8 Tipps für gutes Storytelling in der internen Kommunikation
Interne Kommunikation gehört zur DNA einer jeder Organisation und eines jeden Unternehmens. Unternehmerischer Erfolg hängt heute davon ab, ob interne Strukturen gestatten, dass die richtigen Personen zur richtigen Zeit eingebunden sind und sich mit Motivation an der Lösungsfindung beteiligen können. Der fortwährende Austausch von Informationen, Ideen, Wissen und auch zwischenmenschlicher Kommunikation muss funktionieren, damit Firmenkultur überhaupt erst gelebt werden kann.
Zielsetzung der Kommunikation innerhalb eines Unternehmens ist also nicht nur der Austausch von Informationen, sondern auch die Herstellung eines Wir-Gefühls. Dafür benötigen Firmen schnelle Kanäle, effektive Instrumente und Konzepte wie Storytelling, die alle Teammitglieder einbinden und motivieren.

Was bedeutet Storytelling in der internen Kommunikation?
Storytelling in der internen Kommunikation bedeutet, Informationen, Unternehmenswerte, Veränderungen und gemeinsame Ziele mithilfe von Geschichten zu vermitteln. Statt Mitarbeitende ausschließlich über Fakten, Zahlen oder Ankündigungen zu informieren, werden Botschaften anhand konkreter Erfahrungen, persönlicher Erlebnisse und nachvollziehbarer Beispiele erzählt. So können Unternehmen komplexe Themen verständlicher machen, Identifikation ermöglichen und den Zusammenhalt innerhalb der Organisation stärken. Besonders geeignet sind dafür Geschichten aus dem Arbeitsalltag, persönliche Erfahrungen von Mitarbeitenden und Führungskräften sowie Erzählungen über Herausforderungen und gemeinsame Erfolge.
Warum ist Storytelling in der internen Kommunikation wichtig?
- Identifikation: Persönliche Geschichten helfen Mitarbeitenden, sich mit Menschen, Werten und Zielen des Unternehmens zu identifizieren.
- Verständlichkeit: Geschichten machen abstrakte Strategien, Veränderungen und Entscheidungen anhand konkreter Situationen greifbar.
- Vertrauen: Authentische Erfahrungen und transparente Einblicke können Vertrauen in Führungskräfte und Organisation stärken.
- Zusammenhalt: Gemeinsame Geschichten schaffen Gesprächsanlässe und können das Wir-Gefühl fördern.
- Mitarbeiterbindung: Wer sich gehört, eingebunden und mit der Unternehmenskultur verbunden fühlt, kann eine stärkere Bindung zum Arbeitgeber entwickeln.
Geschichten, die verbinden: Wie Storytelling das Wir-Gefühl im Unternehmen stärkt
Geschichten verbinden Menschen. Sie helfen uns, Gemeinsamkeiten zu entdecken, andere Perspektiven zu verstehen und Beziehungen aufzubauen. Das gilt im privaten Umfeld genauso wie am Arbeitsplatz. Denn auch hinter jeder Jobbezeichnung, jeder Abteilung und jedem Unternehmenslogo stecken Menschen mit individuellen Erfahrungen, Herausforderungen und Geschichten. Werden diese sichtbar, entsteht aus einer Gruppe von Kolleg mehr als nur eine Belegschaft: ein Team, das sich gegenseitig besser kennt und versteht.
Gerade in Zeiten von Homeoffice, hybrider Zusammenarbeit und organisatorischem Wandel kann Storytelling dabei helfen, Nähe und Verbundenheit zu schaffen. Persönliche Erlebnisse, gemeinsame Erfolge oder auch Geschichten über Fehler und Herausforderungen machen die Unternehmenskultur greifbar. Statt abstrakt über Werte wie Vertrauen, Mut oder Zusammenhalt zu sprechen, zeigen Unternehmen anhand echter Erfahrungen, wie diese im Arbeitsalltag gelebt werden.
Dabei geht es nicht darum, Mitarbeitenden möglichst schöne Unternehmensgeschichten zu präsentieren. Vielmehr sollten sie selbst Teil der Erzählung werden. Wenn unterschiedliche Stimmen gehört werden und Menschen ihre Erfahrungen teilen können, entstehen Identifikationsmöglichkeiten, die über die reine Vermittlung von Informationen hinausgehen. So kann Storytelling nicht nur die interne Kommunikation lebendiger gestalten, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl und die emotionale Bindung an das Unternehmen stärken.

Doch wie gelingt es, spannende und gute Geschichten intern zu erzählen?
1. Mit der Gründungsgeschichte Unternehmenswerte vermitteln
Als Erstes gilt es, eine Ursprungsgeschichte der eigenen Marke zu entwickeln. Denn besonders die Entstehungsgeschichte eines Unternehmens hat Einfluss auf die interne Kultur. Sie verdeutlicht die gemeinsamen Grundwerte und macht die Mitarbeitenden Stolz. Firmen wie Patagonia nutzen beispielsweise Geschichten, in denen sie von den Auswirkungen nachhaltiger Praktiken berichten und rufen Mitarbeitende regelmäßig dazu auf, zu erzählen, wie sie Nachhaltigkeit im Alltag leben.
2. Mitarbeitende als authentische Storyteller einbinden
Bei jeder Geschichte sollten die Mitarbeitenden ein Teil derselben sein. Niemand kann Storys aus dem eigenen Unternehmen spannender und glaubhafter erzählen als das eigene Team. Daher gilt es, diese zum Mitmachen und Erzählen aufzufordern. Vollkommen egal, ob sie über ihren täglichen Weg zur Arbeit, über besondere Herausforderungen, die sie gemeistert haben, oder über die Unternehmensvision berichten – nichts ist glaubhafter und sympathischer als die eigene Kollegin oder der eigene Kollege. Tatsächlich vertrauen 92 Prozent der Menschen eher einer Empfehlung ihrer Kollegen als dem bloßen Inhalt der Unternehmenskommunikation.
3. Passende Storytelling-Formate für die interne Kommunikation wählen
Weiß ein Unternehmen, was für Geschichten es erzählen möchte, dann gilt es zu überlegen, über welche Tools und Formate diese erzählt werden können. Her ist die Zahl der Möglichkeiten unbegrenzt. Vollkommen egal, ob Videos, die Mitarbeitende in ihrem Alltag zeigen, oder interne Newsletter bis hin zu Bildstrecken – je lebendiger, desto besser. Denn Bilder und besonders Videos wecken stärkere Emotionen als reine Textwüsten. Möchten man intern zum Beispiel etwas über das Wachstum des Unternehmens teilen, dann eignet sich eine Bildstrecke oder sogar eine Video-Timeline besser als eine trockene Auflistung von Jahreszahlen.
4. Unternehmenswerte durch wiederkehrende Geschichten verankern
Damit Geschichten zur Markenvision, zu Werten und Identität wirklich hängenbleiben, sollten Unternehmen diese regelmäßig wiederholen. Das bedeutet nicht, dass die gleiche Geschichte immer wieder erzählt werden muss, sondern dass beispielsweise Mitarbeitende und Führungskräfte aus ihrer individuellen Perspektive berichten, wie sie in ihrer täglichen Arbeit spezifische Unternehmenswerte leben. Statt den Unternehmenswert „Mut“ regelmäßig in Präsentationen zu wiederholen, könnten Mitarbeitende erzählen, wann sie zuletzt eine ungewöhnliche Idee ausprobiert haben, obwohl der Erfolg ungewiss war. So wird aus einem abstrakten Wert eine Sammlung konkreter Erfahrungen.
5. Mit persönlichen Geschichten von Führungskräften Vertrauen schaffen
Besonders in mittelständischen und großen Unternehmen sind Führungskräfte dazu angehalten, über interne Kommunikation eine Verbindung zu allen Mitarbeitenden herzustellen. Storytelling kann dabei helfen, diese Verbindung herzustellen. Eine Führungskraft kann zum Beispiel in einem Video über anfängliche Schwierigkeiten in der eigenen Karriere berichten oder vom ersten Tag in besagtem Unternehmen. So gelingt es auf sympathische und glaubhafte Weise eine Verbindung gerade auch zu neuen Mitarbeitenden herzustellen. Besonders geeignet sind Geschichten über eigene Fehler, schwierige Entscheidungen oder überraschende Karrierewege. Erzählt eine Führungskraft beispielsweise, wie sie aus einem gescheiterten Projekt gelernt hat, kann das Offenheit und eine konstruktive Fehlerkultur fördern.
6. Interne Geschichten über die richtigen Kommunikationskanäle verbreiten
Damit Geschichten beim Team auch Gehör finden, sollten diese auch leicht zugänglich platziert werden. Werden in der täglichen Arbeit Messenger Tools wie beispielsweise Slack genutzt, dann lohnt es sich, hier auch Formate wie Videos und Newsletter anzukündigen oder auch Mitarbeitende aufzurufen, sich an der Produktion zu beteiligen. So können Firmen sicherstellen, dass ihre Botschaften auch bei allen Gehör und Beteiligung finden.
7. Mit verständlicher Sprache authentische Geschichten erzählen
Eine einfache und geradlinige Erzählweise ist in der internen Unternehmenskommunikation ein Muss. Fachjargon wirkt kalt und distanziert und trägt nicht gerade dazu bei, dass sich Mitarbeiter:innen in eine Botschaft auch emotional hineinversetzen oder gar mit einer erzählenden Person mitfühlen können. Eine einfache Erzählweise, die direkt aus dem Leben gegriffen scheint, wirkt wesentlich mitreißender und authentischer.
8. Abstrakte Unternehmensbotschaften durch konkrete Beispiele greifbar machen
Die besten Storys ziehen uns in den Bann, weil es ihnen gelingt, uns über anschauliche Details in eine andere Welt eintauchen zu lassen. Gerade Corporate Stories sollten daher viele Details und Beschreibungen enthalten, um das Publikum noch besser mitzunehmen. Entwirft ein Geschichtenerzähler zum Beispiel eine Vision für die Zukunft des Unternehmens, dann gilt es, diese mit konkreten Beispielen zu beschreiben. Dazu kann eine Beschreibung des Büros der Zukunft oder von neuen Technologien, die zum Einsatz kommen werden, gehören. Je detaillierter und beispielhafter eine Geschichte intern erzählt wird, desto besser wird sie auch vom Team aufgenommen. Statt zu verkünden, dass die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen verbessert wurde, könnte ein Unternehmen erzählen, wie zwei Teams gemeinsam ein schwieriges Kundenproblem gelöst haben. So wird aus einer abstrakten Erfolgsmeldung eine nachvollziehbare Geschichte.

Welche Storytelling-Beispiele eignen sich für die interne Kommunikation?
Nicht jede Geschichte in der internen Kommunikation muss von großen Erfolgen oder außergewöhnlichen Ereignissen handeln. Häufig sind es gerade die kleinen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag, die Unternehmenswerte sichtbar machen und Mitarbeitende miteinander verbinden.
| Geschichtenart | Konkretes Beispiel |
| Gründungsgeschichten | Warum wurde das Unternehmen gegründet und welches Problem wollte es ursprünglich lösen? |
| Mitarbeitergeschichten | Wie hat eine Kollegin ihren Weg vom Praktikum zur Teamleitung gemeistert? |
| Erfolgsgeschichten | Wie haben zwei Abteilungen gemeinsam eine schwierige Herausforderung bewältigt? |
| Fehler- und Lerngeschichten | Was hat das Team aus einem gescheiterten Projekt gelernt? |
| Veränderungsgeschichten | Warum wurde eine neue Strategie eingeführt und wie erleben Mitarbeitende den Wandel? |
| Wertegeschichten | Wann hat jemand im Arbeitsalltag besonders viel Mut, Verantwortung oder Teamgeist bewiesen? |
Warum gehört Storylistening zum internen Storytelling?
Gutes Storytelling in der internen Kommunikation beginnt mit dem Zuhören. Denn die spannendsten Unternehmensgeschichten entstehen nicht zwangsläufig in der Kommunikationsabteilung, sondern dort, wo Mitarbeitende täglich Erfahrungen sammeln, Herausforderungen meistern und gemeinsam Lösungen entwickeln. Storylistening bedeutet, diesen Geschichten bewusst Raum zu geben, zuzuhören und die Perspektiven der Mitarbeitenden ernst zu nehmen. In Formaten wie persönlichen Interviews, Teamworkshops oder einem Corporate Campfire können Unternehmen Geschichten entdecken, die ihre Kultur und Werte tatsächlich widerspiegeln.
Mit Corporate Storytelling Mitarbeitende motivieren und das „Wir“ stärken
Die aktuelle Krise, aber auch der Fachkräftemangel und Remote Work tragen dazu bei, dass interne Kommunikation immer wichtiger wird. Unternehmen sind mehr denn je dazu angehalten, eine Bindung zu ihren Mitarbeiter:innen aufzubauen, wollen sie diese auch langfristig halten und im War for Talents bestehen. Mit Storytelling kann es gelingen, Mitarbeitende auf emotionaler Ebene anzusprechen und Botschaften und Werte auf abwechslungsreiche und authentische Art und Weise zu erzählen. Dadurch werden das Wir-Gefühl und die Motivation bestärkt. Corporate Stories und persönliche Einblicke einzelner Teammitglieder zeigen Ideen und Handlungsmuster auf, die wiederum andere für ihre tägliche Arbeit nutzen und mit denen sie sich identifizieren können.
Konkrete Ideen, wir ihr mit Storytelling in Zeiten von Remote Work eure interne Kommunikation optimieren könnt, findet ihr hier.
FAQ: Storytelling in der internen Kommunikation
Was ist Storytelling in der internen Kommunikation?
Storytelling in der internen Kommunikation nutzt Geschichten, um Unternehmenswerte, Strategien, Veränderungen und Erfahrungen verständlich und emotional zugänglich zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen echte Menschen, ihre Erlebnisse und gemeinsame Herausforderungen.
Wie kann Storytelling die Mitarbeiterbindung stärken?
Persönliche Geschichten können Identifikation, Vertrauen und Zusammengehörigkeit fördern. Wenn Mitarbeitende ihre Erfahrungen teilen und sich in den Geschichten anderer wiederfinden, kann das die emotionale Verbundenheit mit dem Unternehmen stärken.
Welche Formate eignen sich für internes Storytelling?
Geeignet sind beispielsweise interne Newsletter, Mitarbeitervideos, Podcasts, Interviews, Intranetbeiträge, Teammeetings oder Storytelling-Workshops. Entscheidend ist, dass das Format zur Geschichte und zu den Kommunikationsgewohnheiten der Mitarbeitenden passt.
Wie finden Unternehmen authentische Geschichten ihrer Mitarbeitenden?
Durch Storylistening: Unternehmen können Mitarbeitende in Interviews, Workshops oder persönlichen Gesprächen nach Erfahrungen, Herausforderungen, Erfolgen und Wendepunkten fragen. Wichtig sind offene Fragen, echtes Interesse und die freiwillige Beteiligung der Mitarbeitenden.
TL;DR: Storytelling in der internen Kommunikation in Kürze
🚀 Führungskräfte beteiligen: Persönliche Geschichten über Herausforderungen und Erfahrungen können Nähe schaffen.:
❤️ Mehr Zusammenhalt: Persönliche Geschichten können Vertrauen, Identifikation und das Wir-Gefühl fördern.
📖 Werte erlebbar machen: Gründungs-, Mitarbeiter- und Erfolgsgeschichten vermitteln Unternehmenskultur.
🎤 Mitarbeitende einbinden: Die besten Geschichten kommen oft direkt aus dem Team.
👂 Storylistening nutzen: Erst zuhören, dann erzählen – authentische Geschichten beginnen bei den Erfahrungen der Mitarbeitenden.
🎬 Formate gezielt einsetzen: Newsletter, Videos, Podcasts und Workshops bringen Geschichten in den Arbeitsalltag.
💬 Einfach und anschaulich erzählen: Konkrete Erlebnisse sind greifbarer als abstrakte Unternehmensbotschaften.
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