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Von der Insel bis ins Museum: Die besten Storytellingkampagnen im Januar 2026
Branchen Brands 30. January 2026

Von der Insel bis ins Museum: Die besten Storytellingkampagnen im Januar 2026

Januar ist selten der Monat für große Gesten. Eher für die kleinen Dinge, die hängen bleiben: ein Satz, den man sofort wiedererkennt, ein Bild, das ein Gefühl auslöst, ein Moment, der mehr erzählt, als er erklärt. Genau dort wird gutes Storytelling sichtbar. Vier Kampagnen aus dem Januar 2026, die zeigen, wie viel Wirkung im Alltag steckt.

Das aktuelle Bild hat keinen Alternativtext. Der Dateiname ist: Januar-Storytelling.jpg

Rügenwalder Mühle – „Reiter-Spot Reloaded“: Ein Kultsatz, komplett ins Jetzt übersetzt

Ein Wort reicht und man ist sofort wieder drin. „ALLE!“ ist einer dieser Werbesätze, die im Kopf noch funktionieren, bevor man überhaupt nachdenken kann. Rügenwalder holt den Reiter-Spot zurück, aber nicht als Retro-Nummer, sondern als klare Neuauflage: E-Schwalbe statt Pferd, Feierabendkneipe statt Feld, Kiosk statt Fleischtheke. Das Original läuft im Kopf mit und genau daraus entsteht der Reiz.

Mit Wilson Gonzalez Ochsenknecht (@willywonkaweinhaus), Nura (@nura) und einem Creator-Umfeld (u. a. Carlo Sommer @casacarlo) ist der Spot klar für Social Media gemacht. Nostalgie ist hier kein Zurückschauen, sondern Wiedererkennung im Hier und Heute. Und unter dem Kultsatz liegt ein Motiv, das größer ist als das Produkt: Feierabend als Gemeinschaftsgefühl.

Warum funktioniert das Storytelling?

  • „ALLE!“ zündet ohne Erklärung, weil der Satz längst ein Code ist.
  • Remix statt Wiederholung: Jedes Detail ist konsequent modernisiert.
  • Cast und Setting sind so gebaut, dass man es sofort weiterleiten will.

Rügenwalder zeigt, wie ein alter Code wieder frisch wird, wenn man ihn nicht nachspielt, sondern konsequent ins Heute holt.

mobile.de – „Autofrei wie Langeoog?“: Wenn ein Spot eine Insel zum Mitreden bringt

Man nimmt eine Insel, die für Ruhe steht, und zieht die Stimmung erst einmal ins Dramatische. mobile.de nutzt Langeoog als Bühne und erzählt das Leben ohne Auto zunächst als Mangel, bis zur Auflösung: „Aber zum Glück lebst du nicht auf Langeoog.“ Dahinter steckt eine simple Alltagswahrheit: Für viele ist das Auto weniger Lifestyle als praktische Notwendigkeit.

Und dann passiert das, was die Geschichte wirklich rund macht: Langeoog spielt mit. Trocken, freundlich, ohne Empörung. Im Antwort-Video sitzen zwei Männer im Strandkorb, schauen aufs Meer, trinken Tee und reagieren so gelassen, dass die ganze Aufregung plötzlich klein wirkt. Nebenbei läuft die Botschaft mit, ganz unaufgeregt: Koffer bringt man hier ins Rollen, hupen würden höchstens Möwen und Stau gibt es, wenn überhaupt, in der Schlange fürs Fischbrötchen. Am Ende bleibt ein Satz hängen, so schlicht wie selbstbewusst: „Auto brauchen wir nicht.“ Statt Grau und Mangel sieht man Fahrräder, Inselbahn, Pferdekutsche, Weite, Ruhe. Aus einem Spot wird ein kurzes Hin und Her über Mobilität und Lebensgefühl. Und man merkt plötzlich, wie lange man noch darüber nachdenkt.

Warum funktioniert das Storytelling?

  • Drama trifft Gelassenheit, dadurch bekommt die Geschichte Tiefe.
  • Die Insel macht daraus eine zweite Erzählung, ganz organisch.
  • Es entsteht Gesprächsstoff, ohne dass es kippt.

Der Film wäre auch allein stark. Durch Langeoogs Antwort wird daraus ein Dialog.

IKEA – „Affordable Masterpieces“: Wenn Möbel plötzlich Museum sind

Was, wenn der IKEA-Stuhl nicht nur ins Wohnzimmer gehört, sondern eigentlich schon immer „Ausstellungsstück“ war? Genau mit diesem Gedanken spielt „Affordable Masterpieces“. IKEA (in Saudi-Arabien und Bahrain) dreht die alte Unterstellung „günstig gleich billig“ nicht mit Argumenten, sondern mit einer Idee, die sofort sitzt: Vertraute IKEA-Formen tauchen in berühmten Gemälden wieder auf und plötzlich wirkt das Ganze nicht mehr „billig“, sondern einfach zeitlos.

Der Ton ist fast wie im Museum: ruhig, leicht augenzwinkernd, sehr elegant. Und die Pointe ist angenehm simpel: Wenn es im Meisterwerk funktioniert, funktioniert es auch zuhause.

Warum funktioniert das Storytelling?

  • Kunst liefert den Rahmen: Qualität fühlt sich sofort plausibel an.
  • Der Twist ist in einer Sekunde klar und bleibt im Kopf.
  • „Erschwinglich“ wirkt nicht wie Verzicht, sondern wie Einladung.

IKEA macht aus dem Preis kein Argument, sondern einen kleinen Moment von Stolz: Das hier gehört nicht nur in die Wohnung, sondern in die Geschichte von gutem Design.

toom – „Respekt, wer’s selber macht“: Wenn DIY zur Haltung wird

Ein Schaber, eine Bürste, eine Bushaltestelle, und plötzlich wirkt ein Claim anders. toom zeigt, wie stark „Respekt, wer’s selber macht“ wird, wenn es nicht nur gesagt, sondern gelebt wird. Im Mittelpunkt steht Irmela Mensah-Schramm, 80 Jahre alt und seit Jahrzehnten bekannt dafür, rassistische und rechtsextreme Symbole aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Schaber, Bürste, Konsequenz. Der Spot bleibt ruhig und lässt „Respekt“ nicht groß klingen, sondern konkret wirken.

Der Ton ist bewusst unaufgeregt: kein Hochglanz, keine Show. Einfach eine Person, die handelt, und eine Marke, die ihren Claim daran misst, was „selber machen“ auch heißen kann.

Warum funktioniert das Storytelling?

  • Haltung wird als Handlung gezeigt, nicht als Versprechen.
  • Eine echte Person wirkt stärker als jede erfundene Figur.
  • Ein simples Werkzeug wird zum Symbol: kleine Mittel, große Wirkung.

toom macht aus einem bekannten Claim etwas Greifbares. Respekt wirkt hier nicht wie Haltung zum Anziehen, sondern wie etwas, das man wirklich tut.

Fazit

Januar-Storytelling muss nicht laut sein, um zu wirken. Rügenwalder nutzt einen Kultcode als Abkürzung, mobile.de bekommt eine zweite Erzählung direkt von der Insel, IKEA macht Design über Kultur spürbar und toom zeigt, wie stark ein Claim wird, wenn er im echten Leben verankert ist.

Trends & Learnings

  • Kultcode als Abkürzung (Rügenwalder): Ein Satz ersetzt die Erklärung und trägt die ganze Idee.
  • Dialog statt Einbahnstraße (mobile.de + Langeoog): Wenn das Umfeld mitspielt, wird aus einem Spot ein Gespräch, das hängen bleibt.
  • Kultur als Qualitätsbeweis (IKEA): Ein guter Rahmen macht Wert schneller spürbar als jedes Argument.
  • Haltung als Handlung (toom): Glaubwürdig wird ein Claim erst dann, wenn man ihn im echten Leben sieht.

Lust auf noch mehr gutes Brand Storytelling? Wirf einen Blick auf die besten Storytelling-Kampagnen vom November 2025.



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