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November 16, 2016

#INREACH16 feiert Big Player, aber keine Antworten für KMUs

Masha Sedgwick Christine Neder INREACH

Quelle: Katharina Braun (Mashup Communications GmbH)

Bereits Anfang des Jahres bekam ich eine E-Mail mit recht übersichtlichen Informationen: #INREACH16 – eine Konferenz für Influencer und Brands, die erste ihrer Art in Deutschland. Spannend, da es bisher kaum ein Event gibt, bei dem Unternehmen und Influencer auf Augenhöhe aufeinandertreffen und sich austauschen können. Erstmalig 2015 als kleine Konferenz gestartet, kann die #INREACH16 mit Big Playern wie adidas, Zalando, Mercedes Benz, 1&1 Internet, Olympus aber auch dem großen Medienhaus Gruner+Jahr aufwarten. Außerdem mit dabei sind Influencer wie Oguz Yilmaz (ehem. Y-TITTY), Aaron Troschke, Freekickerz oder Luana Silva.

Los ging es mit Lukas Klumpe von freekickerz, der sehr kompetent, informativ und charmant von seinen Erfahrungen als einer der First Mover im Sport-Influencer Bereich berichtete und sich mit Oguz Yilmaz die verbalen Bälle amüsant hin und her warf. Anschaulich und mit Hilfe von Zahlen wurden Best Cases wie zum Beispiel Kooperationen mit dem Hermes Versand vorgestellt sowie das Phänomen der freekickerz erklärt. Meine anfängliche Skepsis wich Vorfreude auf die kommenden Vorträge und Workshops, denn bei ähnlichen Events habe ich oft das Gefühl, auf einer Werbeveranstaltung zu sein und wenig Mehrwert zu bekommen.

Wer hat, der kann: Coole Koops der Big

1&1 Internet, adidas und Olympus stellen ihre Arbeit mit Influencern vor und wie sie diese Art des Marketings angehen. Eine exklusive Party mit 50 extra nach Griechenland eingeflogenen Bloggern, Events mit Größen aus dem Showbiz und daraus entstehende „anticipational relationships“, also Beziehungen zwischen einer Marke und einem noch sehr frischen, unbekannten Influencer werden thematisiert. Ernüchterung tritt bei mir ein: Die Ideen sind alle gut, aber was machen Marken, die nicht so große Budgets zur Verfügung haben? Oder nicht mal eben ein voll ausgestattetes und gebrandetes Studio in einer Schule in Detroit bauen können, die ein mittlerweile bekannter Rapper mal besucht hat? Was macht das KMU, wenn es gern mal mit Influencern arbeiten möchte, es sich aber nicht leisten kann, Caro Daur und Co. zu engagieren? Oder selbst mehrere Micro-Influencer langfristig mit aufzubauen oder zu einer Party einfliegen zu lassen? Marken wie adidas oder Olympus sind bereits bekannt und benötigen daher keine monetäre Überzeugung auch Sicht der Influencer – sie finden leicht Ambassadors unter ihnen und können Beziehungen aufbauen, von denen beide Seiten profitieren. Den Kleineren fällt es schwer und die Ideen bzw. Produkte müssen weitaus kreativer sein als bei den Großen.

Große Haie, kleine Fische: Macro- und Micro-Influencer unter sich

Und genauso ist es für die andere Seite, den Influencern, von denen ich auf der #INREACH16 auch Einiges erfahre. In der Kaffeepause herrscht ein angenehmer Austausch zwischen allen Teilnehmern. Unter ihnen auch deutsche Blogger-Größen wie Masha Sedgwick, Christine Neder oder Luana Silva, die von ihren Erfahrungen berichten und zwischendurch immer wieder von sogenannten Micro-Influencern unterbrochen werden, die gern Fotos machen möchten. Ins Gespräch komme ich mit beiden Seiten und erfahre, dass Kooperationen nicht immer einfach sind und viele Missverständnisse zwischen den verschiedenen Parteien entstehen – schön zu hören, dass wir als Agentur damit nicht allein sind. Dabei wäre es so einfach: Gegenseitiges Zuhören und ehrliches Interesse sowohl von Unternehmensseite am Influencer, als auch andersrum am Produkt. Gemeinsames Entwickeln von Ideen wird in den Gesprächen genannt, aber auch Angst unpassende Kooperationen anzunehmen und sich damit unglaubwürdig zu machen. Auch die Flut von neuen Instagramern, YouTube-Sternchen oder Germany’s next Top-Blogger sind ein Thema, mit dem sich Influencer beschäftigen.

Ende gut, alles gut? Event mit viel Potenzial

Mit der #INREACH16 hat das Team rund um Andreas Bersch von Brandpunkt eine Veranstaltung geschaffen, die das Potenzial für mehr hat. Die hochkarätigen Namen sind für das Programm natürlich wichtig – einen wahren Mehrwert für mich als Beraterin für Influencer Relations brachte jedoch etwas Anderes: Der Austausch mit den anwesenden Influencern und den frischen Gesichtern. Diese Netzwerkmöglichkeit machte auch die schwachen Workshops wett, sorry Aaron, wir finden dich natürlich trotzdem super!

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