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Mai 18, 2021

Perfekt eingespielt: Als Unternehmen Werte kommunizieren

In den vorherigen Beiträgen dieser Dreiteiler-Serie, Unternehmenswerte definieren und leben, gab es bereits Insights in betriebliche Strukturen. Aber wie schaffen es Unternehmen, ihre Werte nachhaltig sowohl nach innen als auch nach außen zu kommunizieren?

Wertekommunikation_Respekt

© Unsplash / Tiago Felipe Ferreira

Die Frage nach der Harmonie

Erinnert ihr euch an das Gefühl, in einem Konzerthaus zu sitzen? Ihr nehmt langsam Platz, beobachtet, wie die anderen Zuseher:innen das Gleiche tun, wartet darauf, dass das Licht gedimmt wird und das Orchester die Bühne betritt. Anfänglich ertönen schräge Geräusche, weil alle Musiker:innen noch die Stimmlage ihres Instrumentes überprüfen. Der oder die Dirigent:in nimmt dann den Taktstock in die Hand und aus den vielen kleinen Einzelteilen entsteht auf einmal eine Harmonie, die euch träumerisch in den Sitz sinken lässt. Manchmal zu schön, um wahr zu sein. Dennoch ist diese Harmonie der Grund, in das Konzerthaus zu gehen. Sie ist es, warum wir Freund:innen und Bekannten einen Besuch empfehlen, unser Erlebnis weitertragen und davon berichten.

„Das ist ja alles schön und gut, aber was hat das mit Unternehmenswerten zu tun?“, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Mehr als ihr denkt!

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Vom Publikumsstuhl zum Bürosessel

Der Unterschied zwischen einem Orchester und einem klassischen Betrieb ist gar nicht so groß. So brauchen beide entschlossene Führungskräfte, eingespielte Teamkolleg:innen und das gegenseitige Vertrauen, dass man gemeinsam das Beste erschaffen will. Denn gerade letzteres, also Vertrauen, ist für ein Unternehmen unerlässlich. Aber wie kann dieser Wert, nachdem er im Unternehmen definiert wurde und gelebt wird, authentisch nach außen kommuniziert werden? Die Brüder Chip und Dan Heath haben in ihrem Buch „Made to Stick“ eine Formel entwickelt, mit welcher eine Hilfestellung genau dafür geboten werden soll. Sie lautet wie folgt:

 

Simple: Kurze, einfache Sätze ohne Fachbegriffe verwenden
Unexpected: Ein verblüffendes Element, z.B. einen Witz, eine Anekdote oder ein Wortspiel, das die Aufmerksamkeit der Rezipienten erregt
Concrete: Auf den Punkt formulieren und konkrete Beispiele geben
Credible: Glaubhaft vermitteln, dass Versprechen eingehalten werden
Emotional: Emotionen und Gefühle wecken
Story: Echte Geschichten erzählen

 

Mit dieser SUCCESs-Methode entsteht eine Form der Kommunikation, mit welcher eine Organisation ihren Wertekatalog offenlegen kann. Statt leerer Worthülsen werden Werte zum Leben erwecket und über Geschichten vermittelt. Ein Beispiel dafür bietet das Magazin Katapult. Sie beantworten auf ihrem Instagram Kanal nicht nur Fanpost, sondern kommunizieren auch ganz transparent Themen wie Gehalt, Geschlechterverteilung und Kontostände des Unternehmens. Sowas sorgt bei der Leserschaft für großes Vertrauen.

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© Unsplash / Annie Spratt

Die Vielfalt der Formate

Die Königsdisziplin ist nun diese betrieblichen Qualitäten auch im Recruiting durchkommen zu lassen. Aber wie spricht man neue potenzielle Mitarbeiter:innen an und gewährt ihnen Einblicke in die Unternehmensdynamik? Dafür eignen sich zum Beispiel die sozialen Medien. Ein Instagram Live, in dem Kolleg:innen über ihre Arbeit sprechen. Ein Video auf Facebook, in dem das Büro und das Team gezeigt werden. Ein Podcast auf Spotify, in dem sich auch die Geschäftsführer:innen über ihren Arbeitsalltag und ihre Expertise austauschen. Durch all diese Kanäle lassen sich die eigenen Unternehmenswerte nach außen kommunizieren.

Das A und O ist es, reale Geschichten zu erzählen bzw. die jeweiligen Protagonist:innen selbst berichten zu lassen. Misserfolge und Hürden sind dafür genauso wichtig, um Authentizität zu zeigen. So können sich Zuhörer:innen oder Zuschauer:innen mit den Geschichten am besten identifizieren und eine emotionale Bindung aufbauen. Schließlich zeigt auch das wieder Vertrauen, dass den Mitarbeitenden ohne Sorge das Wort übergeben wird und sie ihre Erfahrungen ohne Scheu mit dem Publikum teilen können. Auf diese Weise erkennen Bewerber:innen, ob sie diese Prinzipien und Teamdynamik ansprechen und ebenfalls teilen.

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© Unsplash / Aditya Chinchure

Ein Abschied mit Wiedersehen

Wie das Leben so spielt, müssen sich Unternehmen manchmal auch von liebgewonnenen Mitarbeiter:innen verabschieden. Die Gründe dafür sowie der berufliche Werdegang der Kolleg:innen können ganz unterschiedlich sein. Unterstützen Führungskräfte ihre ehemaligen Mitarbeiter:innen aber auf ihrem weiteren Berufsweg, schafft dies im bestehenden Team Sympathie.

Teilen sie zudem ihren Werdegang und ihre Learnings beispielsweise auf dem eigenen Blog, kommunizieren sie diese Sympathie auch nach außen. Darüber hinaus wirkt sich eine positive Beziehung zu ehemaligen Mitarbeitenden immer auch auf Empfehlungen und mögliche zukünftige Geschäftsverhältnisse aus. Genau wie der Bericht nach einem gelungenen Konzertbesuch, gilt dies schließlich auch für Erfahrungen von ehemaligen Arbeitgeber:innen und ihre Wirkung auf zukünftige Mitarbeitende.

Es zeigt sich also, dass es verschiedene Methoden gibt, wie Betriebe ihre Unternehmenswerte kommunizieren können. Dabei kommt es auf das Zusammenspiel aller an – von der Führungskraft bis hin zu den Praktikant:innen. Wenn ein angenehmer Wertekanon intern gelebt wird, ist das auch in der Kommunikation nach außen sichtbar. Es zeigt sich spätestens auch in der Arbeitsdynamik mit Kund:innen oder neuen Mitarbeitende, die sich dann genau wie Konzertbesucher:innen zurücklehnen und die harmonische Zusammenarbeit genießen können.

Carla Gabriel on Email
Carla Gabriel