte.

Um die Ecke denken

Man weiß nämlich nie, wie RedakteurInnen ticken und welche Themen sie interessant finden. Oft können Beiträge, die am Anfang schwierig wirken, unerwartet tolle Treffer landen. Bestimmt können viele BeraterInnen Geschichten erzählen, in denen das deutlich wird. Als Beispiel berichten wir von Creditsafe. Für diesen Kunden bearbeiten die BeraterInnen hauptsächlich B2B-Themen, die im Regelfall für Fachmedien bestimmt sind. Allerdings stellte der Senior-Berater Liam schnell fest, dass für Creditsafe auch Aufhänger entwickelt werden können, die bei VerbraucherInnen Interesse wecken. So konnte Liam seine Presse-Story zum Thema Zahlungsmoral von Firmen erfolgreich der BILD anbieten. Die JournalistInnen haben sogar noch kreative Grafiken erstellt, die den Beitrag abrundeten.

Person im Anzug und Brille schaut überrascht auf Laptop

Quelle: Pexels / Andrea Piacquadio

PR in der Corona-Zeit

Auch in der PR-Welt hat das Coronavirus eingeschlagen und alles etwas auf den Kopf gestellt. Begriffe wie „Basisreproduktionszahl“, „Genomanalyse“ und „molekulare Datierungsschätzung“ tauchten ständig in den Medien auf und BeraterInnen mussten sich mit unbekannten Themen vertraut machen. Für Alle, die über kein naturwissenschaftliches Hintergrundwissen verfügen, sind diese Fremdwörter nur schwer zu verstehen. Im Rahmen der Aktion „Listen to the scientists“ wurden 5.000 Plätze des Online-Kurses „Einführung ins Brand Storytelling“ von Mashup kostenlos an WissenschaftlerInnen vergeben. Darüber wurde unter anderem in der W&V und Horizont berichtet. Dort haben die Teilnehmenden gelernt, ihre Nachrichten so zu verpacken, dass sie immer richtig ankommen.

Kampagne von Mashup Communications "Listen to the Scientists"

Fazit

Mit ansprechenden Storys kann man die richtigen Menschen mit den passenden Worten erreichen und dabei Emotionen wecken. Allerdings muss man die Kunst des Geschichtenerzählens lernen und darf die Reise nicht hetzen. Die Erfahrungen unserer BeraterInnen beleuchteten viele Aspekte und gaben zahlreiche Tipps, die hoffentlich dabei helfen, erfolgreich an das Ziel zu kommen. So betonte Leas Erzählung wie wichtig Kreativität in der PR ist und dass neue Formate besonders gut aufgenommen werden. Jedoch funktioniert ausgefallener Content nur, wenn man mit Hartnäckigkeit überzeugt. Wie Manja und Steffi zeigten, kann man diese Qualität vor allem mit langfristigen Journalistenbeziehungen unter Beweis stellen.

Jessica Mescheritzki on Email
Jessica Mescheritzki