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März 10, 2022

Videos, Vlogs und Q&A’s: Personaler:innen sind die neuen Content Creator:innen

Sind wir mal ehrlich: Jeder hat sicherlich schon stundenlang auf TikTok, YouTube und Co. die Zeit vertrödelt. Die kurzen oder auch langen Videos schaffen es einfach immer wieder, in Ihren Bann zu ziehen. Diesen Effekt haben auch Unternehmen längst erkannt. Nicht nur beim Anlocken potenzieller Kunden ist Bewegtbild erfolgreich, auch im Recruiting finden wir nun häufiger lustige oder tiefgründige Storys.

Die Karriereseiten von Unternehmen sind Anlaufstelle für junge Talente und erfahrene Profis der jeweiligen Branche. Um diese zu begeistern, müssen Konzerne sich auch hier an den fortlaufend ändernden Zeitgeist anpassen. Kürzlich wurden die früheren DAX 30 Unternehmen zu den DAX 40 erweitert. Diese Entwicklung haben wir zum Anlass genommen, die Recruiting-Strategien der großen Player der deutschen Wirtschaft zum zweiten Mal unter die Lupe zu nehmen. Bereits 2019 analysierten wir akribisch die Karriereseiten der damaligen DAX 30 und brachten einige spannende Erkenntnisse ans Tageslicht. Wenn wir die Ergebnisse von vor mittlerweile fast drei Jahren mit den Neuesten vergleichen, kommen unterhaltsame und erzählenswerte Entwicklungen und Trends der aktuellen Zeit zum Vorschein.

 

Trend #1: Mit starken Bildern überzeugen

Eine Website ohne Bilder mit ellenlangen Textabsätzen zieht wahrscheinlich niemanden in ihren Bann. Wenn wir stattdessen in die Augen eines lächelnden Mitarbeitenden schauen, wird die Neugierde zum Weiterscrollen viel eher erweckt. Konsumgüterriese Henkel macht es vor. Die Recruiting-Seite des Düsseldorfer Konzerns begrüßt Besucher:innen mit Filmsequenzen echter Mitarbeiter:innen und lockt somit zum Durchstöbern.

Video von einem lächelnden Mitarbeitenden auf der Henkel Karriereseite

© Henkel

Auch Unternehmen wie Hello Fresh oder Beiersdorf erreichen volle Punktzahl, wenn es um Visualität geht. Das ist wenig überraschend, denn sie haben ihren Vorteil klug ausgespielt: Ihre Produkte sind greifbar, erlebbar und stecken voller Geschichten und Emotionen. Hello Fresh beispielsweise zeigt Bilder von ausgeglichen wirkenden Menschen, die – wie kann es anders sein – gesundes Essen zubereiten. Die Bewerber:innen können sich so direkt in ihr neues, fittes Leben hineinversetzen, welches der Food-Abonnent verspricht.

Beiersdorf hingegen vereint viele traditionsreiche Marken. Bei den verschiedenen Produkten kommt sogleich eine eigene Geschichte im Kopf der Betrachter:innen auf. Ob es die Erinnerung an die Mutter ist, die uns als Kind das Gesicht mit Nivea eincremte oder die erste Lippenpflege von Labello, die als Teenie einen besonderen Wert hatte. Diese Unternehmen mit traditionsreichen oder emotionalisierbaren Produkten, haben ihre Trümpfe erkannt und setzen diese ein. Damit sind sie anderen bereits einen großen Schritt voraus.

Bild von Beiersdorf Produkten und jungen Menschen

© Beiersdorf

Trend #2: Wichtige Werte definieren und kommunizieren

Besonders emotionale und ansprechende Bildkonzepte gehen mit der Zeit. Der Autohersteller VW beispielsweise bekannte im November auf seiner Karriereseite Farbe hinsichtlich Vielfalt und Inklusion. Diese Themen wurden innerhalb der letzten Jahre immer mehr ins Scheinwerferlicht gerückt. Dieser Zuwachs an Aufmerksamkeit bringt vieles ins Rollen. Mehr Menschen trauen sich, ihr wahres Ich nach außen zu tragen und legen Wert auf Akzeptanz. So definieren auch viele Unternehmen diese Werte mittlerweile als Teil ihrer DNA oder verankern sie als Leitmotiv. So hat es VW hat geschafft, dass ein einziger Blick auf die Karriereseite genügt, um zu erkennen, dass Diversity einer ihrer Kernwerte ist.

Abbildung Logo Volkswagen

© Volkswagen

Trend #3: An Bewegtbild führt kein Weg vorbei

In Zeiten von TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts und Co. zeigt sich, dass Kurzvideos an Bedeutung zunehmen. Auch auf den Karriereseiten ist dieser Trend zu beobachten. Das bedeutet keinesfalls, dass Personaler:innen nun TikTok-Tänze aufführen müssen. Ob es beim jungen Publikum gut ankommen würde oder schnell cringe werden könnte, sei mal dahingestellt. Fakt ist: Videos schaffen einen noch tieferen Einblick in das Unternehmen.

Unser Drittplatzierter Beiersdorf porträtiert beispielsweise den Arbeitstag von Lisa, Teamleiterin in der Produktion oder gibt sympathisch authentische Einblicke in seiner „Room Tour“ im Vlog-Style mit Assistant Brand Managerin Jonna durch Teile des Hamburger Büros. Nicht umsonst haben Influencer:innen und Content Creator:innen in den letzten zehn Jahren das Feld von hinten aufgeräumt: Echte und ungefilterte Einblicke in das Leben sind das, was wir sehen wollen! Diese Art von Videos erlaubt es auch Bewerber:innen in die Unternehmenswelt einzutauchen und sich vorzustellen: „Wie wäre es, wenn ich dort arbeiten würde?“

Unsere beiden Spitzenreiter Henkel und Delivery Hero spielen auch in Sachen Video Content in der ersten Liga. Henkel nutzt das allseits bekannte und beliebte Format Q&A, bei welchem Fragen aus der Community beantwortet werden, in diesem Fall von Sylvie Nicol. Dieses Format erinnert Zuschauer:innen an ihre liebsten YouTuber:innen und lässt die Chief Human Resources Officer nahbar wirken. Das überträgt sich auf das Image des Konzerns und macht diesen menschlicher.

DAX-Newcomer Delivery Hero hat die Spielregeln noch einmal ganz neu geschrieben: Mit seiner 360°-Tour durch das Berliner Office können die Website-Besucher:innen wortwörtlich Büroluft schnuppern und durch die Flure des möglichen neuen Arbeitgebers wandern. Videoformate, Bewegtbilder und andere visuelle Innovationen sind bei einem überzeugenden und nahbaren Recruiting also nicht mehr wegzudenken.

Trend #4: Tech-Themen sind kein Hindernis für catchy Videos

Wer jetzt denkt, dass nur Unternehmen mit emotionalen Produkten die Möglichkeiten solcher Formate nutzen können, liegt falsch. Software-Riese SAP zeigt, dass auch Tech-Expert:innen den Spieß umdrehen können. Mit einem humorvollen Video im Stil eines Computerspiels zeigt der Konzern aus Baden-Württemberg die berufliche Geschichte einer Mitarbeiterin. Im Stil eines Computerspiels, wird mit dem Titel „Working at SAP (It’s a Funny Story)“ erzählt, wie aus dem Videospiele-liebenden Mädchen erst eine UX-Designerin und später die Software-Entwicklerin eines selbstfahrenden elektrischen Autos wurde. Die kurze Filmsequenz nutzt das Stilelement der vierten Wand, spricht die Zuschauer:innen also direkt an. Lustig, nahbar und zeitgemäß: Tech-Themen müssen nicht langweilig sein!

Mädchen spielt Videospiel

© SAP

Fazit: Keine Scheu vor neuen Formaten

Wer in der heutigen Zeit Nachwuchskräfte anlocken will, setzt in Sachen Bilder und Videos am besten auf die Strategie: Mehr ist mehr. Diese Formate haben die Fähigkeit, Aussagen, Meinungen oder Haltungen, ohne viel Umschweif auf einen Blick zu transportieren. Verschiedenste Contentvariationen, wie Videos, Vlogs oder virtuelle Touren bieten großes kreatives Potenzial, um bei der jungen Zielgruppe zu punkten. Egal, welche Formate man wählt, eines ist sicher: „Out-of-the-Box“-Denken wird belohnt und ermöglicht auch Riesenkonzernen, wie den DAX 40, sich nahbar zu präsentieren.

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