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Dezember 11, 2020

Agency Stories #2 – Fairgency

Fairgency

Miriam: Mit unserem Podcast „Praxis-Talk Brand Storytelling“ wollen wir euch inspirieren, die Macht der Geschichten für eure Marken einzusetzen. Dafür sprechen wir mit spannenden Persönlichkeiten aus der Kommunikationsbranche über ihre Erfolge und wie sie dahin gekommen sind. Doch auch bei uns selbst, bei Mashup Communications, gibt es einiges aus dem Nähkästchen zu plaudern. Was passiert eigentlich hinter den Kulissen einer PR und Brand Storytelling Agentur? Darüber reden wir auf LinkedIn live und die Essenz dieser Agency-Storys gibt es nun auch noch mal hier als Podcast. Und da sind wir live! Hallo Nora, guten Morgen! Warst du schon mal irgendwo live?

Nora: Ich hab dir ja vorhin die Story erzählt. Ich war noch nie auf LinkedIn live. Tatsächlich war ich als Kind in einer Live-Sendung und es wurde vorher geprobt. Ich wusste also, wie der Ablauf ist und am Ende sollte man quasi tanzen. Also als Abschluss, während der Moderator abmoderiert hat. Da ich sehr Kamera-geil war, habe ich mich ungefragt neben den Moderator gestellt und habe neben ihm getanzt. Und man konnte mich nicht zurückholen, weil es ja live war. Und meine Mutter, die beim Fernsehen da gearbeitet hat, hat sich sehr amüsiert darüber. Das war meine erste Live-Erfahrung.

Miriam: Sehr schön! Wir wollen heute über Fairgency sprechen – unsere Initiative zu einem Netzwerk/Verband/Verein… Man weiß es noch nicht.

Faire Mitarbeiterkultur
©Pexels.com / ELEVATE

Transparenz interner Strukturen: der Agentur-Bums

Nora: Dann fangen wir erst mal damit an, wie wir dazugekommen sind. Also was uns dazu bewogen hat, das zu machen. Das war der sogenannte Agentur-Bums. Wie hast du das mitbekommen, Miriam?

Miriam: Ich folge ja der Vreni Frost auf Instagram und man hat ja generell diese Diskussion rund um diese, an pornhub angelehnte, Kampagne mitbekommen.

Nora: Genau, eine Bewerberin wurde nicht genommen, aber ihre Idee wurde quasi genommen. Dann haben sich Leute geäußert, dass das nicht das erste Mal sei und dass auch andere Sachen losgehen. Dann hat Vreni auch ganz ganz viele Nachrichten bekommen.

Miriam: Ganz viele Anekdoten von Mitarbeitern aus Agenturen, die dann eben berichtet haben, was sie sonst an Plagiat, Sexismus, etc. erlebt haben. Ich weiß gar nicht, was bei mir da so resoniert hat. Ich habe nicht so krass Sexismus erfahren, aber dass man halt merkt, dass man die kleine Maus im Getriebe ist.

Nora: Interessanter Weise hat es mich gar nicht schockiert. Und das war das schockierende. Man wusste, was in Agenturen so los ist. Als ich in anderen Agenturen war, das ist jetzt schon 20 Jahre her, da war das irgendwie auch normal, dass es so eklig manchmal war. Das ist erst alles mit der #metoo-Kampagne mit hochgekommen. Dass man verstanden hat, dass es so nicht richtig sein kann. Man hat alles immer kleingeredet, sexistische Sprüche über sich ergehen lassen. Wenn ich wusste, dass mein ekliger Chef aus Bremen kommt, habe ich mich extra so neutral wie möglich gekleidet, sodass ich keine Angriffsfläche geboten habe. Deswegen haben mich manche Dinge von denen gar nicht schockiert. Darum muss man erst recht reflektieren: Es kann nicht normal sein, dass es einfach so ist, wenn man in einer Agentur arbeitet. Das schreckt dann natürlich viele Leute ab, weil sie genau das nicht möchten.

Etablierung fairer Strukturen in der Agenturbranche

Miriam: Aus der Arbeitgeber-Sicht hat etwas in mir auch gesagt, dass man da etwas ändern muss. Es ist ja jede Stimme total berechtigt. Das sind ja auch echte Anekdoten und es ist auch eine Vielzahl. Allerdings ist Agentur – als Stichwort oder als Buzzword – ist halt sehr breit gefasst. Es gibt so viele Agenturen, die ganz anders sind. Es werden alle in diesen einen Topf geschmissen. Das war dann eben das, was uns dann auch eben beschäftigt. Wir sind auch eine Agentur und man hat sofort bei dem Wort Agentur so Konnotationen und Assoziationen, die eben auf diesen Erfahrungen aufbauen. Man denkt sich aber auch selber, dass wir das ja nicht sind und andere Leute, die wir kennen, sind es auch nicht. Es wird dann aber alles immer über einen Kamm geschert.

Nora: Niemand ist ja auch perfekt so. Es sind sicher überall mal kleine Sachen, die störend sind oder irgendwas nicht passt. Man muss halt darüber reden und das Bewusstsein haben, dass es falsch ist, wenn am Mittagstisch irgendein Spruch gemacht wird, der irgendwie unter der Gürtellinie ist, und jemand verletzt wird. Es ist eben nicht normal Altherrensprüche zu machen. Unsere eine Mitarbeiterin, Christina, hat auch gesagt, dass sie wirklich überlegt hat, ob sie sich in einer Agentur bewerben möchte, weil sie genau diese Vorurteile schon kannte und das nicht so auf ihrem Radar hatte, in einer Agentur zu arbeiten.

Miriam: Das ist es halt. Wir haben alle eine Recruiting-Challenge und kleine Agenturen besonders, weil sie eben noch nicht diesen Namen haben. Scholz&Friends sind andere Stichwörter, wo man die große funkelnde Agenturwelt sieht.

Klein und stark: Mini-Agenturen als Vorbilder in Mitarbeiterkultur

Miriam: Bei Agenturen, die dann so 10, 20, 30, 40 Mitarbeiter haben, die vielleicht nur regional oder nur in bestimmten Branchen bekannter sind, aber auch bei Berufseinsteiger:innen noch nicht solche Namen sind, ist es halt ein Problem, dass man eben nur eine Agentur ist. Das sind ja nicht nur Werbeagenturen, sondern auch bei PR-Agenturen und Digitalagenturen. Das sind viele Agenturen.

Nora: Wenn man eine Agentur gründet, tut man das ja nicht grundlos. Es wird einen Grund geben, dass man nicht mehr in einer großen Agentur arbeiten möchte, warum man selbstständig sein möchte. Man hat ja die Chance, Dinge zu verändern und nach seinen Vorstellungen die Agentur zu gründen. Natürlich, um sich von großen Agenturen abzusetzen, muss man auch mit anderen Sachen punkten und man macht dann vielleicht schon intuitiv Sachen, die in anderen Agenturen total fehlen. Da sind wir auf dem richtigen Weg. Das Mindset muss man eh haben. Wir wissen, dass unser Kununu-Score schon viel besser ist, weil wir eben Sachen anbieten, die große Agenturen nicht anbieten.

Miriam: Das Schöne war ja auch zu sehen, dass wir zu Fairgency ein Meet-up hatten mit so 10 Agenturen. Wir haben am Anfang auch erst mal eine Kennlernrunde gemacht und darüber gesprochen, was eigentlich unsere Motivation ist. Auf LinkedIn und facebook hat man schon durch Kommentare gesehen, dass der Pain da irgendwie der Gleiche ist. Das man irgendwie total überzeugt ist, von der eigenen Unternehmenskultur, aber natürlich das Image der Agentur das totale Gegengewicht ist

Diskurse erwünscht: Gemeinsam eine Initiative der Zukunft angehen

Nora: Ja, ich finde es halt auch total toll, dass da Leute sofort gesagt haben, dass sie auf jeden Fall dabei sind, sie es unterstützenswert finden und einen Teil dazu beitragen wollen. Es geht ja nicht nur darum, wie toll wir als Agenturen sind, sondern auch darum, Richtlinien zu setzen, was man sich ja auch vornimmt. So hat man bestimmte Standards, dass es normal ist, fair in bestimmten Sachen zu sein.

Miriam: Das Spannende ist jetzt auch tatsächlich, dass wir ja jetzt quasi ein Protokoll gemacht haben und andere Agenturen hier fleißig kommentieren, was man da jetzt weiter macht und dass es auch schon da anfängt, was man jetzt eigentlich unter fair versteht. Da kann man sehr viele Dinge drunter fassen, man kann sie aber auch erstmal ausklammern und man macht jetzt erstmal nur faire Mitarbeiterbehandlungen. An sich ist es ja aber auch, wie man als Agentur fair gegenüber den Kunden, der Gesellschaft oder der Umwelt auftritt.

Entwurf erstellen
©Pexels.com / Startup Stock Photos

Es gibt halt einfach sehr, sehr viele Aspekte. Hier fängt es schon an, dass man sich einfach darüber auch gegenseitig sensibilisiert, dass man sagt, unser Kalkül am Anfang ist das Recruiting und das Employer Branding und dem Image der Agenturbranche Gegengewicht zu setzen. Natürlich gehören aber auch Aspekte wie die Gesellschaft oder Umwelt auch dazu, wo wir jetzt sagen, dass machen wir erst, wenn wir die anderen Sachen gemacht haben. Durch die Teilhabe, die wir gerade erfahren, ist das eben das Schöne.

Vision von nachhaltigen Mitarbeiter-und Kundenbeziehungen

Miriam: Ich überlege gerade, ob wir einfach mal die ursprüngliche Präsentation anmachen, um unseren Zuschauern und Zuschauerinnen zeigen, was eigentlich die ursprüngliche Idee war und wie wir daran gegangen sind. Es muss auch mal gesagt werden, dass unsere Mitarbeiterin Christina Schoof und ihr Team hier die ganze Vorarbeit geleistet haben. Das ist jetzt auch das, was wir größtenteils auf LinkedIn geteilt haben. Es geht ein bisschen um den Hintergrund und sowas, über das wir gerade schon gesprochen haben. Zu Vreni-Frost und was mit Agenturbums gemeint ist, da gab es auch schon einen Zeit-Artikel dazu.

Nora: Obwohl sie sich nur auf eine Agentur sozusagen gestürzt hat. Sie hat da Scholz & Friends an den Pranger gestellt. Aber ja, es ist halt exemplarisch.

Miriam: Genau, dann hatten wir in der Präsentation noch unsere Vision, in der es insbesondere um nachhaltige Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen geht, sowie um Wertschätzung, faire Arbeitsbedingungen und ein paar Kriterien. Wir hatten vorher schon ganz viel ausgesiebt, um erstmal einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wir hatten anfangs noch circa 20 Stichpunkte mehr, wo wir bereits hier schon intern diskutiert haben.

Erfüllte Kriterien als Indiz für gute Unternehmenskultur?

Miriam: Zum Beispiel beim Thema flache Hierarchien. Ich habe mir gedacht, dass flache Hierarchien an sich toll sind, insbesondere zum Thema Mitsprache, aber heißt es denn automatisch, dass es trotzdem eine gute Unternehmenskultur ist? Nur weil du keine oder wenige Vorgesetzte hast? Man kann auch mit flachen Hierarchien eine toxische Unternehmenskultur haben, ebenso wie man durch Hierarchien eine angenehme Unternehmenskultur schaffen kann. Es ist wirklich alles noch offen. Insbesondere in dem Ausmaß, also der Größe der Agentur. Ab welcher Mitarbeiterzahl kann man denn überhaupt erst mitreden, um als Agentur aufzutreten. Wir waren ja selber mal eine ganz kleine Agentur, mit nur 5 Mitarbeiter:innen

Nora: ..und haben uns auch als Agentur gefühlt

Miriam: genau, das auf jeden Fall auch. Das ist eben all das, was noch offen ist. Ab wann fängt man wirklich an, eine Unternehmenskultur zu etablieren oder überhaupt zu können. Das ist ja vielleicht mit zwei, drei MitarbeiterInnen noch gar nicht so möglich. Dazu gehören ja auch flexible Arbeitszeitmodelle, Remote und so weiter, was ja heutzutage gar nicht mehr so das große Thema ist, aber auch Modelle, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angehen. Eben solche Sachen!

Der Umgang mit geistigem Eigentum

Miriam: Ganz wichtig war für uns auch der Umgang mit geistigem Eigentum, was ja eigentlich der Ursprung der ganzen Debatte war. Dieser Plagiatsvorwurf, der am Ende etwas entkräftet wurde, aber trotzdem bei uns noch nie wirklich groß vorgefallen ist. Bei uns wurde natürlich noch nie etwas geklaut, aber auch hier muss man Vereinbarungen mit Mitarbeiter:innen treffen, was geistiges Eigentum angeht. Das haben wir jetzt zum Beispiel auch noch gar nicht schriftlich festgehalten.

Nora: Ja, das stimmt. Wir haben das noch nie gemacht, aber haben natürlich auch mal Leute zum Probearbeiten dagehabt, die Ideen hatten. Wir haben die dann nie verwendet, das ist halt auch klar.

Miriam: Wenn uns jetzt noch jemand zuschaut und euch Kriterien einfallen, die wir noch nicht berücksichtigt haben, schreibt es einfach in die Kommentare. Wir selber haben da auch noch jede Menge und machen auch noch eine Umfrage um zu schauen, was für alle InteressentInnen die wichtigsten Prioritäten werden. Was wir auch sagen ist, dass wir das von Mashup Communications initiiert haben, es sich aber nicht nur auf unsere Agentur beziehen soll. Es soll eine neutrale Instanz werden, die darüber hinaus auch Möglichkeiten schafft, sich gegenseitig verbindlich zu bestimmten Standards zu verpflichten. Das ist jetzt im Prinzip der Weg, bei dem man schauen muss, wie man das organisiert. Ich finde, das ist ein echt spannendes Projekt. Sowas macht man auch nicht jeden Tag, einen Verein, Verband oder was auch immer zu gründen. Wir wollen einfach mal gucken, wie da die Dynamik ist und was noch passieren kann.

Nora: ..und auch zu schauen, was gibt es denn eigentlich bisher und wie stellen sich Andere in der Richtung auf. Es gibt ja auch schon Verbände und Initiativen, die in die Richtung gehen. Wir schauen jetzt, was unsere Aufgabe oder die Aufgabe dieses Netzwerks sein könnte.

Gleichberechtigung und Ideenbreite : Feedback zum ersten Meet-up von Fairgency

Miriam: Ja! Wie fandest du denn so das erste Meet-up? Wir hatten jetzt echt einen schönen Austausch

Nora: Ich fand es wirklich schön. Ich glaube auch, dass es gut ist, dass wir noch nicht ganz so viele Leute waren. So kam jeder Mal zu Wort, wir konnten eine kurze Vorstellungsrunde machen, was die Leute dazu motiviert hat mitzumachen und dass wir sie wirklich persönlich noch mal fragen konnten, was sie sich genau darunter vorstellen und wie sie es machen wollen würden. Ich fand es auch interessant, dass es ein Diskurs war. Es wurde nicht einfach gesagt, ja, genau so machen wir das, sondern es waren verschiedene Ansichten dabei. Was jetzt genau besser ist oder bei so Kleinigkeiten, zur Vereinsgründung, erstmal ein Siegel machen, mit den Inhalten anfangen oder doch lieber erstmal den Rahmen schaffen.

Wir hatten auf jeden Fall einen spannenden Diskurs. Ich glaube, dass wir alle das Gleiche wollen. Es ist jetzt nur die Frage, wie man das alles in eine Form gießt, welche Schritte man macht und wie man die Leute auch aktiv einbindet. Die Leute haben jetzt immer schon geschrieben, wann das Protokoll endlich kommt, weil viele auch gar nicht teilnehmen konnten. Sie wollen auf dem Laufenden gehalten werden, was natürlich toll ist, da sie ja von sich aus schon nachfragen. Deswegen freue ich mich, dass es da so weitergeht und wir hoffentlich im nächsten Schritt sowas wie Aufgaben verteilen. So bleibt es dann nicht nur an uns hängen, sondern können das alle gemeinsam machen. Aber ich fand es wirklich sehr schön.

Lachende Menschen beim Meeting
©Pexels.com / Fox

Kommunikationsberufe? Eher Frauensache

Miriam: Ja, das fand ich auch. Es war ein bisschen symptomatisch, dass es 90 % Frauen waren, aber fand es gleichzeitig auch total toll, dass wenigstens ein Mann dabei war. Ich finde es auch sehr wichtig, dass es am Ende dann auch ausgewogen ist. Klar, es sind mehr Frauen von den ganzen Sachen betroffen, die eine unfaire Agentur ausmachen, aber es soll halt auch nicht einfach nur ein Frauennetzwerk sein. Viele Agenturen werden auch von Männern geführt, weshalb ich es wichtig finde, dass der Anspruch eine faire Agentur zu haben und zu führen nicht nur eine Frauensache ist.

Nora: Ja, ich glaube auch, dass das einerseits daran liegt, dass Themen wie HR und Recruiting eher den Frauen obliegt. Die Kommunikationsbranche, wie auch die PR, ist auch eher Frauensache und bei der Werbung ist es dann eher andersrum oder eher ausgeglichen. Aber es gab ja auch Männer, die gerne kommen wollten, aber nicht konnten.

Attraktivere Kommunikationsbranche auch für Männer

Miriam: Ich fand‘s auch einfach schon toll, dass einer dabei war. Man braucht es halt auch einfach irgendwie genauso. Es war jetzt gar nicht so die Thematik, aber man hat schon bei vielen Anekdoten, die die Motivation ausmachen gemerkt, dass da was Weibliches mitgeschwungen ist. Zum Beispiel das ganze Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie man quasi Frauen wieder Appetit macht, in das Agenturleben einzusteigen, weil sie besonders abgeschreckt sind durch solche Geschichten.

Aber es geht eben auch um das Thema, mehr Männer zu rekrutieren. Das ist eben auch eine besondere Challenge, wie man die durch besondere Vorteile hinterm Ofen hervorlocken kann. Wie man mehr Männer für die Agenturbranche, insbesondere im kommunikativen Bereich, begeistern kann.

Genau, wo stehen wir denn jetzt eigentlich? Gestern hatte ich das Protokoll rumgeschickt. Das hat ein wenig gedauert, bis wir mal Zeit hatten, unsere Gedanken und unsere Aufzeichnungen zu protokollieren. Jetzt habe ich gesehen, dass da schon drei bis vier Leute fleißig kommentiert haben und Ergänzungen hinzugefügt haben.

Der nächste Schritt ist jetzt, dass wir eine Umfrage machen, wo wir in möglichst breiter Runde genauer rausfinden, was jetzt die genauen Kriterien sind und welche Vision dahinter steht. Wir möchten fragen, wie man das am besten organisiert und was eine geeignete Kommunikationsplattform wäre. Ob das jetzt nur bei LinkedIn bleibt, man auf E-Mails umsteigt oder wir nur ein Meet-up bleiben. Oder ob man eben etwas ambitionierter einen Verein oder einen Verband gründet. Das sind eben so Fragen, die wir jetzt mal klären müssen, und ich bin sehr gespannt, ob wir da generell noch ein paar mehr Interessent:innen gewinnen können.

Diversity in der Berliner Agenturbranche

Nora: Ich freue mich drauf, auch wenn ich weiß, dass es viel Arbeit ist. Es ist wichtig und darauf kommt es an. Und genauso, wie es bereits im Banner steht, können Leute, die jetzt vielleicht nochmal im Nachhinein das schauen, uns gerne schreiben und dabei sein. Helft uns dabei, die Agenturlandschaft fairer zu machen und aufzuzeigen, dass sie vielleicht in vielen Bereichen in vielen Agenturen bereits fairer ist. Und dann hoffe ich darauf, dass wir irgendwann diese Abgrenzung zwischen großer und kleiner Agentur nicht mehr haben. Große Agenturen wissen insbesondere jetzt, nach diesem Agenturbums, was sie zu tun haben.

Ich war neulich auf einem Panel, in der es um die Diversity in der Berliner Agenturbranche ging. Da war jemand von Scholz & Friends und jemand von Serviceplan und auch die haben Pläne, die sehen nur unterschiedlich aus. Scholz & Friends haben das pressetechnisch so dargelegt, dass sie unter anderem vorhaben, die Geschäftsführung divers zu machen und bereits ganz konkrete Pläne haben. Sie haben auf jeden Fall noch sehr viel Arbeit vor sich, aber ich will auch, dass sie daran arbeiten. Generell soll die Agenturbranche arbeitswert werden

Fairgency: Ein Blick in die Zukunft

Miriam:  Ich glaube, das ist, wie mit so vielen Zielen, wo man für eine gerechtere Welt kämpft, dass man sich am Ende wieder überflüssig macht. Wenn man jetzt sagt, dass alle Agenturen fair wären..

Nora: …dann bräuchte man uns nicht mehr.

Miriam: Genau. Das Netzwerk für faire Agenturen bräuchte man nicht mehr.

Nora: Wir haben jetzt auch in dem ersten Meet-up eine Stunde angesetzt gehabt und haben dann, glaube ich, 5 Minuten überzogen. Man hat aber auch gemerkt, dass wir noch viel länger hätten reden können. Wir hatten das auch bei diesem Panel, was wir neulich bei Medianet hatten, dem Salon Kreativ, dass wir schon überzogen hatten und noch viel länger überzogen hätten können. Eben weil es auch einfach so breit ist. Was genau versteht man denn eigentlich unter Diversity, geht es um Männer/Frauen, Alter, die Herkunft? Es gibt eben tausend Dinge. Deswegen ist es für uns jetzt nochmal ganz wichtig einzugrenzen, was wir genau machen wollen und an welchen Kriterien wir uns jetzt konkret aufhängen wollen. Sonst verliert man sich ja auch.

Miriam: Ja, auf jeden Fall. Das nächste Meet-up ist am 5. November, einem Donnerstag. Bis dahin machen wir die Umfrage und können dann hoffentlich die Umfrageergebnisse mit allen teilen. Ich würde sagen, wir lassen es jetzt einfach hier an dieser Stelle stehen. Danke, dass du mitgemacht hast Nora. Du musstet heute nicht neben dem Moderator tanzen. Und wir gucken dann mal, was das nächste Thema unserer Agency Stories sein wird. Vielen Dank und vielen Dank an alle Zuschauer.

Nora: Ja, vielen Dank!

Mona Khalil
Schon früh hat Mona Regie und Drehbuch bei Film und Theater übernommen. Die Wirtschaftspsychologin kann bei Mashup mit Storytelling weiterhin das tun, was sie liebt: Menschen berühren.